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Berlinale: Aktivismus statt Kunst

Sophie Albers Ben Chamo Foto: STEPHAN PRAMME

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Berlinale: Aktivismus statt Kunst

Auf der Berlinale soll eigentlich der Film gefeiert werden. Doch zahlreiche Gäste und Außenstehende missbrauchen das Festival als politische Bühne

von Sophie Albers Ben Chamo  18.02.2026 14:30 Uhr

Ich liebe Filmfestivals! Sie lassen uns Lebens- und Leidenswelten von Menschen aus Sri Lanka, Syrien oder Sibirien teilen, mitfühlen, mitdenken und nach dem Abspann mit einem hoffentlich erweiterten Horizont wieder in die eigene kleine Welt treten.

Eigentlich. Doch auf der aktuellen Berlinale soll es nicht so sein dürfen. Was nicht die Schuld des Festivals ist. Das versucht mit bewundernswerter Klarheit, ein Fest der Offenheit zu bleiben. Es sind Gäste und Außenstehende, die es als politische Bühne missbrauchen. Die fordern, dass hier Aktivismus und nicht Kunst gefeiert wird. Die zum Boykott aufrufen anstatt zu Humanismus, Universalität und Dialog. Die vergessen, dass politisch vereinnahmte Kunst Propaganda heißt.

Die Vorwürfe gegen die Berlinale sind ein Angriff gegen die Freiheit der Kunst.

Seien es Künstler, die das Festival boykottieren, weil Jurypräsident Wim Wenders dem Propagandawunsch nicht nachkommt, seien es Journalisten oder Influencer, die in Presskonferenzen Künstler bedrängen, sich politisch zu verorten, seien es 80 aktuelle und ehemalige Berlinale-Gäste, darunter Tilda Swinton, die Zensur und Boykott rufen, und das so offensichtlich gesteuert, dass sie die auf der 76. Berlinale präsentierten Arbeiten über das Schicksal der Palästinenser schlicht ignorieren.

Wie die Schauspielerin Hiam Abbass, die einen Abend über ihre Karriere auch zur Genozid-Anklage gegen Israel macht, wie der palästinensische Regisseur, der nicht mit Israelis spricht und die Premierenbühne in ein Flaggenmeer verwandelt, wie ein Panel über das »Filmen unter Besatzung«.

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Die Vorwürfe gegen die Berlinale sind ein Angriff gegen die Freiheit der Kunst. Von den Filmschaffenden werde erwartet, jede an sie gerichtete Frage zu beantworten, schrieb Berlinale-Chefin Tricia Tuttle in einem Statement. »Sie werden kritisiert, wenn sie nicht antworten. Sie werden kritisiert, wenn sie antworten und ihre Antwort einem nicht gefällt.« Künstler könnten »ihr Recht auf freie Meinungsäußerung so ausüben, wie sie selbst entscheiden«. Und das, Damen und Herren Aktivisten, nennt man Meinungsfreiheit.

benchamo@juedische-allgemeine.de

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