Stephan-Andreas Casdorff darf wieder für den »Tagesspiegel« arbeiten. Wie das Medienhaus am Donnerstag bestätigte, nimmt Casdorff seine Tätigkeit in der Redaktion wieder auf. Der ehemalige Chefredakteur war Mitte Juni von seinen Aufgaben entbunden worden, nachdem herausgekommen war, dass er mehrere Kommentare mithilfe von Künstlicher Intelligenz verfasst hatte.
»Stephan-Andreas Casdorff hat sein Verhalten im Umgang mit KI selbstkritisch reflektiert«, so eine Sprecherin des »Tagesspiegel«. Es habe nach Bekanntwerden des KI-Einsatzes eingehende Gespräche gegeben. Casdorff habe von Anfang an eingestanden, einen Riesenfehler gemacht zu haben, und sich entschuldigt. Deshalb nehme er seine Tätigkeit nun wieder auf.
Auf Moderationen konzentrieren
Casdorff soll sich zunächst auf Moderationen für das Medienhaus konzentrieren. Zu einem späteren Zeitpunkt sei auch gelegentliches Schreiben wieder vorgesehen. Der Editor-at-Large arbeitet seit 1999 für den »Tagesspiegel«. Von 2004 bis 2018 hatte er gemeinsam mit Lorenz Maroldt die Chefredaktion inne, bis 2024 war er einer der Herausgeber des Blatts.