Stuttgart

Startschuss für die Jewrovision

DJ Levinsky auf der Bühne der Jewrovision in Stuttgart Foto: Jan Feldmann

Die Halle ist voll, die Stimmung euphorisch: In Stuttgart hat der jüdische Tanz- und Gesangswettbewerb »Jewrovision« angefangen. Den ganzen Tag über werden 13 Teams jüdischer Jugendzentren aus ganz Deutschland in einer Halle der Stuttgarter Messe auftreten. Am Abend werden die Sieger gekürt. Für einen besonderen Auftritt wird der israelische Superstar Noa Kirel erwartet.

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Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, verwies in seiner Eröffnungsrede darauf, dass »die vergangenen Monate nicht leicht« für die jüdischen Jugendlichen gewesen seien. Der Hass auf Juden habe in Deutschland zugenommen. »Wir verstecken uns aber nicht. Im Gegenteil: Heute drehen wir die Musik richtig laut auf.«

Der Oberbürgermeister Stuttgarts, Frank Nopper, hieß die Teilnehmer herzlich in der Stadt willkommen. In Stuttgart ereigne sich heute »etwas noch viel Wichtigeres und Großartigeres« als in Wien, wo morgen das Finale des Eurovision Song Contest stattfindet, sagte der CDU-Politiker. Die Jewrovision sei »ein großes Fest der Freundschaft, der Gemeinschaft und der Hoffnung«.

»Ihr zeigt selbstbewusst, wer ihr seid, was ihr könnt, was euch wichtig ist.«

cem özdemir, ministerpräsident von baden-württemberg

Familienministerin Karin Prien (CDU) war mit einer Videobotschaft in Stuttgart präsent. Die Jewrovision zeige, dass jüdische Leben »ein unverzichtbarer Teil Deutschlands ist«, so Prien, die selbst einen jüdischen Familienhintergrund hat. Von dem Musikwettbewerb gehe ein Signal aus, sagte die Politikerin: »Wir stehen zusammen und ziehen uns nicht zurück.«

Auch der frischgewählte Ministerpräsident Baden-Württembergs, Cem Özdemir (Grüne), schickte ein Video zur Jewrovision: Im »Ländle« sei man »mächtig stolz«, dass der Wettbewerb in der Hauptstadt des Bundeslandes stattfinde. An die Teilnehmer gerichtet sagte Özdemir: »Ihr zeigt selbstbewusst, wer ihr seid, was ihr könnt, was euch wichtig ist.«

Größter jüdischer Musikwettbewerb Deutschlands

Der Zentralrat richtet die Jewrovision aus. Nach seinen Angaben handelt es sich um den größten jüdischen Gesangs- und Tanzwettbewerb Deutschlands und Europas. Dieser orientiert sich an der »großen Schwester« Eurovision Song Contest (ESC). Der ESC findet parallel in Wien statt, das Finale geht dort am Samstag über die Bühne.

Folgende Teams treten heute in Stuttgart auf: Amichai Frankfurt, Chai Hannover, Chasak Hamburg & Atid Bremen, Chaverim Leipzig, Emet Nürnberg feat. Am Echad Bayern, Emnua Dortmund, Halev Stuttgart, Jachad Köln & Kavanah Aachen, JuJuBa, Kadima Düsseldorf, Neschama München, Olam Berlin und We.Zair Westfalia.

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Im vergangenen Jahr traten 14 Jugendgruppen an. Gewonnen hat eine gemeinsame Gruppe der Jugendzentren Jachad Köln und Kavanah Aachen. Den Preis für das beste Video bekam das Jugendzentrum Chesed Gelsenkirchen. (mit kna)

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