Kino

Preise des 32. Jüdischen Filmfestivals Berlin Brandenburg vergeben

Die Preisverleihung fand in der Vertretung des Landes Brandenburg beim Bund in Berlin statt. Foto: picture alliance / Joko

Beim 32. Jüdischen Filmfestival Berlin Brandenburg (JFBB) ist am Freitagabend die israelische Produktion »Book of Ruth« von Esty Shushan als bester Spielfilm ausgezeichnet worden. Der Preis für den besten Dokumentarfilm ging an die ungarische Produktion »Reward for the Rain« von Barbara Bernath, wie die Festivalleitung mitteilte.

Die nach der Berliner Kinolegende Gershon Klein (1920-1999) benannten Auszeichnungen sind mit jeweils 3.000 Euro dotiert. Im Spielfilmwettbewerb traten elf Produktionen gegeneinander an, im Dokumentarfilmwettbewerb neun.

Die Jury würdigte »Book of Ruth« als eindringliche, bewusst ungeschönte Auseinandersetzung mit Glauben, Intimität und Verlust. »Er ist kein leichter Film und will es auch nicht sein,« sagte die Jury.

Der Film erzählt von Ruth und ihrem Mann Shmuel, die nach dem Tod ihres kleinen Sohnes in ihrer ultraorthodoxen Gemeinde nach einem Weg suchen, mit dem Unfassbaren weiterzuleben. Während Shmuel sich zunehmend in eine gottesfürchtige, patriarchale Ordnung flüchtet, beginnt Ruth zu zweifeln und sucht nach eigenen Antworten.

Sensibles Porträt

Der preisgekrönte Dokumentarfilm »Reward for the Rain« begleitet die Holocaust-Überlebende Eva Fáhidi, die sich im hohen Alter noch einmal ihrer Vergangenheit stellt und für einen VR-Film die Geschichte der ungarischen Juden und Jüdinnen für jüngere Generationen festhält. Die Jury sprach von einem »sensiblen und zugleich kraftvollen Porträt, das sich einer tiefen historischen Wunde nähert und dabei Humor, Hoffnung und Lebensfreude bewahrt«.

Lesen Sie auch

Eine »Special Mention« erhielt »Where to?« des israelischen Regisseurs Assaf Machnes. In dem Spielfilm geht es um einen palästinensischstämmigen Taxifahrer und einen jungen israelischen Fahrgast in Berlin. Der Film zeige »wie Empathie die Welt, in der wir leben, verändern kann«, so die Jury.

Das am Dienstag eröffnete Filmfestival präsentiert noch bis Sonntag 60 Filme aus 22 Ländern zu jüdischer Geschichte und Gegenwart. epd/ja

»Tage des Exils«

Zirkuskunst, Klezmer und Theater: »Tsirk Dobranotch« kommt nach Frankfurt

Ein außergewöhnliches Zusammenspiel aus Zirkuskunst, jiddischem Theater und Klezmermusik erwartet Besucher im August

 26.06.2026

Aufgegabelt

Sommerfrisch: Melone und Gurke auf Labneh

Rezepte und Leckeres

 26.06.2026

Dresden/Gohrisch

Sächsische Schostakowitsch Tage eröffnet

Das Festival widmet sich bis Sonntag jüdischen Einflüssen auf das Werk des russischen Komponisten

 26.06.2026

Bachmannpreis

250 Mal A und ein Abgang

Die Autorin Slata Roschal las aus ihrem Text »Es ist die Leichtigkeit, die den Herrn am Tisch von der Putzfrau unterscheidet«, aber diskutiert wurde über etwas ganz anderes

von Katrin Richter  26.06.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Katrin Richter, Imanuel Marcus  25.06.2026

Essay

Licht und Schatten

Unser Autor hat vor 38 Jahren die Videoskulptur »Menora/Inventur« geschaffen. Warum sein Kunstwerk demnächst in Prag zu sehen ist – nicht aber in einer Ausstellung in Karlsruhe

von Michael Bielický  25.06.2026

Kulturkolumne

Jenseits der Schlagzeilen – mit Davidstern in der U8

Wie mein Anhänger und ich in der berüchtigten Berliner U-Bahn-Linie auf dem Weg zur Arbeit ignoriert wurden

von Ayala Goldmann  25.06.2026

Welttournee

Ein Jahr nach seinem Tod: Lalo Schifrins letztes Werk geht auf Welttournee

In Erfüllung von Schifrins letztem Wunsch bringt der Komponist und Pianist Rod Schejtman eine Welttournee auf den Weg. Auch im deutschsprachigen Raum soll die Sinfonie »Long Live Freedom« live erklingen

 25.06.2026

Zwickau

Ausstellung zu jüdischen Lebensgeschichten

Im Jahr 2022 ist in Zwickau eine alte Torarolle wiederentdeckt worden. Die Schrift der früheren jüdischen Ortsgemeinde bildet nun das Herzstück einer Ausstellung

 24.06.2026