Abschied

Musiker betrauern Clive Davis

Barry Manilow und Carly Simon mit Clive Davis im Jahr 2016 Foto: picture alliance/AP Photo

Jüdische Star-Musiker in den USA haben den Tod von Clive Davis in öffentlichen Stellungnahmen betrauert. Der legendäre Produzent, der ebenfalls Jude war und neben Whitney Houston zahlreiche weitere namhafte Künstler entdeckte und produzierte, war am Montag im Alter von 94 Jahren gestorben.

»Mein Herz ist schwer angesichts des Verlusts meines Freundes Clive Davis«, schrieb der Sänger und Komponist Barry Manilow. »Fünfzig Jahre lang haben wir zusammengearbeitet, gemeinsam etwas geschaffen, uns gestritten und zusammen gefeiert.«

»Ja, manche würden sagen, es sei ums Geschäft gegangen. Doch für Clive war es das nie«, so Manilow. »Wir waren wie eine Familie. Und ich fühlte mich geehrt, ein Teil davon zu sein. Danke, Clive. Ich wünschte, wir könnten das alles noch einmal erleben.«

»Ruhe in Frieden«

Die Sängerin und Songschreiberin Carole King betrauerte den Produzenten ebenfalls: »Ruhe in Frieden, Clive Davis. Ich erinnere mich an seine unverblümte Offenheit.« Manchmal habe er gesagt: »Das ist ein wirklich guter Song, aber ich sehe darin keine Hit-Single.« Carole King ergänzte: »Wir hörten das oft von Clive, und man kann mit Fug und Recht behaupten, dass auch andere Songwriter meiner Zeit, die zahlreiche Hits schrieben, diesen Satz zu hören bekamen.«

Doch seine Absagen hätten viele Künstler zu besseren Songwritern gemacht – so wie Stahl im Feuer gehärtet werde. »Clives Karriere ist zudem reich an Beispielen dafür, dass er sehr wohl erkannte, wann er tatsächlich eine Hit-Single vor sich hatte. Danke für deine zahlreichen Beiträge zur Popmusik«, schrieb King.

Der Sänger, Pianist und Komponist Billy Joel gehört ebenfalls zu denjenigen, die von dem Ausnahme-Produzenten unterstützt wurden. »Clive Davis überzeugte mich vor vielen Jahren, bei Columbia Records zu unterschreiben. Er erkannte das Talent großartiger Musiker und verstand die Kraft zeitgenössischer Musik«, so Joel. »Ich werde Clive immer dankbar dafür sein, dass er die entscheidende Bedeutung des Songwritings erkannte.«

Weitsicht und Unterstützung

Auch Joels und Manilows Kollegin Barbra Streisand erinnerte sich an Kooperationen: »In den frühen 1970er Jahren befand sich die Welt im Wandel – gesellschaftlich, politisch und natürlich auch musikalisch«, erklärte sie. »Als Chef von Columbia Records erkannte Clive diese Veränderungen und ermutigte mich, gemeinsam mit dem Produzenten Richard Perry ein Album mit Songs zeitgenössischer Komponisten wie Joni Mitchell, Randy Newman, Laura Nyro und Gordon Lightfoot aufzunehmen.«

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»Das Album Stoney End öffnete mir neue Türen«, so Streisand auf ihren Social-Media-Kanälen. »Ich bin Clive für seine Weitsicht und seine Unterstützung auf ewig dankbar. Möge er in Frieden und Harmonie ruhen!«

Der Pianist, Komponist und Bandleader Paul Shaffer hielt seinen Kommentar zum Ableben von Clive Davis kurz: »Clive, hörst Du da oben Hits?« Shaffer war der musikalische Direktor der »Late Show« mit David Letterman.

Erde, Wind und Feuer

Auch nicht-jüdische Künstler und Bands zollten Clive Davis Respekt, nachdem sich die Nachricht über seinen Tod verbreitet hatte. Die Jazz-Funk- und Soul-Formation Earth, Wind & Fire erklärte: »Seit mehr als einem halben Jahrhundert werden die allerhöchsten Superlative bemüht, um den unvergleichlichen Clive Davis zu würdigen. Ohne Clive gäbe es Earth, Wind & Fire womöglich gar nicht – zumindest nicht so, wie unsere Geschichte verlaufen ist.«

»Wir sind ihm für die Rolle, die er in unserem Leben gespielt hat, auf ewig dankbar«, so die Gruppe, die seit dem Tod ihres Gründers Maurice White von seinem Bruder Verdine White, dem Sänger Philip Bailey und dem Percussionisten Ralph Johnson geleitet wird. »Wir werden unseren Freund schmerzlich vermissen. Ein Gentleman mit Stil. Ein Genie. Ein Gigant. Der großartige Clive Davis. Liebe und Gebete gelten seiner Familie.«

Carlos Santana, der mexikanisch-amerikanische Gitarrist und Gründer der Band Santana, schrieb, Davis sei ein Visionär gewesen. »Er konnte das Ungreifbare hören, noch bevor es für andere sichtbar wurde. Er glaubte von Anfang an an Santana, und Jahre später glaubte er erneut an uns. Ein solches Vertrauen ist ein wunderbarer Segen, für den ich immer dankbar sein werde.«

Die Sängerin und Songwriterin Alicia Keys verabschiedete sich vom Produzenten Davis, indem sie schrieb: »Er hat von Anfang an an mich geglaubt – als ich gerade einmal 18 Jahre alt war und nur wenige erahnten, wozu ich fähig war! Clive Davis hat mein Leben für immer verändert.«

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