Los Angeles/New York

Hitler-, Grusel- und Helden-Parodien: Mel Brooks wird 100

Mel Brooks bei der Premiere von »Mel Brooks: The 99 Year Old Man!« am 20. Januar 2026 in Los Angeles Foto: picture alliance / Richard Shotwell/Invision/AP

Vampire, Cowboys, Außerirdische oder Nazis - vor dem Parodiemeister Mel Brooks ist niemand sicher. Auch mit 100 Jahren bringt der Schöpfer von Kultfilmen wie »Frühling für Hitler« und »Der wilde wilde Westen« noch zum Lachen. Gut zwei Monate vor seinem runden Jubiläum verriet Brooks in einem witzigen Video den Titel für die Fortsetzung der Hit-Komödie »Spaceballs« (1987). »Spaceballs: The New One« sei genau wie der alte Film - »aber er ist Neuer«.

Brooks ist als Produzent und in seiner früheren Rolle als die weise Alien-Figur »Yogurt« dabei. Bei dem Originalfilm hatte er auch Regie geführt. »Spaceballs«, eine witzige Abrechnung mit dem Science-Fiction-Genre, nahm damals Filme wie »Star Wars« und »Star Trek« auf die Schippe. Die Fortsetzung unter der Regie von Josh Greenbaum soll im April 2027 ins Kino kommen.

Auf der Plattform X stellte sich Brooks als »Autor, Regisseur, Schauspieler, Produzent und gescheiterter Milchbauer« vor. Im April 2013 war er dem Kurznachrichtendienst beigetreten, da war das Komiker-Multitalent immerhin schon 86 Jahre alt.

Hohe Auszeichnung

2024 jettete er zur Vergabe der Ehren-Oscars nach Los Angeles. Bei der »Governors Awards«-Gala nahm der damals 97 Jahre alte Komiker die hohe Auszeichnung für sein Lebenswerk entgegen. Ein Jahr zuvor mischte er in einer Gastrolle in der Mystery-Comedy-Serie »Only Murders in the Building« mit.

Im Juli 2018, kurz nach seinem 92. Geburtstag, reiste Brooks nach London, um dort seine über 40 Jahre alte Westernkomödie »Der wilde wilde Westen« (1974, auch »Is’ was, Sheriff?«, Original: »Blazing Saddles«) zu präsentieren. Die Cowboy-Satire um einen schwarzen Sheriff im Wilden Westen mit Gene Wilder als Revolverheld zählt zu Hollywoods frechsten Slapstick-Streifen.

»Ich wurde geboren, um Menschen zum Lachen zu bringen, also tue ich das«, sagt Brooks in der zweiteiligen Dokumentation »Mel Brooks: The 99 Year Old Man!«, die im Januar auf HBO Max Premiere feierte. Der in Brooklyn geborene Melvin Kaminsky, Sohn jüdischer Einwanderer aus Danzig und Kiew, war früh für seinen schrägen Humor bekannt.

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Absurd-klamaukiges Regiedebüt

Sein absurd-klamaukiges Regiedebüt »The Producers« (1968, »Frühling für Hitler«) um Nazis, Show-Girls und Broadway-Produzenten brachte ihm einen Oscar für das beste Drehbuch ein. 2001 kam »The Producers« als Broadway-Musical auf die Bühne. Dort wurde die mit zwölf Tony-Trophäen ausgezeichnete Hitler-Parodie zur Sensation. 2009 feierte der schrille Nazi-Ulk in Berlin die Deutschlandpremiere.

Denken Sie, dass das deutsche Publikum über »The Producers« lachen
kann? - wurde Brooks damals im dpa-Interview gefragt. Seine Antwort: »Auf jeden Fall. Diejenigen, die das Theater lieben und die Unterhaltung, sind die Deutschen, die ich mag. Mein Vater war ja auch Deutscher und er war ein sehr lustiger Kerl. Ich denke, er hätte das Musical gemocht. Leider habe ich ihn nie kennengelernt, denn er starb, als ich zwei Jahre alt war. Wenn man etwas Wichtiges zu sagen hat, dann sollte man es mit ganz viel Humor sagen. Ich will mich ja nicht auf eine Seifenkiste stellen und predigen.«

Alleskönner Brooks gewann im Laufe seiner Karriere auch noch Emmys und Grammys dazu und schaffte es damit in die erlauchte Gruppe von EGOT-Künstlern, die in allen vier Sparten - Fernsehen (Emmy), Musik (Grammy), Film (Oscar) und Theater (Tony) - mit dem jeweils höchsten Preis der Branche ausgezeichnet wurden.

Sternen-Ehre in Hollywood

Nichts war vor Brooks sicher. Mit »Frankenstein Junior« (1974) verulkte er Horrorfilme. Mit dem Klamaukstreifen »Robin Hood - Helden in Strumpfhosen« parodierte er 1993 Kevin Costners Heldenepos »Robin Hood - König der Diebe«. Für die Vampirfilm-Parodie »Dracula – Tot aber glücklich« (1995) trat Leslie Nielsen als Vampirfürst vor die Kamera.

Gleich drei von Brooks Filmen schafften es auf die Liste des renommierten American Film Institute der 100 witzigsten US-Komödien aller Zeiten: »Der wilde wilde Westen«, »Frühling für Hitler« und »Frankenstein Junior«.

2010 wurde Brooks auf dem »Hollywood Walk of Fame« mit einem Stern verewigt. Zu der Zeremonie auf dem berühmten Bürgersteig brachte der vierfache Vater seinen Sohn Max, ebenfalls ein Drehbuchschreiber (»World War Z«), aus seiner langjährigen Ehe mit der Schauspielerin Anne Bancroft (»Die Reifeprüfung«) mit. Mit der Oscar-Gewinnerin war Brooks von 1964 bis zu ihrem Krebstod im Jahr 2005 verheiratet.

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