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»Ladies First«

Darauf eine Minigurke

Autsch, das tut weh. Damien Sachs knallt mit dem Kopf auf den Boden, nachdem er gegen einen Laternenpfahl gerannt ist. Und warum ist der männlichste aller Männer dagegen gerannt? Weil er einer Frau hinterher gesehen hat. Hmm, bad luck? Oder Karma? Gründe gäbe es genug, denn wie heißt es im Trailer über Damien: »He’s an asshole«.

Jedenfalls da liegt er nun, der erfolgreiche Bald-Chef der Werbeagentur »Atlas« im Herzen von London. Auf seinen Schultern die ganze Last und Verantwortung eines Mannes in einer Führungsposition. 

So schnell kann es gehen: »... and the he was a she«

Aber erst einmal wird es dunkel, im Hintergrund läuft Lou Reeds »Walk on the Wild Side«, und wenn Damien Sachs geahnt hätte, dass »and then he was a she«, ein Halbsatz aus dem Song, nach dem Aufschlagen der Augen wahr werden würde, dann wäre er bestimmt nicht seiner Kollegin Alex mit einem »Frauen sind viel zu emotional«-Rant hinterhergelaufen. Er hätte sie auch sicher vorher nicht gefragt, ob sie ihre Tage hat, wär ihr im Meeting nicht über den Mund gefahren und hätte nicht das »als Mann habe ich es doppelt schwer«-Geweine angefangen. 

Denn nun ist alles anders: Alex ist seine Chefin, überhaupt alle Frauen in der Agentur sind plötzlich auf den Posten, die Männer vor ihnen hatten – und  reißen die gleichen blöden Sprüche, nur andersherum. Als wäre das nicht genug: Burger King ist Burger Queen, Don Quichote ist Dona Quichote, Damiens Kühlschrank ist voller Gemüse und Magerjoghurt und in seiner Wohnung ist – jetzt ganz stark sein – eine Katze. 

Verkehrte Welt bei Ladies First, einem neuen Film bei Netflix mit Sacha Baron Cohen (Damien Sachs) und Rosamunde Pike (Alex Fox). Frauen tragen Anzüge und Verantwortung, Männer Strickjacken und »Testicle Bras« (das müssen Sie schon selbst sehen).

Der Film von Thea Sharrock ist ein Remake des französischen Films Je ne suis pas un homme facile von 2018 und spielt mit allen Klischees von Männern und Frauen, dreht sie um, nimmt sie aufs Korn und serviert sie trotzdem mit einem bitteren Geschmack von »Das hat fast jede Frau ansatzweise schon einmal erlebt« als kurzweilige Komödie mit Happy End. 

Ein »Testicle Bra« ist der letzte Schrei unter Männern

Aber bis es dazu kommt, bis Damien aus der Schleife, dass Frauen ihm nun hinterherpfeifen, dass er auf die Linie achten muss, dass seine Qualitäten per se infrage gestellt werden, herauskommt und den Moment der Erkenntnis hat, bis dahin dauert es. Mitunter wird es auch schmerzhaft.

Aber eins bleibt es, trotz ein paar zotigen Längen zum Ende hin: lustig. Besonders die Details im Film sind urkomisch, manchmal aber leider allzu wahr: Weiße Bademäntel auf Hotelzimmern, »kleine Gefallen« gegen Karriere-Boost – alles schon mal gelesen, gehört und nicht vergessen.

Baron Cohen und Pike funktionieren gut miteinander und auch die Nebenrollen wie Fiona Shaw als alte lüsterne Chefin Felicity, Weruche Opia als Ruby, die zur Beförderung gern mal Minigurken anbietet und Richard E. Grant als orakelnder Mann im abgewetzten grauen Mantel sind sehr originell. 

Wer den Film zu ernst nimmt, der ist selbst schuld, wer ihn als reine an den Haaren herbei gezogene Komödie abtut, der lebt wohl auf dem Mars. Die Moral: Einfach mal den Persepktivwechsel wagen und sich fragen, wie es für das andere Geschlecht so ist. Klingt doch verständlich, oder? Ach, es könnte alles so einfach sein – und das Schönste: Kein Mann müsste deswegen erst auf den Kopf fallen. 

Programm

Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 29. Oktober bis zum 4. November

 28.10.2026

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Nach fünf Monaten Probebetrieb wird das neu gestaltete Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg am kommenden Mittwoch feierlich eröffnet. Im Zentrum des Ausstellungskonzepts stehen Barrierearmut und ein multimediales Angebot

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Jüdische Übersetzer haben nicht nur zwischen den Sprachen vermittelt, sondern dabei auch eigene Denkformen geprägt

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Eine Ausstellung in Hamburg vereint rund 100 Gemälde, Grafiken und Skulpturen aus 15 jüdischen Sammlungen und erinnert an den Kunstraub der Nationalsozialisten

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Wiener Blut

Ulrike Ottinger lädt in der Horrorkomödie »Die Blutgräfin« zum morbiden Vampirvergnügen und schwelgt in opulenten Bildern. Isabelle Huppert geht perfekt gestylt auf Beutezug

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Nachruf

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Seine Rolle als Pavel Chekov hatte eine humoristische Funktion. Der Charakter sollte jüngere Zuschauer ansprechen

 27.10.2026

Glosse

Der Rest der Welt

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50 Jahre Kiss in Deutschland: Doro Pesch feiert ihre Helden

Wegen Kiss fing Doro Pesch mit der Musik an. Später wurde der jüdische Bassist, Sänger und Bandleader Gene Simmons ihr Mentor. Seither ist ein halbes Jahrhundert vergangen

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