Hessen

Antisemitismusbeauftragter kritisiert Berufung von Maha El Hissy in Jury des Deutschen Buchpreises

Der Antisemitismusbeauftragte des Landes Hessen, Uwe Becker, empfiehlt der Akademie Deutscher Buchpreis, die Berufung des Jurymitglieds Maha El Hissy zurückzunehmen. Die Literaturkritikerin sei »eine Multiplikatorin israelfeindlicher Stereotype« und ihre Aufnahme in die Jury zum Deutschen Buchpreis 2026 »ein falsches Signal in schwieriger Zeit«, sagte Becker laut einer Pressemitteilung am Freitag.

»Positionen, wie sie von Maha El Hissy öffentlich verbreitet werden, sind Teil der fatalen Entwicklung in Deutschland und Europa, wo jüdisches Leben inzwischen so bedroht ist wie noch nie seit der Shoah«, so der hessische Antisemitismusbeauftragte. »Daher empfehle ich der Akademie Deutscher Buchpreis die Rücknahme dieser Berufung.«

Laut Becker überschreite El Hissy die Grenze zwischen legitimierter Kritik an Israel und der Verbreitung anti-israelischen Hasses. »Wer so grundhaft wie Maha El Hissy israelfeindliche Stereotype vom Siedlerkolonialismus über Apartheid und ethnische Säuberung bis zum angeblichen Völkermord verbreitet, der trägt zur Vergiftung des gesellschaftlichen Klimas in Deutschland und zum Anwachsen des israelbezogenen Antisemitismus bei.«

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Zuvor hatte bereits der Vorsitzende des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden in Hessen, Daniel Neumann, die Berufung El Hissys in die Jury des Deutschen Buchpreises kritisiert und sich dabei insbesondere auf die Essayreihe »Literature of Unsettlement« der Literaturkritikerin bezogen. Darin erscheine »Israel ausschließlich als Täter«, so Neumann, der die Essays als »literarisch verpackten Antizionismus« und »poetischen Israelhass« bezeichnete.

Die Akademie des Deutschen Buchpreises ernennt jedes Jahr die Jury für den Deutschen Buchpreis und ist eine Gründung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, der seinen Sitz in Frankfurt am Main hat. Mit dem renommierten Deutschen Buchpreis wird jedes Jahr der beste deutschsprachige Roman ausgezeichnet. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert. ja

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