London

Messerangriff auf Juden: Steckt erneut der Iran hinter der Tat?

Im Londoner Norden hat am Mittwochvormittag gegen 11.15 Uhr ein Mann mit einem Messer auf zwei jüdische Passanten eingestochen. Das teilte der Sicherheitsdienst Shomrim am Mittag auf der Plattform X mit. Einer der Männer sei vor einem Geschäft, der zweite in einer Seitenstraße vor einer Synagoge angegriffen worden. Im Stadtteil Golders Green leben viele orthodoxe Juden.

Auf den Aufnahmen von Überwachungskameras ist zu sehen, wie sich der Messerstecher einem seiner Opfer an einer Bushaltestelle nähert und dann mehrfach versucht, auf ihn einzustechen.

Der Täter wurde anschließend von Shomrim-Sicherheitsleuten festgehalten, bis die Polizei eintraf. Da er zunächst versucht habe, auf die Beamten einzustechen, sei er mit einem Taser außer Gefecht gesetzt und anschließend in Gewahrsam genommen worden.

Laut BBC ist der Mann 45 Jahre alt. Seine Herkunft und sein Hintergrund werde noch überprüft. Die beiden Opfer sind über 70 beziehungsweise über 30 Jahre alt, wie die Polizei mitteilte. Eine dritte Person musste Medienberichten zufolge ebenfalls ärztlich versorgt werden.

Die beiden Opfer des Attentäters seien schwer verletzt und würden ärztlich versorgt, erklärte der Sicherheitsdienst. Die Londoner Polizei teilte mit, sie seien in einem stabilen Zustand.

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Ein Sprecher des Community Security Trust (CST) dankte Shomrim, der Hilfsorganisation Hatzola und der Londoner Polizei für die schnelle Reaktion. »Wir arbeiten eng mit der Polizei zusammen und bitten jeden, der Informationen hat, sich umgehend an die Polizei und das CST zu wenden.«

Auch Premierminister Keir Starmer meldete sich zu Wort. »Der antisemitische Angriff in Golders Green ist absolut empörend. Angriffe auf unsere jüdische Gemeinde sind Angriffe auf Großbritannien«, schrieb er auf X.

Der britische Oberrabbiner Ephraim Mirvis erklärte auf derselben Plattform: »Worte der Verurteilung reichen nicht mehr aus. Jetzt ist der Moment, in dem jede Institution, jede Gemeinschaft, jede Führungspersönlichkeit und jeder anständige Mensch in unserem Land entschlossen handeln muss. Das ist ein Hass, dem wir uns gemeinsam entgegenstellen müssen.«

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Ende März wurden ganz in der Nähe des heutigen Tatorts vier Hatzola-Krankenwagen in Brand gesteckt. Wenig später kam es zu weiteren Angriffen auf jüdische Einrichtungen in der britischen Hauptstadt, bei denen aber keine Menschen zu Schaden kamen.

Wegen des Brandanschlags auf die Ambulanzen am 23. März, bei dem ein Sachschaden von rund 1 Million Pfund entstand, wurden zwischenzeitlich drei Männer und ein Jugendlicher verhaftet und in Untersuchungshaft genommen.

Tatort im Stadtteil Golders GreenFoto: picture alliance / REUTERS

Die schiitische Gruppe Harakat Ashab al-Yamin al-Islamia (HAYI) hatte zuvor mehrere Angriffe für sich reklamiert. Es wird vermutet, dass es sich bei HAYI um eine Frontorganisation der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) des Iran handelt. Auch für den Messerangriff in London soll es ersten, noch nicht bestätigten Berichten zufolge bereits ein Bekenntnis von HAYI geben.

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Der Terrorismusexperte Philip Smyth schrieb auf X: »Propagandaorgane der ‚Harakat Ashab al-Yamin al-Islamia‘, einer vom Iran gesteuerten Strohmann-Organisation, bekennen sich zu dem Anschlag.«

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