London

Festnahmen nach neuem Brandanschlag auf Synagoge in London

Auch auf die Kenton United Synagogue in London wurde ein Brandanschlag verübt. Foto: picture alliance / Photoshot

Nach dem jüngsten Brandanschlag auf eine Synagoge in London hat die Polizei zwei Verdächtige festgenommen. Es handelt sich um einen 19-jährigen Mann und einen 17 Jahre alten Jugendlichen, wie die Metropolitan Police mitteilte. Die Polizei schließt nicht aus, dass diese und andere Taten in den vergangenen Wochen von der iranischen Regierung in Auftrag gegeben wurden. 

Die beiden Festgenommenen werden verdächtigt, in der Nacht zum Sonntag einen Molotow-Cocktail durch die Fensterscheibe der Kenton United Synagogue im Nordwesten Londons geworfen zu haben. Streifenpolizisten waren auf den Schaden an dem Fenster und Rauchentwicklung aufmerksam geworden. Verletzte gab es nicht.

Es war der Polizei zufolge der fünfte Angriff auf eine jüdische Einrichtung. Die Taten werden als antisemitische Hasskriminalität eingestuft. Auch der Standort eines oppositionellen iranischen TV-Senders wurde zum Ziel einer Attacke. Insgesamt seien 15 Menschen im Zusammenhang mit den Taten festgenommen worden, sagte ein Polizeisprecher laut PA.

Beauftragt Teheran Kriminelle mit den Taten?

Scotland Yard geht inzwischen davon aus, dass die Taten miteinander in Verbindung stehen und hält es für möglich, dass sie von der iranischen Regierung in Auftrag gegeben wurden. 

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Teheran nutze regelmäßig Kriminelle als Stellvertreter, sagte Deputy Assistant Commissioner Vicki Evans von der Anti-Terror-Einheit der britischen Polizei einer Erklärung zufolge. Sie fügte hinzu: »Wir prüfen, ob diese Taktik hier in London angewandt wird – die Rekrutierung von Gewalt als Dienstleistung.« 

Die meisten Vorfälle habe eine Gruppe namens Harakat Ashab al-Jamin al-Islamia für sich reklamiert, so die Ermittler. Die Ausführung könnten jedoch Kriminelle ohne ideologische Motivation gegen Geld übernommen haben. 

Krankenwagen in Brand gesetzt

»An jeden, der auch nur darüber nachdenkt, sich daran zu beteiligen – meine Botschaft an dich wäre: Das Risiko ist hoch und es ist die geringe Gegenleistung absolut nicht wert«, sagte Evans der Erklärung zufolge.

Erst vor wenigen Wochen waren vier Krankenwagen der jüdischen Gemeinde in dem Londoner Vorort Golders Green bei einem Brandanschlag zerstört worden. Mehrere Verdächtige wurden angeklagt.

In der Nacht zum Mittwoch sollen zwei Verdächtige unter anderem Molotow-Cocktails auf eine Synagoge im Stadtteil Finchley geworfen haben. Die Brandsätze entzündeten sich aber nicht. Die Polizei nahm einen Mann und eine Frau fest. Am Freitag kam es an einem früher von der jüdischen Gemeinde genutzten Gebäude im Stadtteil Hendon zu einem versuchten Brandanschlag. dpa

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