Europa

Ist die Terrorgruppe HAYI für Angriffe auf mehrere Synagogen verantwortlich?

In Brüssel wird die Große Synagoge Europas von belgischen Soldaten bewacht. Foto: picture alliance / BELGA

Nach einer Serie antisemitischer Angriffe in mehreren europäischen Ländern ist eine bislang weitgehend unbekannte Gruppierung in den Fokus der Sicherheitsbehörden geraten. Wie die Jewish Telegraphic Agency (JTA) berichtet, reklamiert eine Organisation mit dem Namen »Harakat Ashab al-Yamin al-Islamiya« (HAYI) mehrere Taten für sich – doch ihre tatsächliche Existenz bleibt umstritten.

Festnahmen in Antwerpen

Auslöser der jüngsten Ermittlungen ist ein Brandanschlag im jüdischen Viertel von Antwerpen. Nach Angaben der belgischen Justiz wurden zwei Minderjährige kurz nach der Tat festgenommen. Sie sollen ein Fahrzeug in Brand gesetzt haben, was als antisemitisch motivierter Angriff gewertet wird.

Parallel dazu prüfen die Behörden ein im Internet verbreitetes Video, in dem sich HAYI zu der Tat bekennt. Die Gruppe war zuvor bereits mit ähnlichen Bekennerschreiben in Erscheinung getreten.

Serie von Vorfällen

Nach Recherchen der JTA beansprucht HAYI eine Reihe weiterer Angriffe für sich. Dazu zählen unter anderem ein Brandanschlag auf eine Synagoge im belgischen Lüttich, Vorfälle an jüdischen Einrichtungen in den Niederlanden sowie Brandstiftung bei einem jüdischen Rettungsdienst in London.

Auffällig ist, dass es bei den Taten bislang keine Verletzten gab. Zudem wurden in mehreren Fällen junge Tatverdächtige festgenommen, häufig Jugendliche oder junge Erwachsene.

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Sicherheitsexperten sehen die Entwicklung mit Skepsis. Bislang gibt es kaum gesicherte Erkenntnisse über Struktur oder Hintermänner der Gruppe. Einige Analysten halten es für möglich, dass pro-iranische Netzwerke hinter den Aktionen stehen oder zumindest versuchen, diese für sich zu instrumentalisieren.

Widersprüchliche Darstellungen

Andere Hinweise sprechen jedoch gegen eine klar organisierte Terrorstruktur. So verweisen Fachleute auf Ungereimtheiten in den Veröffentlichungen der Gruppe, etwa fehlerhafte Schreibweisen oder widersprüchliche Darstellungen angeblicher Anschläge.

In einem verbreiteten Video ruft die Gruppe laut JTA dazu auf, sich »sofort von allen amerikanischen und zionistischen Interessen, Einrichtungen und allem, was mit ihnen verbunden ist, zu distanzieren«. Zudem heißt es in einer weiteren Botschaft: »Wir werden weiterhin US-amerikanische und israelische Interessen weltweit bedrohen, bis wir jedes Kind in Gaza, Iran, Libanon und den Widerstandsnationen gerächt haben.«

Gleichzeitig bestehen Zweifel an einzelnen angeblichen Anschlägen. So gibt es etwa keine bestätigten Hinweise auf eine von HAYI behauptete Attacke in Griechenland. Experten schließen daher nicht aus, dass zumindest ein Teil der Inhalte gezielte Desinformation ist. im

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