Kanada

Festnahme nach Schüssen auf Synagogen im Raum Toronto

Die Synagoge Beth Avraham Yoseph of Toronto nach dem Anschlag am 21. märz Foto: picture alliance / NurPhoto

Nach den Schüssen auf zwei Synagogen im Großraum Toronto haben die kanadischen Behörden einen Tatverdächtigen festgenommen. Wie die Polizei von Toronto und die Regionalpolizei York mitteilten, wurde ein 18-Jähriger ohne festen Wohnsitz im Zusammenhang mit den Vorfällen angeklagt. Auch die Publikation »The Canadian Jewish News« berichtete.

Dem jungen Mann werden insgesamt sieben Delikte im Zusammenhang mit Schusswaffen vorgeworfen. Dazu zählen unter anderem zweimaliges Abfeuern einer Waffe auf ein Gebäude sowie unerlaubter Waffenbesitz. Da der Verdächtige zum Zeitpunkt der Taten noch 17 Jahre alt gewesen sein soll, veröffentlichten die Behörden seinen Namen nicht.

Die beiden Angriffe ereigneten sich in der Nacht vom 6. auf den 7. März. Zunächst wurden Schüsse auf die Synagoge Beth Avraham Yoseph of Toronto in Thornhill abgegeben, später dann auf die Shaarei-Shomayim-Synagoge in Toronto. Verletzt wurde niemand. Nach Polizeiangaben befanden sich jedoch während des ersten Angriffs zwei Personen im Gebäude, die dort gerade Reinigungsarbeiten erledigten.

Lesen Sie auch

An den Ermittlungen waren dem Bericht nach mehrere Spezialeinheiten beteiligt, darunter die Waffen- und Gang-Einheit der Polizei von Toronto, eine neu geschaffene Anti-Terror-Sicherheitsabteilung einschließlich der Hate-Crime-Einheit sowie Ermittler der Regionalpolizei York.

Die Vorfälle stehen im Zusammenhang mit einer Serie antisemitischer Angriffe und Einschüchterungen, die die jüdische Gemeinschaft Nord-Amerikas seit Monaten beschäftigen. Bereits Anfang März war auf die Synagoge Temple Emanu-El im Stadtteil North York geschossen worden. In diesem Fall gibt es bislang weder Festnahmen noch identifizierte Verdächtige.

Anfang April wurde zudem das jüdische Restaurant »Old Avenue« in North York Ziel eines bewaffneten Angriffs. Wenige Tage später nahm die Polizei einen 35-Jährigen fest. im

Nachruf

Clive Davis: Der Mann, der den Sound ganzer Generationen prägte, ist tot

Der jüdische Musikmanager entdeckte und förderte Bands und Künstler wie Earth, Wind & Fire, Chicago, Santana, Whitney Houston, Barry Manilow und Barbra Streisand

 23.06.2026

Uganda

Entebbe-Entführung 1976: Debatten um Linksterror und Antisemitismus

Vor 50 Jahren entführten zwei Deutsche und zwei Palästinenser einen Airbus aus Israel nach Uganda. Dabei sollen sie Geiseln nach antisemitischen Kriterien voneinander getrennt haben. Die Tat befeuerte das Unbehagen vieler Linker mit Gewalt

von Nils Sandrisser  22.06.2026

Kommentar

Wie Holger Friedrich und seine »Berliner Zeitung« Juden instrumentalisieren

Ob in der Debatte über den Umgang mit KI oder Kreml-Diktator Wladimir Putin: Der Verleger interessiert sich nur dann für Juden, wenn es seinen Interessen dient

von Matthias Meisner  19.06.2026

St. Petersburg

Im Licht der Weißen Nächte

Die Mitternachtsdämmerung des Nordens weckt Erinnerungen an Märchen und führt unseren Autor zurück in seine Kindheit im damaligen Leningrad

von Vladimir Vertlib  18.06.2026

Schweiz

Jugendlicher plante Blutbad

Der Prozess gegen einen Schüler, der einen Juden in Zürich töten wollte, beginnt am 1. Juli. Die Anklageschrift zeichnet das Bild eines sich früh radikalisierenden Jugendlichen

von Nicole Dreyfus  18.06.2026

USA

Nach antisemitischer Bewerbung: Rechtsextreme feiern Cornell-Studenten

Der 19-jährige Austin Franco wird für ein Praktikum von einem Softwareunternehmen der Brüder Gabe und Aiden Einhorn angenommen. Doch dann schreibt er, er sei »nicht daran interessiert, für einen Juden zu arbeiten«

 18.06.2026

Belarus

Antisemitische Ausfälle aus Minsk

Ein Interview des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko belastet das bilaterale Verhältnis mit Israel

von Alexander Friedman  17.06.2026

Bonn/Berlin

»Habt keine Angst«: Zeitzeuge Marian Turski vor 100 Jahren geboren

Er gehörte zu den bekanntesten Schoa-Überlebenden. Seine Worte ermutigen viele Menschen auch über seinen Tod im Jahr 2025 hinaus. Zum 100. Geburtstag blickt ein Freund Turskis auf die Zukunft des Erinnerns

 16.06.2026

Interview

»Mir wurde immer wieder vorgeworfen, ich sei zu proisraelisch«

Der Schweizer Politiker und Ständerat Daniel Jositsch über die wahren Gründe für seinen Austritt aus der SP, postkoloniale Irrwege und den Antisemitismus innerhalb der Linken

von Nicole Dreyfus  16.06.2026