New York

Familie orthodoxer Jugendlicher verklagt Uber nach mutmaßlicher Vergewaltigung

Ein Uber-Fahrzeug am Lincoln Tunnel in New York (Symbolbild) Foto: picture alliance / Sipa USA

Nach der mutmaßlichen Vergewaltigung einer 16 Jahre alten orthodoxen Jüdin in New York geht ihre Familie juristisch gegen den Fahrdienst Uber vor. In der Klage wird dem Unternehmen vorgeworfen, Sicherheitsregeln missachtet zu haben, indem ein Fahrer die Minderjährige zu einem Treffen nach Brooklyn brachte. Dort soll es dann zu dem Sexualverbrechen gekommen sein. Amerikanische Medien berichteten.

Der Vorfall ereignete sich laut Gerichtsunterlagen im März im Stadtteil Bushwick. Die Jugendliche aus Nassau County auf Long Island soll über Snapchat Kontakt zu dem 26-jährigen Ralfy Figueroa gehabt haben. Nach Angaben der Ermittler bestellte dieser ein Uber zu ihrer Wohnadresse und setzte sie zuvor unter Druck.

In den Unterlagen der Staatsanwaltschaft wird ihm folgende Drohung zugeschrieben: »Du musst kommen. Ich kenne deine Adresse. Bestätige deine Adresse. Wenn du das nicht tust, werde ich dir und deiner Familie wehtun.«

Unbegleitete Minderjährige

Die Familie argumentiert in der Klage, dass der Fahrer die Minderjährige trotz klarer Vorgaben des Unternehmens transportierte. Uber erlaubt Alleinfahrten für Jugendliche unter 18 Jahren nur mit speziellen Jugendkonten. Fahrer sollen bei Zweifeln das Alter überprüfen und Fahrten mit unbegleiteten Minderjährigen ablehnen.

Den Angaben zufolge brachte der Fahrer das Mädchen nach Bushwick und setzte sie dort ab, ohne sich zu vergewissern, dass sie von einem verantwortlichen Erwachsenen empfangen wurde. Die Anwälte der Familie erklärten, die Jugendliche habe die Gefahr der Situation nicht einschätzen können.

Nach dem Treffen soll Figueroa die Jugendliche in sein eigenes Auto gebracht haben. Laut Strafanzeige bot er ihr zunächst 1000 Dollar für Oralsex an. Als sie ablehnte, habe er sie mit Gewalt angegriffen und weiter bedroht. Ihm werden unter anderem die Aussagen zugeschrieben: »Ich werde Leute zu deinem Haus schicken« sowie: »Ich habe Waffen.«

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Die Ermittler werfen Figueroa zudem vor, die Tat gefilmt zu haben. Anschließend habe er ein weiteres Uber-Taxi bestellt, um die Jugendliche nach Hause zu schicken, und die Fahrt storniert, nachdem sie eingestiegen war.

Die Familie erklärte, das Mädchen leide bis heute unter schweren psychischen Folgen und befinde sich derzeit außerhalb des Bundesstaates New York in psychiatrischer Behandlung. In den Gerichtsunterlagen sagte die Mutter: »Meine Tochter sagte mir, dass sie sich umbringen würde, wenn die Videos des Angriffs veröffentlicht werden.«

Figueroa wurde festgenommen und wegen Vergewaltigung ersten Grades angeklagt. Er weist die Vorwürfe zurück. Zum Zeitpunkt der mutmaßlichen Tat nahm er an einem Programm als Alternative zu einer Haftstrafe teil. Hintergrund war ein früheres Verfahren wegen mutmaßlichen Drogenhandels.

»Zutiefst verstörend«

Eine Sprecherin der Sonderstaatsanwaltschaft erklärte: »Wir haben eine Anhörung beantragt, um festzustellen, ob der Angeklagte gegen die Bedingungen seiner Vereinbarung in den Drogenverfahren verstoßen hat und ob er deshalb sofort verurteilt werden sollte.«

Sollte die frühere Vereinbarung widerrufen werden, drohen ihm laut Staatsanwaltschaft bis zu neun Jahre Gefängnis. Derzeit sitzt er gegen eine Kaution von 100.000 Dollar im Gefängnis auf Rikers Island.

Uber erklärte, man könne sich zu laufenden Verfahren nicht äußern. Ein Sprecher des Unternehmens sagte jedoch: »Die Details dieses Falls sind zutiefst verstörend. Auch wenn wir uns nicht zu laufenden Rechtsstreitigkeiten äußern können, bleibt unser Engagement für Sicherheit unerschütterlich.« im

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