Kanada

B’nai Brith: »Jüdische Kanadier werden terrorisiert«

Fahrzeug einer jüdischen Sicherheitspatrouille vor der Synagoge Beth Avraham Yoseph in Toronto, Kanada Foto: picture alliance / NurPhoto

Nach Angaben der Organisation B’nai Brith erlebt die jüdische Gemeinschaft in Kanada derzeit eine beispiellose Eskalation der Gewalt. Obwohl das Jahr 2026 noch keine fünf Monate alt ist, übertrifft die Zahl der gewalttätigen antisemitischen Übergriffe bereits jetzt die Gesamtzahl des Vorjahres, sagte die jüdische Loge am Freitag laut »Times of Israel«.

Laut B’nai Brith wurden seit dem 1. Januar landesweit elf Gewalttaten registriert, während im gesamten Jahr 2025 zehn solcher Taten dokumentiert wurden. Damit steuere das Land auf das gewalttätigste Jahr für jüdische Bürger in der jüngeren Geschichte zu.

Ein aktuelles Beispiel für diese Entwicklung ereignete sich am vergangenen Donnerstagabend in Toronto, als drei Personen beim Verlassen der Chasidei-Bobov-Synagoge aus einem vorbeifahrenden Auto mit einer Gel-Blaster-Waffe beschossen wurden. Dieser Vorfall reiht sich ein in eine Serie von Attacken auf jüdische Gotteshäuser und Institutionen.

Simon Wolle, CEO von B’nai Brith Canada, sieht darin ein alarmierendes Signal: »Diese dreisten Angriffe auf jüdische Kanadier sind ein Zeichen für eine Antisemitismus-Krise, die außer Kontrolle geraten ist«, erklärte er. Wolle warnte zudem, dass Gewalt, die sich nun »direkt gegen jüdische Menschen richtet«, die Folge davon sei, dass Regierungen trotz eindeutiger Beweise für eine Normalisierung des Hasses nicht konsequent genug handelten.

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Richard Robertson, Direktor für Forschung und Interessenvertretung bei B’nai Brith, forderte die Bundesregierung auf, umgehend eine Notfall-Taskforce einzurichten, da »jüdische Kanadier terrorisiert werden«. Der Antisemitismus habe inzwischen alle Bereiche des kanadischen Lebens »metastasiert«, so die Organisation in einer früheren Analyse.

Besonders seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 hat sich die Lage für die rund 400.000 jüdischen Kanadier drastisch verschlechtert. ja

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