Sderot

Zweitägiges iranisches Filmfestival beginnt in Israel

Foto: copyright (c) Flash90 2024

Kulturelle Annäherung: Trotz der weiterhin hohen Spannungen nach dem jüngsten Krieg zwischen Israel und dem Iran soll ein iranisches Filmfestival den Israelis die persische Kultur näherbringen. Das zweitägige Festival »Nowruz« soll am Montag in Sderot beginnen, einer israelischen Grenzstadt am Rande des Gazastreifens. Initiatorin ist Dana Sameach, eine Israelin mit persischen Wurzeln. 

»Dieses Festival entstand aus dem tiefen Glauben an die Kraft der Kunst, Menschen zu verbinden«, heißt es auf der Website des Festivals. »Indem wir das reiche Spektrum des iranischen Kinos einem israelischen Publikum präsentieren, möchten wir ein Fenster zu einer faszinierenden Kultur öffnen und einen bedeutungsvollen Dialog anstoßen.«

Gezeigt werden sollen fünf Filme, darunter zwei des iranischen Regisseurs Asghar Farhadi, »Forushande« (»The Salesman«) und »A Hero«. Die weiteren Filme sind der Politthriller »Die Saat des heiligen Feigenbaums« des Iraners Mohammad Rasoulof, »Lolita lesen in Teheran« des israelischen Regisseurs Eran Riklis sowie der Animationsfilm »Persepolis«, basierend auf dem Comic der iranisch-französischen Künstlerin Marjane Satrapi. Auch mehrere Musikaufführungen mit persischem Bezug sind geplant. 

Lesen Sie auch

Das Festival soll live über soziale Medien übertragen werden, in der Hoffnung, dass auch Iraner es verfolgen können. »Wenn auch nur ein einziger iranischer Zuschauer die Sendung verfolgt und sieht, dass wir aus Liebe sprechen, haben wir etwas wirklich Bedeutungsvolles erreicht«, sagte Sameach der »Times of Israel«. 

Im Iran wurde das Festival jedoch von offizieller Seite als »politisch-strategischer Trick« interpretiert und stieß entsprechend auf scharfe Kritik. »Das ist einfach nur heuchlerisch«, schrieb die Nachrichtenagentur Fars in einem Leitartikel. Israel versuche laut Fars, mit einer kulturellen Initiative ein friedliches Bild von sich zu vermitteln und eine Brücke zwischen den beiden Völkern zu schlagen. »Das steht jedoch im krassen Gegensatz zur Realität, insbesondere zu den militärischen Angriffen auf den Iran im Juni und wird hier auch lediglich als politisch-strategischer Trick gewertet«, so die Fars-Agentur, die den iranischen Revolutionsgarden nahesteht.

Auch ein renommierter iranischer Filmproduzent bewertet das Festival eher als politisches Ereignis. »Meines Wissens handelt es sich um fünf ältere Filme, die im Ausland produziert wurden und nicht als iranische Produktionen gelten können«, erklärte der Produzent, der anonym bleiben wollte. Drei dieser Werke seien außerdem Protestfilme, die im Iran verboten waren und ausschließlich im Ausland gezeigt wurden. (mit ja)

Absichtserklärung

Trumps Frieden – Irans Sieg

Während der US-Präsident das Memorandum mit Teheran als Durchbruch feiert, warnen Experten in Israel vor Zugeständnissen bei der Atomfrage und im Libanon

von Sabine Brandes  21.06.2026

Jerusalem

Umfrage: 92 Prozent der Israelis sehen Iran als Kriegssieger

Nur wenige Israelis halten die Kriegsführung ihrer Regierung für erfolgreich. Die Mehrheit sieht eine geschwächte Sicherheit und unerreichte Ziele.

 21.06.2026

Jerusalem

Israel lehnt Einschränkungen im Kampf gegen Hisbollah ab

Verteidigungsminister Israel Katz kündigt an, dass die israelische Armee auch weiterhin »Maßnahmen zur Beseitigung von Bedrohungen« im Südlibanon ergreifen könne

 21.06.2026

Kommentar

Wie Holger Friedrich und seine »Berliner Zeitung« Juden instrumentalisieren

Ob in der Debatte über den Umgang mit KI oder Kreml-Diktator Wladimir Putin: Der Verleger interessiert sich nur dann für Juden, wenn es seinen Interessen dient

von Matthias Meisner  19.06.2026

Safed

Festgenommene Hisbollah-Terroristen in zivilem Krankenhaus in Nordisrael behandelt

Im Ziv Medical Center in Safed waren die libanesischen Patienten einem Zeitungsbericht zufolge gefesselt und wurden rund um die Uhr von Soldaten bewacht

 19.06.2026

Fußball

»Ich weiß, wer Weltmeister wird«

Uri Geller über die Weltmeisterschaft, den Gewinner des Turniers und seinen fatalen Einfluss auf einen verschossenen Elfmeter bei der EM 1996

von Detlef David Kauschke  19.06.2026

Jerusalem

Ehemalige Geisel berichtet von sexuellem Missbrauch durch Hamas-Terroristen

In einem Gespräch mit Israels First Lady Michal Herzog schildert der junge Israeli mehrere Übergriffe

 19.06.2026

Umfrage

Mehrheit der Israelis misstraut Trump bei Iran-Abkommen

Was denken Bürger über die Wahrung der Interessen des jüdischen Staates durch den amerikanischen Präsidenten? Wie sehen sie Ministerpräsident Netanjahus Rolle in Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt?

 19.06.2026

Berlin

Merz lehnt Apartheid-Vergleich entschieden ab

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat Israel mit einem Apartheid-System verglichen. Merz widerspricht sehr deutlich

 18.06.2026