Berlin

Merz lehnt Apartheid-Vergleich entschieden ab

Kanzler Friedrich Merz Foto: picture alliance / REUTERS

Kanzler Friedrich Merz (CDU) ist gegen einen Vergleich Israels mit einem Apartheid-System, so wie die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas ihn gezogen hat. »Diese Wortwahl teile ich ausdrücklich nicht«, sagte Merz vor einem Treffen mit den Staats- und Regierungschefs der EU-Länder in Brüssel. Es sei ein Thema, das im Europäischen Rat noch ausführlich diskutiert werden müsse.

Israel hatte zuvor unter Verweis auf einen solchen Vergleich den Kontakt mit der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas abgebrochen. Das Portal »Euractiv« hatte berichtet, Kallas habe im Mai während eines Besuchs in Mexiko entsprechende Äußerungen wegen des Umgangs Israels mit den Palästinensern gemacht.

Kallas wollte dies weder bestätigen noch dementieren. »Es stimmt, dass wir mit den Israelis nicht immer einer Meinung sind«, sagte sie in Brüssel.

Lesen Sie auch

Nach Vorwürfen des israelischen Außenministers Gideon Saar wegen der Wortwahl schrieb Kallas an ihn gerichtet auf der Plattform X: »Ich schätze unseren Dialog und unsere Zusammenarbeit und bin bereit, sie in diesem Geist – respektvoll und konstruktiv – fortzusetzen«. Um Frieden in Nahost zu erreichen, bleibe die Zweistaatenlösung der einzig gangbare Weg.

Die Vereinten Nationen sehen israelische Siedlungen im Westjordanland und Ost-Jerusalem als Hindernis für eine Zweistaatenlösung, bei der Israel rund ein unabhängiger Palästinenserstaat friedlich nebeneinander bestehen würden.

Der Begriff Apartheid bezeichnete ursprünglich das staatlich institutionalisierte System der Rassentrennung in Südafrika (1948–1994), das die Vorherrschaft der weißen Minderheit sicherte. Im Völkerrecht gilt Apartheid als Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Heute wird der Begriff auch außerhalb des südafrikanischen Kontextes verwendet und ist Gegenstand anhaltender politischer und rechtlicher Kontroversen. dpa

Krieg

Trump droht Iran mit Zerstörung von Minenbooten und -schiffen

Immer wieder droht der US-Präsident mit der Zerstörung des Irans. Einen Tag nach Äußerungen zu neuen Sanktionen gegen das Land holt Trump wieder aus

 25.08.2026

Glauben

Trotz Krieg: 45.000 Chassidim pilgern nach Uman

Für die Reise zum Grab von Rabbi Nachman werden Hunderte Flüge über sechs Nachbarländer organisiert – Israel schickt Polizisten und Diplomaten

von Sabine Brandes  25.08.2026

Westjordanland

Knesset-Abgeordneter zerstört palästinensisches »Märtyrer«-Denkmal

Zvi Sukkot fuhr unter Armeeschutz nach Madama. Die IDF wirft dem Abgeordneten vor, sie getäuscht zu haben

 25.08.2026

Jerusalem

Iran soll Anschlag auf Netanjahu-Sohn geplant haben

Für Yair und Avner Netanjahu soll mit dem Inlandsgeheimdienst Shin Bet vereinbart worden sein, dass ihr Schutz auch nach einem möglichen Machtwechsel bestehen bleibt

 25.08.2026

Westjordanland

Siedlergewalt könnte Terrorwelle auslösen, fürchtet Armee

Die Gewalt durch radikale israelische Siedler hat in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen

 25.08.2026

Nahost

Drogen in humanitärer Hilfe für Gaza entdeckt

Mitarbeiter von World Central Kitchen fanden sechs Bündel Haschisch in Verpackungen für Dosenpaprika

 25.08.2026

Tel Aviv

Angehörige von Opfern des 7. Oktober warnen vor Hamas: »Die Warnsignale sind wieder da«

Der Oktober-Rat warnt vor dem weiterhin vorhandenen Waffenarsenal der Hamas, ungewöhnliche Aktivitäten und Grenzübertritte von Hamas-Mitgliedern

 25.08.2026

Lod

Ben-Gurion-Flughafen: Chaos mit Ansage

Protokolle einer Sitzung der Flughafenbehörde zeigen, dass Verantwortliche vor dem jüngsten Streik vor Personalmangel und zunehmenden Sicherheitsvorfällen gewarnt hatten

 25.08.2026

Nahost

Israel tötet weitere Hamas-Täter vom 7. Oktober

Jerusalem hat angekündigt, alle am Massaker vom 7. Oktober Beteiligten aufzuspüren

 25.08.2026