Jerusalem

»The German«: Masucci drehte während des Kriegs

Oliver Masucci Foto: picture alliance / SIPA

Jerusalem

»The German«: Masucci drehte während des Kriegs

Für die Dreharbeiten der Serie hat sich Schauspieler Oliver Masucci in Israel aufgehalten

 08.06.2025 22:29 Uhr

Für die Dreharbeiten des amerikanisch-israelischen Mehrteilers »The German« lebte der deutsche Schauspieler Oliver Masucci ein halbes Jahr lang in Israel. »Ich wollte, dass auch meine Kinder hier sind, weil es ein langer Zeitraum war«, sagte der 56-Jährige bei einer Veranstaltung in der Sam Spiegel Schule für Film und Fernsehen in Jerusalem.

»The German« hatte im März auf Europas größtem Serien-Festival »Series Mania« in Nordfrankreich Premiere und wurde dort mit dem Preis für das Beste Drehbuch ausgezeichnet. In Deutschland soll die amerikanisch-israelische Historien-Serie in Kürze bei Magenta TV zu sehen sein.

In dem Achtteiler spielt Masucci einen deutschen Juden, der Auschwitz überlebt hat, und mit seiner Familie in einem Kibbutz am See Genezareth lebt. Von dem israelischen Geheimdienst Mossad wird er dann gezwungen, sich an der Jagd auf Nazi-Verbrecher in Deutschland zu beteiligen. Dabei kommen dunkle Geheimnisse aus seiner eigenen Vergangenheit ans Licht. Das Drehbuch schrieben Ronit Weiss-Berkowitz (»The girl from Oslo«) sowie Moshe Zonder, der auch die Serien »Fauda« und »Teheran« mitentwickelt hat. Regie führte Gabriel Bibliowicz.

Die Idee der Serie habe ihn von Anfang an sehr berührt, sagte Masucci

Seine drei Kinder hätten zunächst Angst gehabt, während des Kriegs nach Israel zu kommen, vor allem seine kleine Tochter, erzählte Masucci, der vor allem durch die Netflix-Serie »Dark« auch international bekannt worden ist. Es sei ihm aber wichtig gewesen, mit seinen Kindern diese Erfahrung zu machen. Sie hätten gemeinsam auch zerstörte israelische Ortschaften an der Grenze zum Gazastreifen besucht und mit Überlebenden des Hamas-Massakers vom 7. Oktober 2023 gesprochen.

Für die Serie in deutscher, englischer und hebräischer Sprache, die im Jahre 1970 spielt, hat er auch Hebräisch praktisch im Schnellverfahren gelernt. Die Idee der Serie habe ihn von Anfang an sehr berührt, sagte Masucci. »Sie haben mich gefragt, können wir das auf Hebräisch machen - und ich habe gesagt, auf keinen Fall.« Er habe den Initiatoren eine halbe Stunde lang erklärt, warum es unmöglich sei, dass er in der Produktion Hebräisch spreche. »Sie haben genickt, aber dann gefragt: Können wir es trotzdem machen?« Daraufhin habe er gelacht und eingewilligt.

Beim Filmemachen im Ausland sei es ihm immer besonders wichtig, vor Ort einzutauchen und das echte Leben kennenzulernen.

Sein Tipp an junge Kollegen und Kolleginnen sowie an Filmschaffende: »Wenn ihr etwas erreichen wollt, dann hört nie auf die Angst, die andere auf euch projizieren. Hört auf die Stimme in euch, die Hoffnung hat.« dpa/ja

5787

Nicht so viel fluchen, Spenden verdoppeln

Das neue Jahr soll besser werden. Unsere Autorin listet ihre Vorsätze auf. Eine Glosse

von Adriana Altaras  11.09.2026

Filmfestival

25 Minuten Beifall in Venedig

Die neue Doku von Yuval Abraham und Rachel Szor beschäftigt sich mit Einsätzen der israelischen Armee in Gaza – die Macher von »No Other Land« haben Chance auf Goldenen Löwen

 11.09.2026

Zahl der Woche

100 Töne

Fun Facts und Wissenswertes

 11.09.2026

Kulturkolumne

Der Koffer meines Vaters

Wie ich versuchte, Geheimnisse zu lüften, die auch meine eigenen waren

von Sophie Albers Ben Chamo  11.09.2026

Vancouver

Boy George für Unterstützung Israels und der jüdischen Gemeinschaft geehrt

In der Synagoge Temple Sholom singt er seinen Song »We Will Dance Again« und wird vor Hunderen Gemeindemitgliedern und Gästen befragt

 11.09.2026

Kommentar

Ja, du bist gemeint!

Im Leben gibt es Menschen, die erkennen, was vor sich geht, und andere, die einfach blind den Trends folgen. Warum ich an der Seite meiner jüdischen Freunde stehe

von Boy George  11.09.2026

Fernsehen

»Babylon Berlin«: Was bisher geschah (Staffel 1–4)

Wer jetzt noch einsteigen will bei der fünften Staffel der ARD-Serie, lernt hier die wichtigsten Figuren und ihre Verstrickungen kennen

von Wilfried Urbe  10.09.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Das süße Jahr oder Ein neues Kleid für Rosch Haschana

von Nicole Dreyfus  10.09.2026

Fernsehen

»Zu Asche, zu Staub«

»Babylon Berlin« endet düster: Die fünfte Staffel spielt in der Zeit um Hitlers Machtergreifung 1933

von Julia Kilian  10.09.2026