Fußball

»Ich weiß, wer Weltmeister wird«

Der israelische Illusionist Uri Geller Foto: picture alliance / Sara Lemel/dpa

Herr Geller, Sie kennen viele der bekanntesten Fußballer der Weltmeisterschaft persönlich. Mit welchen Gefühlen verfolgen Sie die WM?
Es stimmt, ich kenne Messi, Ronaldo, Mbappé und viele andere. Ich habe ihre signierten Trikots hier in meinem Museum in Jaffa. Und lassen Sie mich etwas erklären: Fußballer sind sehr abergläubisch. Viele sind verblüfft, wenn sie sehen, wie ich Löffel verbiege. Ich habe auch viele große deutsche Fußballer kennengelernt, darunter Franz Beckenbauer und Gerd Müller. Natürlich schaue auch ich die WM, mit großer Begeisterung.

Rudi Völler hat einmal im Fernsehen erzählt, wie er vor Jahren im Flugzeug neben Ihnen saß und Sie seinen Kaffeelöffel verbogen haben …
Ja, er ist ein liebenswerter Mann. Ich erinnere mich sehr gut.

Sie besitzen das Trikot der englischen Mannschaft, aber drücken dem schottischen Team jetzt bei der WM die Daumen. Warum ausgerechnet Schottland?
Weil ich Schottland einmal etwas Schreckliches angetan habe. Das war bei der Europameisterschaft 1996, als sie einen Elfmeter verschossen haben.

Was haben Sie getan?
Ich lebte damals in England und man bat mich, dem Team zu helfen. Also mieteten sie einen großen Hubschrauber und sagten: »Mach deine Magie. Wir wollen nicht gegen Schottland verlieren.« Also schwebte ich über Wembley, also um das Stadion herum, weil man nicht über Wembley fliegen, der Luftraum ist gesperrt. Und ich hörte das Spiel über meine Kopfhörer und konnte die Spieler aus dem Fenster sehen. Ganz klein und winzig. Und dann hörte ich, dass Gary McAllister, der Stürmer von Schottland, einen Elfmeter bekam. Und ich sagte: »Auf keinen Fall. Ich werde den Ball wegbewegen.« Also schrie ich im Hubschrauber: »Eins, zwei, drei, los!«. Dann konnte man sehen, wie sich der Ball wegbewegte, und das war’s. Er verschoss den Elfmeter. Und später bekam ich Tausende von Hassbriefen aus Schottland.

Seitdem unterstützen Sie die schottische Mannschaft – auch jetzt bei der WM?
Ich bin kein Wundertäter und auch kein Prophet. Aber Gedankenkraft, Empowerment, positives Denken: Das sind die Dinge, die eine Energie entfachen können. Und das kann den Spielern tatsächlich helfen, wenn sie wissen, dass sie etwas Besonderes von den Fans bekommen.

Auf der Plattform X schreiben Sie, man solle niemals die Kraft schottischer Leidenschaft unterschätzen.
Ja, da schreibe ich auch, dass das Team den Geist, den Mut und das kämpfende Herz hat, um die Welt zu überraschen.

Lesen Sie auch

Sie haben den WM-Pokal schon einmal selbst in den Händen gehalten und danach gesagt, dass davon eine unglaubliche Energie ausgeht.
Das war vor vielen Jahren, als sie den Pokal zu mir nach Sonning gebracht haben. Ich wohnte damals in England. Und es war einfach unglaublich. Er war schwer. Und als ich ihn in der Hand hielt - ich schwöre - habe ich gespürt, wie Kraft, Energie und Schwingungen aus dem Pokal strömten. Und ich wollte ihn gar nicht mehr loslassen. Das liegt also schon ein paar Weltmeisterschaften zurück.

Welche Mannschaft wird diesen Pokal am Ende dieser Weltmeisterschaft in den Händen halten?
Das kann ich Ihnen nicht sagen.

Aber Sie wissen es?
Es wäre unethisch, wenn ich es sagen würden. Die Leute würden sofort losrennen und Geld darauf setzen. Sie wollen viel Geld gewinnen. Aus ethischen Gründen traue ich mich also nicht, es zu sagen. Aber ich glaube, ich weiß, wer Weltmeister wird.

Mit dem israelischen Magier und Mentalisten sprach Detlef David Kauschke.

Nahost

Der Lieberman-Plan

Soll das Westjordanland neu verwaltet werden?

von Sabine Brandes  10.10.2026

Kino

Ich habe »Naza« gesehen, und es ist ein übles Stück Propaganda

Es ist erschreckend zu sehen, wie große Teile der Filmwelt sich gerade selbst zu nützlichen Idioten der Hamas degradieren, indem sie ihr von Lügen und Blut getränktes Narrativ übernehmen

von Philipp Peyman Engel  10.10.2026

Essay

Drei Jahre nach dem 7. Oktober: Die Grenzen universitärer Selbstgewissheit

Antisemitismus ist an Universitäten längst kein Ausnahmeproblem mehr. Drei Jahre nach dem 7. Oktober stellt sich deshalb eine unangenehmere Frage: Was haben Universitäten über sich selbst gelernt?

von Frederek Musall  09.10.2026

Luftfahrt

Wer kontrolliert die Flüge nach Israel?

Nach dem vereitelten Anschlag auf einen Flydubai-Flug gerät das israelische Sicherheitssystem für ausländische Airlines unter Druck

von Sabine Brandes  08.10.2026

Hintergrund

Terror über den Wolken

Wie Pilot und Passagiere im Flug von Dubai nach Tel Aviv eine Katastrophe verhinderten

von Sabine Brandes  08.10.2026

Diplomatische Beziehungen

Britisches Konsulat in Jerusalem bleibt als Mission bestehen

Israel reagiert auf britische Sanktionen gegen israelische Siedlungspolitik, mehrere Diplomaten verlassen das Land. Gänzlich geschlossen wird das britische Konsulat in Ost-Jerusalem aber doch nicht

 08.10.2026

Meinung

Wenn Journalisten Terroristen sind – 170 Namen und eine unbequeme Wahrheit

Unser Autor reflektiert über die grundsätzliche Frage, was »Journalismus« in einem Gebiet bedeutet, das seit Jahren von einer totalitären Terrororganisation beherrscht wird

von Daniel Neumann  08.10.2026

7. Oktober

»Erinnern heißt auch, nach der Wahrheit zu suchen«

Bei der großen Gedenkveranstaltung im Hayarkon-Park standen die Opfer im Mittelpunkt – und die Forderung nach einer unabhängigen Untersuchungskommission

von Sabine Brandes  08.10.2026

Mentale Gesundheit

Die Einsamkeit wiegt am Schwersten

Fast eine Million Israelis suchten seit Kriegsbeginn Hilfe bei der psychischen Notfall-Hotline Eran

von Sabine Brandes  07.10.2026