Herr Geller, Sie kennen viele der bekanntesten Fußballer der Weltmeisterschaft persönlich. Mit welchen Gefühlen verfolgen Sie die WM?
Es stimmt, ich kenne Messi, Ronaldo, Mbappé und viele andere. Ich habe ihre signierten Trikots hier in meinem Museum in Jaffa. Und lassen Sie mich etwas erklären: Fußballer sind sehr abergläubisch. Viele sind verblüfft, wenn sie sehen, wie ich Löffel verbiege. Ich habe auch viele große deutsche Fußballer kennengelernt, darunter Franz Beckenbauer und Gerd Müller. Natürlich schaue auch ich die WM, mit großer Begeisterung.
Rudi Völler hat einmal im Fernsehen erzählt, wie er vor Jahren im Flugzeug neben Ihnen saß und Sie seinen Kaffeelöffel verbogen haben …
Ja, er ist ein liebenswerter Mann. Ich erinnere mich sehr gut.
Sie besitzen das Trikot der englischen Mannschaft, aber drücken dem schottischen Team jetzt bei der WM die Daumen. Warum ausgerechnet Schottland?
Weil ich Schottland einmal etwas Schreckliches angetan habe. Das war bei der Europameisterschaft 1996, als sie einen Elfmeter verschossen haben.
Was haben Sie getan?
Ich lebte damals in England und man bat mich, dem Team zu helfen. Also mieteten sie einen großen Hubschrauber und sagten: »Mach deine Magie. Wir wollen nicht gegen Schottland verlieren.« Also schwebte ich über Wembley, also um das Stadion herum, weil man nicht über Wembley fliegen, der Luftraum ist gesperrt. Und ich hörte das Spiel über meine Kopfhörer und konnte die Spieler aus dem Fenster sehen. Ganz klein und winzig. Und dann hörte ich, dass Gary McAllister, der Stürmer von Schottland, einen Elfmeter bekam. Und ich sagte: »Auf keinen Fall. Ich werde den Ball wegbewegen.« Also schrie ich im Hubschrauber: »Eins, zwei, drei, los!«. Dann konnte man sehen, wie sich der Ball wegbewegte, und das war’s. Er verschoss den Elfmeter. Und später bekam ich Tausende von Hassbriefen aus Schottland.
Seitdem unterstützen Sie die schottische Mannschaft – auch jetzt bei der WM?
Ich bin kein Wundertäter und auch kein Prophet. Aber Gedankenkraft, Empowerment, positives Denken: Das sind die Dinge, die eine Energie entfachen können. Und das kann den Spielern tatsächlich helfen, wenn sie wissen, dass sie etwas Besonderes von den Fans bekommen.
Auf der Plattform X schreiben Sie, man solle niemals die Kraft schottischer Leidenschaft unterschätzen.
Ja, da schreibe ich auch, dass das Team den Geist, den Mut und das kämpfende Herz hat, um die Welt zu überraschen.
Sie haben den WM-Pokal schon einmal selbst in den Händen gehalten und danach gesagt, dass davon eine unglaubliche Energie ausgeht.
Das war vor vielen Jahren, als sie den Pokal zu mir nach Sonning gebracht haben. Ich wohnte damals in England. Und es war einfach unglaublich. Er war schwer. Und als ich ihn in der Hand hielt - ich schwöre - habe ich gespürt, wie Kraft, Energie und Schwingungen aus dem Pokal strömten. Und ich wollte ihn gar nicht mehr loslassen. Das liegt also schon ein paar Weltmeisterschaften zurück.
Welche Mannschaft wird diesen Pokal am Ende dieser Weltmeisterschaft in den Händen halten?
Das kann ich Ihnen nicht sagen.
Aber Sie wissen es?
Es wäre unethisch, wenn ich es sagen würden. Die Leute würden sofort losrennen und Geld darauf setzen. Sie wollen viel Geld gewinnen. Aus ethischen Gründen traue ich mich also nicht, es zu sagen. Aber ich glaube, ich weiß, wer Weltmeister wird.
Mit dem israelischen Magier und Mentalisten sprach Detlef David Kauschke.