Nachrichten

Wirtschaft, Armut, Zusammenarbeit

Eingang der Moody’s-Zentrale in New York Foto: picture alliance / Glasshouse Images

Wirtschaft
Die internationale Ratingagentur Moody’s hat den Ausblick für Israels Kreditwürdigkeit von »negativ« auf »stabil« angehoben. Grund sei die deutlich reduzierte geopolitische Risikolage, da der Waffenstillstand sowohl in Gaza als auch im Libanon halte. Die Bewertung spiegle die Resilienz der Wirtschaft wider. Moody’s betont jedoch, dass die Risiken hoch blieben und die Prognose nicht bedeute, dass eine Bonitätsverbesserung unmittelbar bevorstehe, sondern lediglich, dass ein weiterer Abstieg derzeit eher unwahrscheinlich ist.

Armut
Laut dem aktuellen Jahresbericht des nationalen Versicherungsinstituts Bituach Leumi lebten im Jahr 2024 fast zwei Millionen Menschen in Israel unter der Armutsgrenze, rund 21 Prozent der Bevölkerung. Darunter sind etwa 880.000 Kinder, also mehr als jedes vierte Kind, sowie rund 150.000 ältere Menschen. Ein signifikanter Teil der Bevölkerung leidet unter Ernährungsunsicherheit. Damit weist Israel die zweithöchste Kinderarmutsrate innerhalb der OECD auf. Die größte Armut herrscht in ultraorthodoxen und arabischen Gemeinden, so der Bericht. Die nach wie vor extrem hohen Lebenshaltungskosten, der anhaltende Kriegszustand und strukturelle Probleme verschärften die soziale Ungleichheit, heißt es weiter. Deshalb sei der Ausblick für 2025 noch schlechter.

Zusammenarbeit
Der EU-Botschafter in Israel, Michael Mann, ist an der Bar-Ilan-Universität zu einem Gespräch über die enge wissenschaftliche Zusammenarbeit mit Europa empfangen worden. Mann betonte die Bedeutung israelischer Forschung für den Kontinent und sprach sich für eine Vertiefung der akademischen Partnerschaften aus. Universitätspräsident Arie Zaban verwies auf zahlreiche EU-geförderte Projekte, mehr als 50 Erasmus-Partnerschaften und ERC-Grant-Empfänger. EU-Förderprogramme seien nicht nur finanziell wichtig, sondern auch ein internationales Qualitätssiegel für israelische Forscher.

Terror
Sasha Troufanov, befreite israelische Geisel, hat in einem »BBC«-Interview darüber gesprochen, wie er während seiner 498 Tage in der Gewalt des Palästinensischen Islamischen Dschihad in Gaza sexuell belästigt wurde. Einmal habe ein Bewacher versucht, ihn zu sexuellen Handlungen zu bewegen. Während einer selten erlaubten Dusche entdeckte er eine versteckte Kamera. Anschließend wurde er in feuchte Tunnel gebracht und fast vollständig isoliert. Troufanov schilderte zudem, wie er nach der Entführung von palästinensischen Zivilisten verprügelt wurde. Seine Erlebnisse ähneln den Aussagen mehrerer anderer befreiter Geiseln.

Stolz
Der Fußballspieler Tay Abed hat ein Millionenangebot des Vereins Al Jazira in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) ausgeschlagen. Der Deal hätte ihm hohe Prämien von bis zu 70.000 Euro pro Punkt und 200.000 für einen Sieg eingebracht, war jedoch an die Bedingung geknüpft, dass er seine Spielberechtigung für die israelische Nationalmannschaft aufgebe und künftig exklusiv für die VAE antrete. Die Vorstellung, sein Land zu vertreten, sei für ihn die größte Ehre, gerade in der aktuellen Zeit, betonte Abed in einem Interview. Keine Summe könne ihn dazu bringen, seine israelische Identität aufzugeben, so der Mittelfeldspieler.

Tel Aviv

Deutschlands neuer Botschafter in Israel stellt sich auf Instagram vor

Alexander Graf Lambsdorff übernimmt die deutsche Vertretung in Israel. In einer Videobotschaft betont der frühere Moskau-Botschafter die enge Zusammenarbeit beider Nationen

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Wissenschaft

Israelische Forscher entdecken einzigartiges Immunsystem bei Seeanemonen

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 24.07.2026

Jerusalem

Likud-Abgeordneter verärgert Netanjahu mit behauptetem Angriff auf Iran

Das Likud-Mitglied Moshe Saada sagte in einem Interview: »Jeder weiß, dass wir kurz vor einem Angriff auf den Iran stehen – vielleicht sogar schon an diesem Wochenende.«

 24.07.2026

Westjordanland

Drei Terrorangriffe binnen 24 Stunden: Ein Israeli getötet, mehrere verletzt

Bei einer Attacke nahe der Gilad Farm wird ein Israeli erschossen. Eines der Opfer eines anderen Terrorangriffs wird schwer verletzt und per Hubscgrauber in ein Krankenhaus gebracht

 24.07.2026

Meinung

Wenn der »Spiegel« mit der Hamas kuschelt

Die Hamas verkündet, einen Nachfolger für Yahya Sinwar gefunden zu haben. Für das große deutsche Nachrichtenmagazin Grund, eine Runde Sympathie und Mitgefühl zu spendieren

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Nachruf

»Haim Yavin. Hier enden unsere Sendungen«

Der israelische Protestkünstler Shoshke Engelmayer verabschiedet sich von einer TV-Legende seines Landes

 23.07.2026

Naher Osten

Trump: Atom-Deal nur bei saudischer Anerkennung Israels

Washington und Riad stehen kurz vor einem Atomabkommen zur zivilen Nutzung der Kernenergie. Doch jetzt hat Donald Trump eine neue Bedingung gestellt

 23.07.2026

Plädoyer

Dem Recht vertrauen

Ohne einen unabhängigen Obersten Gerichtshof ist nicht nur Israels Demokratie, sondern der jüdische Staat selbst in Gefahr

von Awi Blumenfeld  23.07.2026

Nachrichten

Geisel, Hamas, Charedim

Kurzmeldungen aus Israel

 22.07.2026