USA

Wie Ägyptens Nationaltrainer bei der Fußball-WM Lügen über Israel verbreitet

Trainer Hossam Hassan Foto: picture alliance / Sipa USA

Trotz des Verbots von politischen oder religiösen Botschaften während der Fußball-WM hat Ägyptens Trainer Hossam Hassan erneut die Lage im Gazastreifen thematisiert. Vor dem Spiel gegen Weltmeister Argentinien am Dienstag prangerte der 59-Jährige angebliche Menschenrechtsverletzungen an und forderte zum Handeln auf.

»Wir fühlen sehr stark mit den Palästinensern. Wir haben eine Situation, in der Hunderttausende Menschen getötet wurden«, sagte Hassan. »Das ist eine Schande für die ganze Welt.« Hassan forderte dazu auf, Palästinensern zu helfen und sie in Frieden leben zu lassen.

Nicht einmal die palästinensische Terrororganisation Hamas, die den Krieg am 7. Oktober 2023 mit ihren Massakern in Israel begann, spricht von Hunderttausenden Toten.

Lesen Sie auch

Das FIFA-Reglement untersagt das Verbreiten von politischen und religiösen Botschaften im Rahmen der WM. Schon bei der WM 2022 in Katar verbot die Organisation - unter anderem auch der deutschen Mannschaft - das Tragen von Armbinden der »One Love«-Kampagne.

Hassan hatte bereits nach dem Achtelfinale für Aufsehen gesorgt. In einem in den sozialen Netzwerken verbreiteten Video war zu sehen, wie er nach dem Sieg im Elfmeterschießen gegen Australien im Stadion von Arlington die palästinensische Flagge zeigt. »Möge Gott unsere palästinensischen Brüder und Schwestern beschützen«, hatte er auf der Pressekonferenz gesagt.

Die Terrorattacken der Hamas, der Hisbollah, der Huthi und deren Geldgeber Teheran auf Israel erwähnte Hassan erneut nicht.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

»Das Geheimnis des Sieges«

Derweil hat der frühere IDF-Kommandeur Rafael Dahan dem Ägyptischen Fußballverband eine ebenso antisemitische wie antichristliche Haltung vorgeworfen. Auf der Plattform X erwähnte er ein Video mit dem Titel »Das Geheimnis des Sieges«, das der Verband veröffentlicht habe. Darin wird ihm zufolge offen behauptet, der Schlüssel zum Sieg liege darin, das Spiel mit Beleidigungen gegen Christen und Juden zu beginnen.

»Vor jedem Spiel versammelt sich die Mannschaft, um Passagen aus dem Koran zu rezitieren, die Christen und Juden als Ungläubige verurteilen, die dem Zorn Allahs unterworfen sind«, so Dahan. Er fügte hinzu, dass koptische Christen 15 Prozent der ägyptischen Bevölkerung ausmachten, aber nicht in der Nationalmannschaft spielen dürften. »Warum akzeptiert die FIFA das? Warum spricht sich niemand dagegen aus?« dpa/ja

Tourismus

Wenn Akko leuchtet

Mit einer Lichtershow will die Hafenstadt im Norden Israels mehr Besucher anlocken

von Sabine Brandes  20.08.2026

Lod

Personalmangel am Flughafen Ben Gurion führt zu Gepäckchaos und Verspätungen

Mitarbeiter sagen, es gebe nicht genügend Manpower. Die Flughafenbehörde verweist hingegen auf eine Kettenreaktion durch die starke Auslastung, die Präsenz von Tankflugzeugen der USA sowie ungewöhnlich viel Flugverkehr

 20.08.2026

Nahost

Netanjahu: Israel warnte Türkei vor Militäraufbau in Syrien

Israel werde keinen türkischen Militäraufbau in Syrien hinnehmen, wenn dieser sich nach Süden ausdehne und damit die Sicherheit Israels gefährde, sagt der Ministerpräsident

 20.08.2026

Archäologie

Vor 15.000 Jahren: Menschen am Carmel aßen Schlangen und Eidechsen

Die Panzerschleiche, die Pfeilnatter und die Montpellier-Schlange wurden offenbar besonders häufig verspeist

 20.08.2026

Medien

Protokollant des täglichen Irrsinns

Der Publizist Henryk M. Broder wird heute 80 Jahre alt. Eine persönliche Würdigung

von Reinhard Mohr  20.08.2026

Aufarbeitung

Armee ermittelt zu Tod von Hind Rajab und Sanitätern in Gaza

Das Schicksal des palästinensischen Mädchens Hind Rajab hat Menschen auf aller Welt bewegt und empört. Nach einer Prüfung nimmt Israels Armee nun strafrechtliche Ermittlungen dazu auf

 19.08.2026

Umfrage

Immer weniger Palästinenser sympathisieren mit der Hamas

Die Hamas hat weiter an Zustimmung bei den Palästinensern verloren. Immer mehr sprechen sich für eine Verhandlungslösung und weniger für Gewalt aus. Das sind Ergebnisse einer aktuellen Umfrage

von Andrea Krogmann  19.08.2026

Israel

Die Eindeutigkeit der Uneindeutigen

Ben Gvirs Äußerungen sind menschenverachtend und sollten von allen verurteilt werden, denen Israel am Herzen liegt. Zugleich spiegeln sie zum Glück nicht die Gaza-Politik Israels wider

von Volker Beck  19.08.2026

Hamas

In einem Monat entwaffnet?

US-Sondervermittler Jared Kushner reiste nach Israel, um die nächste Phase für den Gazastreifen zu besprechen. Er spricht von diplomatischen Erfolgen

von Sabine Brandes  19.08.2026