Diplomatie

US-Gesandter Barrack führt Gespräche in Jerusalem

US-Gesandter Tom Barrack Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Gut zwei Wochen vor Ablauf einer Frist zur Entwaffnung der libanesischen Hisbollah-Miliz hat der US-Gesandte Tom Barrack Gespräche in Jerusalem geführt. Nach israelischen Medienberichten sollte es bei dem Treffen mit dem Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu auch um »rote Linien« mit Blick auf Israels Vorgehen im Nachbarland Syrien sowie um den Übergang zur zweiten Phase des Friedensplans von US-Präsident Donald Trump für Gaza gehen. Eine Sprecherin Netanjahus sprach anschließend lediglich von einem »produktiven Treffen« beider Seiten. 

Frist zur Entwaffnung der Hisbollah läuft Ende des Jahres aus

Die libanesische Regierung steht unter Druck der USA und Israels, eine Entwaffnung der Schiitenmiliz Hisbollah bis zum Jahresende durchzusetzen. Für die Regierung in Beirut handelt es sich um einen politisch heiklen Prozess. Die libanesische Armee – deutlich schwächer und finanziell schlecht aufgestellt - sollte den Auftrag erfüllen. 

Nach jüngsten Angaben von Nabih Berri - Libanons Parlamentspräsident und Hisbollah-Verbündeter - wurden bisher 90 Prozent der militärischen Infrastruktur der Hisbollah im Süden demontiert. Bis zum Jahresende würde der verbleibende Teil abgeschlossen werden. 

Sorge vor Neubeginn des Kriegs zwischen Israel und der Hisbollah

Israel wirft der Hisbollah jedoch vor, neu aufzurüsten. Nahezu täglich greift das israelische Militär daher trotz einer vor einem Jahr vereinbarten Waffenruhe Ziele der Miliz im Nachbarland an. Die Hisbollah war kurz nach dem 7. Oktober 2023 aufseiten der Hamas in den Krieg in Nahost eingetreten und erlitt in der Folge schwere Verluste durch israelische Gegenangriffe. Im Libanon fürchten viele eine neue Eskalation des Konflikts zwischen Israel und der Hisbollah nach Ablaufen der Frist. 

Lesen Sie auch

Der libanesische Außenminister Jussef Radschi sagte zuletzt, die Hisbollah verweigere eine Entwaffnung. Die Miliz hatte den Abzug von noch verbleibenden israelischen Truppen im Südlibanon zur Bedingung dafür gemacht. Sie hat sich aber auch nicht aktiv gegen das Vorrücken der Armee gestellt. dpa/ja

Naher Osten

Medienbericht: Israel soll geheimen Stützpunkt im Irak gebaut haben

Von dem Außenposten in einem irakischen Wüstengebiet soll Israel seine Angriffe auf den Iran koordiniert haben, berichtet das »Wall Street Journal«

 10.05.2026

Medien

Kristin Helberg, der Hass auf Israel und der urdeutsche Wunsch nach Entlastung

Ein Kommentar von Jan Fleischhauer

von Jan Fleischhauer  10.05.2026

»Gaza-Flottille«

Israel schiebt zwei Gaza-Aktivisten ab

Der Spanier Saif Abu Keschek und der Brasilianer Thiago Ávil wurden nach der Blockade der Gaza-Flotte nach Israel gebracht – jetzt folgt ihre Abschiebung

 10.05.2026

Terror

Hisbollah greift Israel an: Mehrere Soldaten verletzt

Im Norden des jüdischen Staates werden zwei Soldaten in Krankenhäuser gebracht. Einer von ihnen ist schwer verwundet. Ein weiterer Soldat wird im Süd-Libanon getroffen

 08.05.2026

Vorwurf

»Kult-Rabbi« aus Meron verhaftet

Ein Gemeindeführer der Breslov-chassidischen Bewegung soll seine Autorität für sexuelle Übergriffe missbraucht haben

von Sabine Brandes  08.05.2026

Gesellschaft

Regierung will Rückkehrrecht ändern

Entsprechend des Entwurfs sollen künftig nur noch orthodoxe Übertritte zum Judentum anerkannt werden

von Sabine Brandes  08.05.2026

Tel Aviv

Erster Hantavirus-Fall in Israel registriert

Die betroffene Person soll sich vor mehreren Monaten während eines Aufenthalts in Osteuropa angesteckt haben

 08.05.2026

Jerusalem

Bennett verklagt Ministerin und Fernsehsender wegen Behauptungen über psychische Erkrankung

Der Oppositionspolitiker fordert laut israelischen Medienberichten Schadenersatz in Höhe von zwei Millionen Schekel (0,59 Millionen Euro)

 08.05.2026

Jerusalem/Washington D.C./Ankara

Israel und USA wollen neue Gaza-Flottille stoppen, bitten Türkei um Hilfe

Konkret geht es demnach um 15 Boote, die sich in türkischen Häfen befinden und Teil der sogenannten »Global Sumud Flotilla« werden sollen

 08.05.2026