Tel Aviv

Trump-Satz zu Ran Gvili sorgt für Hoffnung und Empörung

Talik and Itsik Gvili, die Eltern der letzten Geisel Foto: picture alliance / REUTERS

Eine Bemerkung von US-Präsident Donald Trump über den Verbleib der letzten in Gaza festgehaltenen israelischen Geisel hat in Israel starke Reaktionen ausgelöst. Trump hatte erklärt, man gehe in Washington davon aus, den Aufenthaltsort der sterblichen Überreste von Ran Gvili zu kennen. Der Polizist war am 7. Oktober 2023 beim Kampf gegen Terroristen nahe dem Kibbuz Alumim getötet und anschließend nach Gaza verschleppt worden.

Für die Familie Gvili ist Trumps Aussage ein Beleg dafür, dass die palästinensische Terrororganisation Hamas über konkrete Informationen verfügt. Ran Gvilis Mutter Talik sagte gegenüber israelischen Medien, die Worte des US-Präsidenten bestätigten, »dass die Hamas genau weiß, wo Rani ist«. Wenn das der Fall sei, müsse nun endlich gehandelt werden. »Dann lasst uns das beenden und ihn nach Hause bringen«, forderte sie.

Zugleich machte die Familie deutlich, dass sie selbst keine neuen gesicherten Hinweise erhalten habe. Es gebe Einschätzungen und verschiedene Annahmen, aber keine entscheidenden neuen Erkenntnisse. Hoffnung schöpft die Familie vor allem aus Gesprächen mit amerikanischen Regierungsvertretern. Man habe wiederholt Zusagen erhalten, wonach alles unternommen werde, um Gvili zurückzubringen. Das verschaffe zumindest vorübergehend etwas Ruhe, so die Mutter, auch wenn die Belastung enorm sei.

Absolute Verpflichtung

Trumps Aussage fällt in einem heiklen Moment. In den USA und Israel wird derzeit über den Übergang zu einer zweiten Phase eines Gaza-Abkommens diskutiert. Nach Darstellung der Familie Gvili soll sich diese Phase vor allem auf die Entwaffnung der Hamas konzentrieren, nicht auf den Wiederaufbau des Gazastreifens. Die Rückführung von Ran Gvili sei dabei kein nachgeordnetes Ziel, sondern eine absolute Verpflichtung. Ein Wiederaufbau Gazas komme für die Familie nicht infrage, solange ihr Sohn nicht zurückgebracht sei.

Lesen Sie auch

Auch Gvilis Eltern warfen der Hamas vor, bewusst gegen bestehende Vereinbarungen zu verstoßen. Trumps Worte zeigten, dass die Terrororganisation ihren Verpflichtungen nicht nachkomme. Israel und die USA müssten nun ihren gesamten politischen und diplomatischen Druck einsetzen, notfalls auch mit Sanktionen.

In Jerusalem reagierten Regierungsvertreter zurückhaltend auf Trumps Bemerkung. Nach israelischen Angaben ist der genaue Aufenthaltsort von Gvilis Leichnam nicht bekannt, lediglich das ungefähre Gebiet. Ein Sprecher der Hamas-Terroristen erklärte unterdessen, man habe alle verfügbaren Informationen weitergegeben und arbeite daran, den Verbleib der Leiche zu klären.

Trumps Aussage fiel am Rande eines Auftritts zum Jahrestag seiner Rückkehr ins Präsidentenamt. Dort hatte er erklärt, man habe nahezu alle Geiseln zurückgeholt. »Sie haben noch eine übrig, von der wir glauben zu wissen, wo sie ist«. im

Ugandische Truppen

Nahost

Ugandas Parlament billigt Truppenentsendung nach Gaza

Auf US-Anfrage soll sich ein Kontingent der ugandischen Armee der geplanten internationalen Stabilisierungstruppe anschließen. In Afrika zählt das Land zu den größten Truppenstellern für Friedensmissionen

 07.08.2026

Meinung

Wie Georg Restle die Glaubwürdigkeit des ÖRR untergräbt

Nach dem X-Post des Journalisten hat sich Felix Schotland, Vorstand der Synagogen-Gemeinde Köln, an WDR-Programmdirektorin Andrea Schafarczyk gewandt. Wir dokumentieren das Schreiben im Wortlaut

von Felix Schotland  07.08.2026

Justiz

Israelischer Siedler wegen Tötung eines Palästinensers angeklagt

Der getötete Aktivist setzte sich gegen Siedlergewalt ein und war an dem Oscar-prämierten Film »No Other Land« beteiligt. Jetzt steht der mutmaßliche Täter vor Gericht

 07.08.2026

Dublin

Wegen Israel-Boykott: Irisches Regierungsflugzeug kann nicht mehr im Nebel landen

Beim Kauf der Maschine wurde bewusst auf das System »FalconEye« verzichtet, weil der israelische Rüstungskonzern Elbit Systems an dem Produkt beteiligt ist

 07.08.2026

Benjamin Netanjahu

Meinung

Nicht wegen des Krieges: Warum Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wirklich zurücktreten sollte

von Roman Haller  07.08.2026

Thailand

Israelische Mutter und Tochter nach Angriff im Krankenhaus

Die Touristinnen wurden auf der Insel Koh Phangan von einem Mann attackiert, der zuvor Israels Vorgehen im Gazastreifen kritisiert hatte. Eines der Opfer erlitt eine Gehirnblutung

 07.08.2026

Washington/Rom

USA: Annäherung bei Gesprächen zwischen Libanon und Israel

Man sei sich »nun deutlich näher« bei der Frage, was getan werden müsse, um die sogenannten Pilotzonen weiterzuführen und auszubauen, sagt ein Sprecher des US-Außenministeriums

 07.08.2026

Westjordanland

Mutter und Sohn entgehen Lynchversuch nach Irrfahrt in Dschenin

»Dutzende Araber versuchten, die Türen zu öffnen, warfen Steine auf uns und versuchten, uns anzuhalten«, sagt die Frau

 07.08.2026

Nahost

UNICEF-Erhebung: Kaum Mangelernährung bei Kindern in Gaza

»Im Gazastreifen herrscht keine Hungersnot«, heißt es im israelischen Außenministerium. Dies sei das eindeutige Ergebnis

 07.08.2026