Bei einem Messerangriff im Jordantal ist am Sonntag ein 24-jähriger Israeli verletzt worden. Der Mann wurde nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom in mittelschwerem Zustand in das Shaare-Zedek-Krankenhaus in Jerusalem gebracht. Dort wurde er laut einem Bericht der »Times of Israel« als stabil und bei vollem Bewusstsein beschrieben.
Der Angriff ereignete sich nahe dem palästinensischen Ort al-Auja, rund acht Kilometer nördlich von Jericho. Auf Aufnahmen, die in sozialen Medien verbreitet wurden, ist zu sehen, wie ein Angreifer den Israeli von hinten überrascht und mehrfach auf ihn einsticht, als dieser nach einem Halt an einem Geschäft zu seinem Fahrzeug zurückkehrt.
Bei dem Verletzten handelt es sich um Elhanan Hananya. Nach Angaben seiner Brüder erlitt er unter anderem einen gebrochenen Schulterbereich und innere Blutungen. Hananya ist Berufssoldat und war mit seiner Familie auf dem Weg nach Tiberias, um seinen Hochzeitstag zu feiern. Seine schwangere Ehefrau, die beiden Töchter und sein Schwiegervater befanden sich während des Angriffs im Auto.
Mehrfach zugestochen
»Als er zum Wagen zurückkam, war dort ein Terrorist, der ihn überfallen hatte«, sagte einer seiner Brüder. Der Angreifer habe die Situation ausgenutzt, als Hananya ihm den Rücken zugewandt habe, und mehrfach zugestochen. Hananya habe sich gewehrt und sei zugleich wegen seiner Kinder in Panik gewesen. Seine ältere Tochter habe den Angriff mit ansehen müssen.
Nach der Tat floh der Angreifer. Polizei und Armee leiteten eine umfangreiche Fahndung ein. Straßen wurden abgeriegelt, zudem kamen Spezialkräfte und Flugzeuge der israelischen Luftwaffe zum Einsatz. Am späten Nachmittag nahmen Sicherheitskräfte schließlich einen 16-jährigen Palästinenser im Dorf al-Auja fest. Er wurde zur Vernehmung an den Inlandsgeheimdienst Schin Bet übergeben.
Am selben Nachmittag kam es zu einem weiteren Zwischenfall im Westjordanland. In der Nähe der israelischen Siedlung Rimonim soll ein Palästinenser versucht haben, einem Soldaten dessen Waffe zu entreißen. Der Soldat des Duchifat-Bataillons der Kfir-Brigade eröffnete daraufhin das Feuer und tötete den Angreifer, wie die Armee mitteilte.
Vier Gesuchte
Die israelische Armee meldete darüber hinaus die Festnahme von vier gesuchten Palästinensern bei Einsätzen im Raum Ramallah. Nach Angaben der IDF standen zwei der Festgenommenen mit dem sogenannten Islamischen Staat und einer mit der palästinensischen Terrororganisation Hamas in Verbindung. Die Soldaten der Kommandoeinheit Duvdevan beschlagnahmten demnach außerdem drei M16-Sturmgewehre.
Seit den Massakern vom 7. Oktober 2023 kam es im Westjordanland zu mehr als 800 palästinensischen Terroranschlägen auf Israelis, bei denen zahlreiche Menschen ermordet wurden. In jüngster Zeit werden auch immer mehr Übergriffe radikaler israelischer Siedler auf von Palästinensern bewohnte Dörfer registriert. im