Westjordanland

Israelischer Zivilist bei Messerangriff im Westjordanland verletzt

Israelische Soldaten im Westjordanland Foto: copyright (c) Flash90 2026

Bei einem Messerangriff im Jordantal ist am Sonntag ein 24-jähriger Israeli verletzt worden. Der Mann wurde nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom in mittelschwerem Zustand in das Shaare-Zedek-Krankenhaus in Jerusalem gebracht. Dort wurde er laut einem Bericht der »Times of Israel« als stabil und bei vollem Bewusstsein beschrieben.

Der Angriff ereignete sich nahe dem palästinensischen Ort al-Auja, rund acht Kilometer nördlich von Jericho. Auf Aufnahmen, die in sozialen Medien verbreitet wurden, ist zu sehen, wie ein Angreifer den Israeli von hinten überrascht und mehrfach auf ihn einsticht, als dieser nach einem Halt an einem Geschäft zu seinem Fahrzeug zurückkehrt.

Bei dem Verletzten handelt es sich um Elhanan Hananya. Nach Angaben seiner Brüder erlitt er unter anderem einen gebrochenen Schulterbereich und innere Blutungen. Hananya ist Berufssoldat und war mit seiner Familie auf dem Weg nach Tiberias, um seinen Hochzeitstag zu feiern. Seine schwangere Ehefrau, die beiden Töchter und sein Schwiegervater befanden sich während des Angriffs im Auto.

Mehrfach zugestochen

»Als er zum Wagen zurückkam, war dort ein Terrorist, der ihn überfallen hatte«, sagte einer seiner Brüder. Der Angreifer habe die Situation ausgenutzt, als Hananya ihm den Rücken zugewandt habe, und mehrfach zugestochen. Hananya habe sich gewehrt und sei zugleich wegen seiner Kinder in Panik gewesen. Seine ältere Tochter habe den Angriff mit ansehen müssen.

Lesen Sie auch

Nach der Tat floh der Angreifer. Polizei und Armee leiteten eine umfangreiche Fahndung ein. Straßen wurden abgeriegelt, zudem kamen Spezialkräfte und Flugzeuge der israelischen Luftwaffe zum Einsatz. Am späten Nachmittag nahmen Sicherheitskräfte schließlich einen 16-jährigen Palästinenser im Dorf al-Auja fest. Er wurde zur Vernehmung an den Inlandsgeheimdienst Schin Bet übergeben.

Am selben Nachmittag kam es zu einem weiteren Zwischenfall im Westjordanland. In der Nähe der israelischen Siedlung Rimonim soll ein Palästinenser versucht haben, einem Soldaten dessen Waffe zu entreißen. Der Soldat des Duchifat-Bataillons der Kfir-Brigade eröffnete daraufhin das Feuer und tötete den Angreifer, wie die Armee mitteilte.

Vier Gesuchte

Die israelische Armee meldete darüber hinaus die Festnahme von vier gesuchten Palästinensern bei Einsätzen im Raum Ramallah. Nach Angaben der IDF standen zwei der Festgenommenen mit dem sogenannten Islamischen Staat und einer mit der palästinensischen Terrororganisation Hamas in Verbindung. Die Soldaten der Kommandoeinheit Duvdevan beschlagnahmten demnach außerdem drei M16-Sturmgewehre.

Seit den Massakern vom 7. Oktober 2023 kam es im Westjordanland zu mehr als 800 palästinensischen Terroranschlägen auf Israelis, bei denen zahlreiche Menschen ermordet wurden. In jüngster Zeit werden auch immer mehr Übergriffe radikaler israelischer Siedler auf von Palästinensern bewohnte Dörfer registriert. im

Avi Gil (in Uniform), links von Benjamin Netanjahu

Explosives Interview

»Die Geiseln hätten früher zurückkehren können«

Der ehemalige Militärsekretär des Premiers, Avi Gil, erhebt schwere Vorwürfe: Warnungen vor dem 7. Oktober seien ignoriert, Abkommen aus politischen Gründen verhindert und Protokolle manipuliert worden. Netanjahu weist die Anschuldigungen zurück

von Sabine Brandes  11.10.2026

Nahost

IDF: Terrorinfrastruktur in Gaza zerstört

Israelische Armee und Sicherheitsbehörden haben nach eigenen Angaben im Gazastreifen Waffenlager, eine Raketenabschussrampe und eine Kommandozentrale zerstört. Verteidigungsminister Katz droht dem neuen Hamas-Chef

 11.10.2026

Passagiere am Flydubai-Schalter am Ben-Gurion-Flughafen Tel Aviv, 30. September

Vereitelter Terroranschlag

Flydubai-Passagiere wollen auf Hunderte Millionen klagen

Nach dem versuchten Anschlag an Bord des Fluges nach Tel Aviv bereiten Israelis Klagen gegen die Airline und möglicherweise mehrere Staaten vor

von Sabine Brandes  11.10.2026

Gesellschaft

Hamas-Massaker überschattet Israels Wahlkampf

Die meisten Israelis sehen den 7. Oktober als wichtigen Faktor für ihre Wahlentscheidung. Umfragen zeigen, dass weder Netanjahus Lager noch die Opposition die Mehrheit erhält

von Sabine Brandes  11.10.2026

Frachtschiffe vor Anker in der Straße von Hormus bei Bandar Abbas (Iran)

Nahost

Bericht: Iran kann noch immer Raketen und Drohnen produzieren

Teheran soll demnach weiterhin gut ausgestattet mit Raketen sein und schnell nachproduzieren können. Die USA sollen zudem Israel gedrängt haben, Iran erneut anzugreifen – alleine

 11.10.2026

Nahost

Der Lieberman-Plan

Soll das Westjordanland neu verwaltet werden?

von Sabine Brandes  10.10.2026

Kino

Ich habe »Naza« gesehen, und es ist ein übles Stück Propaganda

Es ist erschreckend zu sehen, wie große Teile der Filmwelt sich gerade selbst zu nützlichen Idioten der Hamas degradieren, indem sie ihr von Lügen und Blut getränktes Narrativ übernehmen

von Philipp Peyman Engel  10.10.2026

Essay

Drei Jahre nach dem 7. Oktober: Die Grenzen universitärer Selbstgewissheit

Antisemitismus ist an Universitäten längst kein Ausnahmeproblem mehr. Drei Jahre nach dem 7. Oktober stellt sich deshalb eine unangenehmere Frage: Was haben Universitäten über sich selbst gelernt?

von Frederek Musall  09.10.2026

Luftfahrt

Wer kontrolliert die Flüge nach Israel?

Nach dem vereitelten Anschlag auf einen Flydubai-Flug gerät das israelische Sicherheitssystem für ausländische Airlines unter Druck

von Sabine Brandes  08.10.2026