Westjordanland

Nach Messerangriff: Terrorist in Dschenin getötet

Israelische Sicherheitskräfte führen am Donnerstag eine Anti-Terror-Operation im Westjordanland durch. Foto: copyright (c) Flash90 2026

Bei einem israelischen Militäreinsatz im Raum Dschenin im Westjordanland ist nach Angaben der IDF ein Palästinenser getötet worden, nachdem er versucht haben soll, einen Soldaten mit einem Messer anzugreifen. Bei dem Mann handelte es sich um Fathi Khazem, den Vater des Terroristen Raad Khazem.

Raad Khazem hatte im April 2022 einen tödlichen Anschlag auf der Dizengoff-Straße in Tel Aviv verübt. Bei der Schussattacke waren mehrere Menschen getötet und verletzt worden.

Der aktuelle Vorfall ereignete sich nach Angaben der israelischen Armee während einer Razzia zur Festnahme von Terrorverdächtigen. Soldaten des 890. Fallschirmjägerbataillons waren demnach in das Haus von Fathi Khazem eingedrungen, als dieser versucht habe, einen der Soldaten mit einem Messer zu attackieren.

Größere Anti-Terror-Operation

Die Einsatzkräfte eröffneten daraufhin das Feuer. Khazem wurde dabei tödlich getroffen. Verletzte unter den israelischen Soldaten wurden nach Angaben der IDF nicht gemeldet. Der Vorfall ereignete sich im Zusammenhang mit einer größeren israelischen Anti-Terror-Operation im Raum Dschenin. Nach Angaben der IDF hatten Soldaten zuvor mehr als 100 Häuser durchsucht und zwei mutmaßliche Terroristen festgenommen.

Lesen Sie auch

Beteiligt waren auch verdeckt operierende Kräfte der Spezialeinheit Duvdevan. Der Einsatz wurde nach Angaben des Militärs auf Grundlage von Informationen des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet durchgeführt. Die beiden Festgenommenen stehen demnach im Verdacht, Anschläge gegen israelische Bürger und Soldaten geplant und vorangetrieben zu haben.

Während der Operation geriet die israelische Armee allerdings selbst in die Kritik. Nach einem Bericht des Armeeradios »Galei Zahal« sollen Soldaten Zahlen auf die Körper palästinensischer Verdächtiger geschrieben haben. Die IDF bestätigte, dass Verdächtige, die im Rahmen des Einsatzes verhört wurden, von Sicherheitskräften markiert worden seien. Zugleich erklärte das Militär, den beteiligten Soldaten sei die »Schwere der Tat erklärt« worden und man habe entsprechende Lehren aus dem Vorfall gezogen.

Verstärkte Präsenz

Die jüngsten Einsätze stehen vor dem Hintergrund einer verstärkten Präsenz der israelischen Armee im Westjordanland. Nach Angaben der »Jerusalem Post« haben die IDF ihre dortige Einsatzstärke zuletzt auf 26 Bataillone erhöht. Zwei zusätzliche Bataillone wurden demnach in das Gebiet verlegt.

Seit den Massakern vom 7. Oktober 2023 kam es im Westjordanland zu mehr als 800 palästinensischen Terroranschlägen auf Israelis, bei denen zahlreiche Menschen ermordet wurden. In jüngster Zeit werden auch immer mehr Übergriffe radikaler israelischer Siedler auf von Palästinensern bewohnte Dörfer registriert. im

Deutschland

Schoa-Überlebende und Antisemitismusbeauftragte rechnen mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels und Maha El Hissy ab

Die Hintergründe

 09.09.2026 Aktualisiert

Kommentar

Warum der Börsenverein des Deutschen Buchhandels nie wieder »Nie wieder!« sagen sollte

Wer Antisemitismus nur dort bekämpft, wo es bequem ist, bekämpft ihn nicht – und wer wie im Fall Maha El Hissy konkrete Vorwürfe nicht ernsthaft prüfen will, sollte aufhören, zu erklären, wie ernst er diesen Kampf nimmt

von Andreas Büttner  09.09.2026 Aktualisiert

Verteidigung

Nach Deal über VW-Werk: Israelische Rüstungsunternehmen wollen noch mehr in Deutschland investieren

Rafael und Elbit wollen die deutsch-israelische Zusammenarbeit bei der Produktion von Abwehrraketen und anderem Militärgerät erheblich ausweiten. Covenant will in Sachsen Marschflugkörper produzieren

 09.09.2026

Nachrichten

Basketball, Ärzte, Straßenbahn

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  09.09.2026

Mascha Malburg und Joshua Schultheis

In eigener Sache

Mascha Malburg und Joshua Schultheis werden mit dem Georg-Stefan-Troller-Preis ausgezeichnet

Die Redakteurin der Jüdischen Allgemeinen und der freie Mitarbeiter erhalten die Auszeichnung für ihre Interviewreihe mit Juden aus Deutschland

 09.09.2026

Tourismus

Chinesische Influencer für Israel

Vor dem Krieg reisten jährlich rund 150.000 Besucher aus dem Reich der Mitte in den jüdischen Staat. Die Regierung versucht nun, diese Zielgruppe zurückzugewinnen

von Sabine Brandes  09.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  09.09.2026

26. Knesset

Die Unentschiedenen könnten die Wahl entscheiden

38 Parteien treten zur Knesset-Wahl an. Umfragen zufolge herrscht zwischen den Blöcken um Premier Netanjahu und der Opposition ein enges Patt

von Sabine Brandes  09.09.2026

Taglit

Emotionales Bootcamp mit Lior Raz

Israels Superstar kam kurz vor dem Start der fünften »Fauda«-Staffel nach Berlin, um sich für »Birthright« starkzumachen. Und für einen optimistischeren jüdischen Staat

von Sophie Albers Ben Chamo  09.09.2026