Bei einem israelischen Militäreinsatz im Raum Dschenin im Westjordanland ist nach Angaben der IDF ein Palästinenser getötet worden, nachdem er versucht haben soll, einen Soldaten mit einem Messer anzugreifen. Bei dem Mann handelte es sich um Fathi Khazem, den Vater des Terroristen Raad Khazem.
Raad Khazem hatte im April 2022 einen tödlichen Anschlag auf der Dizengoff-Straße in Tel Aviv verübt. Bei der Schussattacke waren mehrere Menschen getötet und verletzt worden.
Der aktuelle Vorfall ereignete sich nach Angaben der israelischen Armee während einer Razzia zur Festnahme von Terrorverdächtigen. Soldaten des 890. Fallschirmjägerbataillons waren demnach in das Haus von Fathi Khazem eingedrungen, als dieser versucht habe, einen der Soldaten mit einem Messer zu attackieren.
Größere Anti-Terror-Operation
Die Einsatzkräfte eröffneten daraufhin das Feuer. Khazem wurde dabei tödlich getroffen. Verletzte unter den israelischen Soldaten wurden nach Angaben der IDF nicht gemeldet. Der Vorfall ereignete sich im Zusammenhang mit einer größeren israelischen Anti-Terror-Operation im Raum Dschenin. Nach Angaben der IDF hatten Soldaten zuvor mehr als 100 Häuser durchsucht und zwei mutmaßliche Terroristen festgenommen.
Beteiligt waren auch verdeckt operierende Kräfte der Spezialeinheit Duvdevan. Der Einsatz wurde nach Angaben des Militärs auf Grundlage von Informationen des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet durchgeführt. Die beiden Festgenommenen stehen demnach im Verdacht, Anschläge gegen israelische Bürger und Soldaten geplant und vorangetrieben zu haben.
Während der Operation geriet die israelische Armee allerdings selbst in die Kritik. Nach einem Bericht des Armeeradios »Galei Zahal« sollen Soldaten Zahlen auf die Körper palästinensischer Verdächtiger geschrieben haben. Die IDF bestätigte, dass Verdächtige, die im Rahmen des Einsatzes verhört wurden, von Sicherheitskräften markiert worden seien. Zugleich erklärte das Militär, den beteiligten Soldaten sei die »Schwere der Tat erklärt« worden und man habe entsprechende Lehren aus dem Vorfall gezogen.
Verstärkte Präsenz
Die jüngsten Einsätze stehen vor dem Hintergrund einer verstärkten Präsenz der israelischen Armee im Westjordanland. Nach Angaben der »Jerusalem Post« haben die IDF ihre dortige Einsatzstärke zuletzt auf 26 Bataillone erhöht. Zwei zusätzliche Bataillone wurden demnach in das Gebiet verlegt.
Seit den Massakern vom 7. Oktober 2023 kam es im Westjordanland zu mehr als 800 palästinensischen Terroranschlägen auf Israelis, bei denen zahlreiche Menschen ermordet wurden. In jüngster Zeit werden auch immer mehr Übergriffe radikaler israelischer Siedler auf von Palästinensern bewohnte Dörfer registriert. im