Luftfahrt

Streit um Tankflugzeuge der US-Luftwaffe am Ben-Gurion-Flughafen

Tanker und Frachter der US-Luftwaffen stehen am Ben-Gurion-Flughafen auf Positionen, die für die zivile Luftfahrt vorgesehen sind. Foto: copyright (c) Flash90 2026

Die Entscheidung Israels, weitere amerikanische Tankflugzeuge vorerst nicht am Flughafen Ben Gurion landen zu lassen, sorgt für Spannungen zwischen Jerusalem und Washington. Das US-Zentralkommando (CENTCOM) wandte sich laut »Ynet« an die Führung der israelischen Streitkräfte (IDF) und machte deutlich, dass die Maßnahme die militärischen Planungen der USA in der Region beeinträchtigen könnte.

Hintergrund ist die wachsende Belastung des Flughafens durch zahlreiche amerikanische Luftbetankungs- und Frachtflugzeuge, die dort im Zusammenhang mit den Vorbereitungen auf eine mögliche weitere Eskalation mit dem Iran stationiert sind. Nach Angaben israelischer Sicherheitskreise betrachten die USA die Maschinen als wichtigen Bestandteil ihrer Abschreckungs- und Verteidigungsstrategie im Nahen Osten.

Ein ranghoher israelischer Militärvertreter stellte sich hinter die USA: »Die amerikanische Forderung ist berechtigt. Die Tankflugzeuge sind ein strategisches Mittel der Vereinigten Staaten in der Region und ein integraler Bestandteil der gemeinsamen Vorbereitungen gegen den Iran«, sagte er laut Bericht. Aus operativer Sicht sei es entscheidend, dass die Flugzeuge entsprechend den Anforderungen der US-Streitkräfte eingesetzt werden könnten.

Platz für den zivilen Luftverkehr

Der Streit begann, nachdem die geplante Verlegung von Tankflugzeugen der US-Luftwaffe vom Ben-Gurion-Flughafen gestoppt worden war. Ursprünglich sollte Platz für den zivilen Luftverkehr geschaffen werden, insbesondere während der stark ausgelasteten Sommerreisezeit. Inzwischen stehen nach israelischen Angaben rund 33 US-Tankflugzeuge auf dem Flughafen – auf Stellflächen, die auch für zivile Maschinen benötigt werden.

Verkehrsministerin Miri Regev hatte nach einer Lagebewertung entschieden, zunächst keine weiteren Landegenehmigungen für zusätzliche amerikanische Tankflugzeuge zu erteilen. Das Verkehrsministerium begründete den Schritt mit der Sorge, dass der zivile Flugverkehr beeinträchtigt werden könnte und im August Zehntausende Reisebuchungen betroffen wären.

Aus israelischer Sicht hatte die Forderung nach einer Verlegung der Flugzeuge zunächst als nachvollziehbar gegolten. Solange die USA nicht aktiv gegen den Iran vorgingen, sei eine Entlastung des Flughafens vertretbar gewesen, erklärte ein israelischer Regierungsbeamter laut »Ynet«. Angesichts der erneuten militärischen Spannungen müsse die Zusammenarbeit mit Washington nun jedoch Vorrang haben.

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Vom Sicherheitskabinett gebilligt

»Die Amerikaner haben ihre Offensivmaßnahmen gegen den Iran verändert, und es wird erwartet, dass wir vollständig mit unserem Partner zusammenarbeiten«, erklärten Militärvertreter.

Nach der Landung eines weiteren US-Tankflugzeugs am Dienstag stellte das Verkehrsministerium klar, die Maschine sei lediglich zum Auftanken gekommen und nicht dauerhaft abgestellt worden. Die Entscheidung, nicht mehr als 20 Tankflugzeuge gleichzeitig auf dem Ben-Gurion-Flughafen zu stationieren, sei zuvor vom Sicherheitskabinett gebilligt worden, um den Flugverkehr für israelische Reisende aufrechtzuerhalten.

Israel und die USA hatten sich zuvor darauf verständigt, dass maximal 20 der insgesamt rund 100 im Nahen Osten eingesetzten amerikanischen Tankflugzeuge am Ben-Gurion-Flughafen verbleiben sollten. Die Zahl war zuletzt auf 28 gesunken, bevor weitere vier Maschinen ohne vorherige Abstimmung eintrafen.

Unterkünfte und Versorgungseinrichtungen

Israelische Behörden verweisen darauf, dass es sich um einen zivilen Flughafen handele und die Tankflugzeuge grundsätzlich auch auf Militärflugplätzen stationiert werden könnten. Für die USA bietet der Standort allerdings praktische Vorteile: Er liegt nahe Tel Aviv, verfügt über eine ausgebaute Infrastruktur und ermöglicht schnellen Zugang zu Unterkünften und Versorgungseinrichtungen.

Trotz des Konflikts betonen israelische Verantwortliche, es gebe keine grundlegende Krise mit den Vereinigten Staaten. Das Verteidigungsministerium sei informiert und die Gespräche mit den amerikanischen Partnern liefen. Noch ist unklar, ob Washington auf der weiteren Stationierung bestehen werde oder ob eine neue Vereinbarung zwischen beiden Seiten notwendig werden könnte.

Bereits im vergangenen Monat hatte die Situation am Ben-Gurion-Flughafen für erhebliche Sorgen gesorgt. Damals drohte die mögliche Streichung von mehr als 200.000 Flugtickets in der Sommerreisezeit, weil die zahlreichen amerikanischen Tankflugzeuge einen großen Teil der Abstellkapazitäten belegten. Ende Juni meldete Israel schließlich eine Einigung mit dem US-Militär, um die Verlegung der Maschinen zu beschleunigen und die Belastung des zivilen Flugverkehrs zu reduzieren. im

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