Reisen

2,4 Millionen Israel-Flugtickets könnten storniert werden

Foto: Flash 90

Für viele Menschen könnte der Sommerurlaub noch ins Wasser fallen – obwohl sie Flugtickets mit israelischen Gesellschaften gebucht haben. Eigentlich eine recht sichere Angelegenheit, sogar in Kriegszeiten. Doch jetzt stehe die Annullierung von mehr als 2,4 Millionen Reisen kurz bevor, sagt Verkehrsministerium Miri Regev.

Grund dafür sind die Tankflugzeuge der US-Armee, die derzeit etwa 70 Prozent der Stellflächen und auch der Flugslots auf dem Ben-Gurion-Flughafen in Anspruch nehmen. Zu einer Zeit, in der die Hochsaison vor der Tür steht. Am Sonntag forderte die Ministerin Premierminister Benjamin Netanjahu auf, zumindest einen Teil der US-amerikanischen Maschinen entfernen zu lassen.

»Wenn bis Dienstag (den 16. Juni) nicht die Hälfte der Tankflugzeuge entfernt wird, werden wir über zwei Millionen Bürger darüber informieren, dass ihre Flüge im Sommer und zu den Hohen Feiertagen gestrichen werden«, hieß es in ihrem Schreiben. Betroffen sind Flüge sowohl von als auch nach Israel.

Auch die Pilgerreise nach Uman könnte gestrichen werden

Wahrscheinlich um Druck auf den Ministerpräsidenten zu machen, fügte Regev hinzu, dass »auch die Reise der Bratslaver Chassidim nach Uman zu Rosch Haschana, gestrichen werden könnte«. Vor allem die ultraorthodoxen Parteien der Koalition bestehen auf die Durchführung dieser Reisen. Oft machen sich Zehntausende Anhänger auf den Weg.

Doch derzeit belegen 72 Tankflugzeuge auf dem Flughafen mehr als die Hälfte der Parkpositionen und blockieren die Start- und Landezeiten, was immer wieder für Verspätungen im In- und Ausland sorgt. Am Ramon-Flughafen bei Eilat nehmen die US-Flugzeuge sogar 90 Prozent der Parkpositionen in Anspruch, erläuterte Regev.

Am Dienstag laufe die Frist aus, in der die Luftfahrtbehörde die Kunden über die Stornierung ihrer Flüge informieren muss, erklärte sie weiter. Denn entsprechend des Gesetzes muss die Behörde die israelischen Fluggesellschaften informieren, ob sie ihre Kunden über die Stornierung von mehr als 2,4 Millionen bereits verkauften Flugtickets für die Sommer- und Ferienzeit benachrichtigen müssen.

Miri Regev: »Es beeinträchtigt Israels Glaubwürdigkeit als Reiseziel für die Luftfahrt erheblich.«

»Dies verursacht direkte wirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe für die Fluggesellschaften, den Tourismussektor und die gesamte Wirtschaft«, resümierte die Ministerin. »Zudem würde dies Israels Glaubwürdigkeit als Reiseziel für die Luftfahrt erheblich beeinträchtigen. Auch würden Gesellschaften abgeschreckt, die erst kürzlich nach dem Waffenstillstand ihre Flüge in das Land wieder aufgenommen haben.

Regev hat auch eine Lösung parat: Sie schlägt vor, dass die israelische Luftwaffe ihre Flugzeuge auf kleine zivile Flugplätze verlegt und die US-Maschinen stattdessen auf den Luftwaffenstützpunkten geparkt werden sollen.

«Diese Alternative bringt nationale, sicherheitspolitische und zivile Interessen in Einklang», schreibt sie und bittet Netanjahu gleichzeitig, die Umsetzung dieses Vorhabens anzuordnen.

Vorschlag wurde dem Generalstabschef vorgelegt

«Dieser Vorschlag wurde dem Generalstabschef der israelischen Streitkräfte, dem stellvertretenden Generalstabschef und dem Befehlshaber der Luftwaffe vorgelegt», so Regev. « Denn es sei eine »Verpflichtung, die zivile Luftfahrt zu berücksichtigen«.

Bis zum Montagmittag hatte das Büro des Premierministers noch nicht reagiert.

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