Der neue Chef des israelischen Inlandsgeheimdienstes Schin Bet, David Zini, soll vor internen Sicherheitsrunden gewarnt haben, dass die Hafenstadt Eilat im Süden Israels zu einem möglichen Ziel eines Angriffs nach dem Vorbild des Massakers vom 7. Oktober werden könnte. Laut einem Bericht von »Ynet« hat er führende Mitarbeiter der Behörde angewiesen, mögliche Angriffsszenarien für die Stadt zu untersuchen.
Zini betrachtet Eilat demnach als einen sicherheitspolitischen Schwachpunkt. Die Stadt liegt am südlichsten Punkt Israels, weit entfernt von den großen Bevölkerungszentren, direkt am Roten Meer und in der Nähe der Grenzen zu Jordanien und Ägypten. Nach Einschätzung des Schin-Bet-Chefs besteht unter anderem die Gefahr, dass Terroristen über Landesgrenzen oder über das Meer in die Stadt eindringen könnten.
In internen Gesprächen soll Zini Eilat als »exponierte Stadt« bezeichnet haben. Ein Sicherheitsvertreter äußerte jedoch Zweifel an der Grundlage dieser Einschätzung und sagte, innerhalb des Verteidigungsapparats sei nicht bekannt, auf welche konkreten Informationen sich die Warnung stütze. Einige Mitarbeiter des Schin Bet hielten das Szenario demnach für spekulativ.
Allgemeine Bedrohungsanalyse
Der Geheimdienst stellte später klar, dass es keine konkrete Warnung oder aktuelle Erkenntnisse über einen geplanten Angriff auf Eilat gebe. »Vor mehreren Monaten führte der Schin-Bet-Chef im Rahmen seiner Amtsübernahme und der Untersuchung verschiedener Bedrohungen einen Rundgang durch Eilat durch«, teilte die Behörde mit. Dabei seien gemeinsam mit dem Militär unterschiedliche Einschätzungen geprüft worden. Es habe sich um eine umfassende operative Planung und eine Analyse möglicher Gefahrenbereiche gehandelt.
Die israelische Armee kündigte eine Übung im Golf von Eilat an. Dabei müsse die Bevölkerung mit verstärkter Bewegung von Sicherheitskräften und Schiffen rechnen. Gleichzeitig betonte die Armee, es gebe »keine Sorge vor einem Sicherheitsvorfall«. Sollte sich eine tatsächliche Gefahr entwickeln, würden die Einwohner informiert.
Bürgermeister Eli Lankri erklärte, es gebe – wie auch der Schin Bet klargestellt habe – keine konkreten Hinweise auf eine unmittelbar bevorstehende Bedrohung. Dennoch sei die Stadt auf verschiedene Szenarien vorbereitet. Israel habe aus dem Angriff vom 7. Oktober »schmerzhafte und wichtige Lektionen« gelernt und müsse verhindern, dass sich eine solche Katastrophe irgendwo im Land wiederhole.
Ausbau von Sicherheitsmaßnahmen
Lankri sagte dem »Ynet«-Bericht zufolge, er stehe regelmäßig mit Sicherheitsbehörden in Kontakt und könne bestätigen, dass Eilat »gut geschützt, vorbereitet und wachsam« sei. Besonders die östliche Grenze sei seit Kriegsbeginn stärker abgesichert worden.
Gleichzeitig warnte der Bürgermeister davor, Sicherheit ausschließlich über militärische Maßnahmen zu definieren. »Eine der zentralen Lehren des 7. Oktober ist, dass nationale Widerstandskraft im Voraus aufgebaut wird und nicht erst danach«, sagte er. Eilat sei »das südliche Tor des Staates Israel«, eine strategisch wichtige Stadt in einem Grenzdreieck und weit entfernt vom Zentrum des Landes.
Er forderte weitere Investitionen in Sicherheitsstrukturen, medizinische Versorgung, Notfallinfrastruktur und öffentliche Dienstleistungen. Eine sichere und stabile Stadt sei von nationalem Interesse. Trotz der Diskussionen arbeite Eilat normal weiter und bereite sich auf zahlreiche Besucher während der Sommerferien vor. im