Diplomatie

Kolumbien erkennt Israels Souveränität über den Golan an

Abelardo de la Espriella, Kolumbiens neuer Präsident, verfolgt eine andere Linie gegenüber Israel als sein Vorgänger Foto: picture alliance / Xinhua News Agency

Kolumbien hat Israels Hoheit über die im Sechstagekrieg 1967 eroberten Golanhöhen offiziell anerkannt. Das Außenministerium in Bogotá veröffentlichte am Montag eine Mitteilung, in der es hieß: »Angesichts der anhaltenden regionalen Instabilität im Nahen Osten und unter Berücksichtigung der strategischen Bedeutung der Golanhöhen für die Sicherheit Israels erkennt die kolumbianische Regierung die israelische Souveränität über dieses Gebiet sowie das Recht dieses Staates an, sich vor externen Bedrohungen zu schützen.«

Israel sehe sich seit Jahren an seinen Grenzen »anhaltenden und existenziellen Sicherheitsherausforderungen« ausgesetzt, so die Erklärung weiter. Vor diesem regionalen Hintergrund erkenne die Regierung Kolumbiens an, »dass die Aufrechterhaltung der Kontrolle und Souveränität Israels über die Golanhöhen einen wesentlichen Bestandteil seiner nationalen Verteidigung und seiner Fähigkeit darstellt, seine Bürger zu schützen und zu sichern«.

Kolumbiens Botschaft in Tel Aviv soll bald nach Jerusalem verlegt werdenFoto: Copyright (c) Flash 90 2024

Im Jahr 2019 hatte US-Präsident Donald Trump eine Proklamation unterzeichnet, in der er ebenfalls die israelische Souveränität über den Golan anerkannte. Ein Jahr zuvor hatte Trump bereits die US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegt. Auch Kolumbiens neuer Präsident, der Konservative Abelardo de la Espriella, der vergangene Woche sein Amt angetreten hatte, will die diplomatische Vertretung seines Landes in die israelische Hauptstadt verlegen.

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Zu de la Espriellas Amtseinführung war auch Israels Außenminister Gideon Sa’ar nach Bogotá gereist. Er hatte sich drei Stunden lang mit dem neuen Staats- und Regierungschef unterhalten. Unter de la Espriellas Vorgänger, dem linksgerichteten Präsidenten Gustavo Petro, lagen die diplomatischen Beziehungen zwischen Kolumbien und Israel wegen des Gaza-Krieges praktisch auf Eis.

Er werde »das strategische Bündnis mit dem Staat Israel zu erneuern« und »die jüdisch-christlichen Prinzipien zu verteidigen, die das Fundament der westlichen Zivilisation bilden«, hatte de la Espriella vergangene Woche zudem versprochen.

Sa’ar dankte seinem »guten Freund« nun für den Schritt zu Anerkennung der israelischen Souveränität über den Golan. »Damit hat der kolumbianische Präsident in einer seiner ersten Entscheidungen im Amt seine Führungsstärke, seine Werte und sein Engagement für Israel und die Sicherheit Israels unter Beweis gestellt«, schrieb der Außenminister auf X.

Israel verspricht Erdbebenhilfe

Nach dem schweren Erdbeben im Westen Kolumbiens am Montagvormittag versprach Sa’ar der kolumbianischen Regierung, man wolle helfen. »Israel ist bereit, Kolumbien so weit wie nötig zu unterstützen«, erklärte der Außenminister. Mehrere Dutzend Menschen sind bei dem Beben, das eine Stärke von 7,4 auf der Richterskala hatte, ums Leben gekommen, zahlreiche weitere werden noch vermisst. mth

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