Tel Aviv/Berlin

Schiff bringt Ärzte und medizinisches Personal nach Israel zurück

Das Schiff mit den Ärzten an Bord lief im Hafen von Haifa ein Foto: Flash90

Ein Schiff hat rund 100 israelische Ärzte und weiteres medizinisches Personal, das nach Kriegsbeginn mit dem Iran im Ausland gestrandet war, von Zypern nach Israel zurückgebracht. Es legte am Dienstagabend im Hafen von Haifa an, wie das Nachrichtenportal »ynet« berichtete.

An Bord waren demnach medizinische Fachkräfte mehrerer israelischer Kliniken, die wegen der Schließung des Luftraums nicht zurückfliegen konnten. Die Rückkehr wurde gemeinsam mit der Reederei Zim organisiert.

Oren Tene vom Ichilov-Krankenhaus berichtete, man habe das Angebot zunächst für »Science-Fiction« gehalten – »aber wir wussten, dass wir gebraucht werden«. Die Reise habe über zwei Tage gedauert, mit Flügen über Athen und Larnaka, einer Busfahrt nach Limassol und zehn Stunden Überfahrt.

Lesen Sie auch

Fortbildung in Berlin wird zur Odyssee

Auch 22 Mitglieder des medizinischen Führungspersonals des Ichilov-Krankenhauses in Tel Aviv waren den Angaben zufolge dabei – unter ihnen Klinikleiter und Chefärzte, die sich zu einer Fortbildung in Deutschland aufhielten. »Wir mussten sie schnell zurückholen«, sagte Personalleiterin Lital Zand.

Das israelische Gesundheitsministerium hat laut »ynet« inzwischen rund 390 medizinische Fachkräfte identifiziert, die rasch zurückgebracht werden sollen. »Unsere Teams wollten unbedingt zurück«, sagte Zand. »In Tel Aviv herrscht Raketenalarm – wir müssen vorbereitet sein.« Sie sagte zudem: »In Israel gibt es dieses eigenartige Phänomen – sobald der Krieg beginnt, wollen alle zurück und ihren Beitrag leisten.«

Die Onkologin Ravit Geva sagte: »Wir hätten nie gedacht, dass eine kurze Fortbildung in Berlin zu so einer Weltreise wird.«

Interview

Ben Berndt: »Ich würde gerne mit Benjamin Netanjahu sprechen«

Der Podcaster schreibt Mediengeschichte. Sein YouTube-Format »Ungeskriptet« erreicht Millionen. Ihn begleitet der Vorwurf, rechtsextreme Positionen Vorschub zu leisten. Ein Gespräch

von Sven Gösmann, Stella Venohr  07.07.2026

Jerusalem

»Antisemitische Hetze« und »Aufruf zum Völkermord«: Streit zwischen Israel und Türkei eskaliert

Türkeis Außenminister hatte Israel als Problem für die Menschheit bezeichnet, das nicht länger ertragen werden könne

 07.07.2026

USA

Wie Ägyptens Nationaltrainer bei der Fußball-WM Lügen über Israel verbreitet

Politische Botschaften sind während des Turniers eigentlich verboten. Ägyptens Trainer lässt sich davon nicht beeindrucken

 07.07.2026 Aktualisiert

Hintergrund

UNRWA: Die Rosa-Luxemburg-Stiftung und die Israel-Lobby

Eine neue Studie der linksparteinahen Stiftung präsentiert jüdische und pro-israelische Organisationen in Deutschland pauschal als Sprachrohre der Regierung in Jerusalem

von Michael Thaidigsmann  06.07.2026

Jerusalem

Erleichte Zulassung eingewanderter Psychologen

Im Ausland ausgebildete Psychologen sollen künftig schneller in Israel praktizieren können. Hintergrund ist auch die Krise der mentalen Gesundheit seit dem 7. Oktober

 06.07.2026

Unabhängige Medien

Angriff auf Israels größten Nachrichtensender

Ein maskierter Mann hat in der Nacht mit einem Backstein die Eingangstür des Kanals 12 zertrümmert. Journalisten warnen schon länger vor wachsender politischer Gewalt und zunehmender Hetze

von Sabine Brandes  06.07.2026

Jerusalem

Steht Israel vor einer Verfassungskrise?

Die Regierung will eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofes nicht anerkennen. Kulturminister Zohar erwartet jedoch, dass sich der Premier dem Urteil beugen wird. Die Hintergründe

von Sabine Brandes  06.07.2026

Tel Aviv

Sasha Troufanov und Sapir Cohen: Emotionale Hochzeit zweier ehemaliger Geiseln in Israel

»Ihr wart die ganze Zeit an unserer Seite. Vielen Dank. Ich liebe euch«, sagte der Bräutigam unter der Chuppa. Unter den Gästen war auch Israels Präsident Isaac Herzog

 06.07.2026

New York

Adam Sandler traut Taylor Swift und Travis Kelce – Debatte über Israel-Haltung entfacht

Israelfeindliche Aktivisten werten die Mitwirkung des jüdischen Schauspielers als Hinweis auf eine mögliche Haltung der Sängerin im Nahostkonflikt

 06.07.2026