Westjordanland

Rabbiner aus Siedlungen warnen vor Gewalt

Die israelische Siedlung Kedumim im Westjordanland Foto: Copyright (c) Flash 90 2024

Mehrere führende Rabbiner aus Siedlungen im nördlichen Westjordanland haben in einem öffentlichen Schreiben radikale Siedler zur Zurückhaltung aufgerufen und Gewalt grundsätzlich verurteilt. Zehn geistliche Autoritäten erklärten, Übergriffe schadeten dem gesamten Siedlungsprojekt und könnten dessen Zukunft gefährden. »The Times of Israel« berichtete.

In dem Brief, der Anfang Februar verfasst und nun publik gemacht wurde, betonen die Unterzeichner ihre Unterstützung für neue Außenposten in der Region – allerdings nur, wenn diese in Abstimmung mit den lokalen Behörden entstehen und ohne gewaltsame Aktionen. Zugleich äußerten sie Besorgnis über Aktivitäten, die dem Ansehen der Siedlerbewegung schaden könnten. Es gebe Menschen mit guten Absichten, deren Vorgehen jedoch problematisch sei, sowie Akteure, die das Projekt aus eigennützigen Motiven missbrauchten.

Die Rabbiner erklärten dem Zeitungsbericht zufolge, sie lehnten »Gewalt in jeglicher Form« ab. Auch in angespannten Situationen auf Hügeln und landwirtschaftlichen Außenposten dürfe es keine Selbstjustiz geben. Stattdessen sollten im Falle von Ausschreitungen die Sicherheitskräfte oder die Regionalverwaltung eingeschaltet werden. In dem Schreiben heißt es zudem, es gebe eine Kampagne, die jede Reibung und erst recht jede Gewalttat nutze, um die Siedlungen insgesamt zu diskreditieren. Das schade dem Ruf der Siedler in Israel, den USA und weltweit.

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Konkrete Angriffe auf Palästinenser wurden in dem Brief nicht erwähnt, ebenso wenig die Identität der mutmaßlichen »Randalierer«. Ein beteiligter Rabbiner forderte in einem Interview jedoch ein härteres Vorgehen gegen Angriffe auf jüdische Hirten durch »Araber und gewalttätige Anarchisten« und kritisierte Einsätze der Sicherheitskräfte gegen junge Siedler.

Die Gewalt im Westjordanland ist seit dem Beginn des Gaza-Krieges nach dem Angriff der Hamas im Oktober 2023 deutlich angestiegen. In den vergangenen Jahren kam es regelmäßig zu Anschlägen palästinensischer Terroristen auf jüdische Bewohner, bei denen mehrere Menschen umkamen. Auch wurden Übergriffe extremistischer Siedler auf palästinensische Zivilisten registriert, darunter Brandstiftungen und körperliche Attacken. Eine Strafverfolgung blieb laut Kritikern in vielen Fällen aus.

Zuletzt wurde im Süden des Westjordanlands ein Brand in einem palästinensischen Schafstall gemeldet, bei dem Dutzende Tiere verendeten. Während zunächst von einem möglichen Angriff ausgegangen wurde, erklärten die israelischen Behörden nach Ermittlungen, ein technischer Defekt habe das Feuer ausgelöst. Es gebe keine Hinweise auf eine kriminelle oder nationalistisch motivierte Tat. im

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