Tourismus

Profitieren israelische Fluggesellschaften von der Krise?

Eine El Al-Maschine am Flughafen Berlin Brandenburg Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Der Krieg gegen Iran treibt die Flugpreise in Israel in die Höhe. Nachdem der Luftraum des Landes seit dem 28. Februar für den regulären Flugverkehr weitgehend gesperrt war, haben die meisten internationalen Carrier ihre Verbindungen nach Tel Aviv ausgesetzt – und israelische Fluggesellschaften nutzen die Lage offenbar zu ihrem Vorteil. Auch die Publikation »Times of Israel« berichtete.

Laut Mark Feldman, Geschäftsführer von Ziontours Jerusalem, der in dem Bericht zitiert wird, sind die Ticketpreise für Flüge im Frühjahr und Sommer innerhalb von nur zehn Tagen um 15 Prozent gestiegen. Die Buchungen konzentrieren sich fast ausschließlich auf El Al: »Das unterstreicht einmal mehr, warum El Al eine dominante Stellung einnehmen und von seiner Quasi-Monopolstellung profitieren wird«, so Feldman gegenüber dem Blatt.

Hin- und Rückflugtickets vom Ben-Gurion-Flughafen nach New York für die letzte Maiwoche kosten bei El Al derzeit 1990 Dollar (1738 Euro), bei der kleineren israelischen Gesellschaft Arkia zwischen 1550 und 2448 Dollar (1354 bis 2138 Euro), je nach Reisedatum. Die steigenden Kerosinpreise allein sind nach Ansicht von Kritikern kein Grund für Preiserhöhungen dieser Dimension.

Hohe Strafe

El Al steht wegen seiner Preispolitik bereits unter Druck: Die israelische Wettbewerbsbehörde verhängte vergangenen Monat eine Strafe von 121 Millionen Schekel (rund 33,7 Millionen Euro) gegen die Airline, weil sie ihre Monopolstellung ausgenutzt und »überhöhte und unfaire« Preise verlangt habe – und zwar während des zweijährigen Krieges gegen die Hamas im Gazastreifen.

Während israelische Linien weiter fliegen, verlängern internationale Gesellschaften ihre Aussetzungen immer weiter. Die Lufthansa-Gruppe, Air Canada, American Airlines, Delta und United haben ihre Flüge wegen des Krieges bis weit in den April hinein gestrichen.

Der britische Billigflieger easyJet, der eigentlich ab dem 29. März wieder nach Tel Aviv hätte fliegen sollen, kündigte am Dienstag an, Ben Gurion Airport erst im Oktober wieder anzufliegen. Auch Wizz Air, das ursprünglich sogar eine operative Basis in Israel aufbauen und damit für mehr Wettbewerb und niedrigere Preise sorgen wollte, verschiebt seine Rückkehr auf mindestens Ende März.

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Die Unsicherheit belastet auch den Tourismus: Viele Reisende, die über Pessach Tickets nach Israel gebucht haben, wissen nicht, ob ihre Flüge stattfinden werden.

Flüge gestrichen

Israelis selbst weichen derweil auf Urlaub im eigenen Land aus. »In den vergangenen Tagen verzeichnen wir täglich steigende Buchungen für Hotelaufenthalte in Israel«, wird Shirley Cohen-Orkaby, Vizepräsidentin von Eshet Tours, von »The Times of Israel« zitiert. Gefragt seien vor allem Eilat, das Tote Meer und Jerusalem – Regionen, in denen die Zahl der Raketenalarme deutlich geringer sei als anderswo im Land.

El Al teilte am Sonntag mit, alle regulären Flüge seien nunmehr bis zum 21. März gestrichen. Derzeit werde nur ein Anteil von etwa 20 Prozent des Flugplans umgesetzt. Dies hat mit den Vorgaben der Behörden zu tun, aber auch mit den Rückholflügen für Passagiere, die in allen Teilen der Welt festsitzen. Von ursprünglich 120.000 Betroffenen wurden Tausende bereits nach Israel zurückgeholt.

Auch kündigte El Al an, Amerikaner in die USA zurückzufliegen, deren Reisepläne durch den Krieg durchkreuzt wurden. Sechs vollbesetzte Flüge nach New York sollen zu diesem Zweck von Montag an abheben, sollten die Behörden grünes Licht geben. Die sechs USA-Flüge wurden der Fluglinie zufolge mit dem Außenministerium in Washington D.C. und der US-Botschaft in Jerusalem koordiniert. im

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