Rehovot

Israelis entwickeln neue Methode zur Suche nach außerirdischem Leben

Foto: picture alliance / CHROMORANGE

Ein Forschungsteam des israelischen Weizmann-Instituts in Rehovot hat ein neues Verfahren vorgestellt, das die Suche nach außerirdischem Leben deutlich erleichtern könnte. Die Wissenschaftler entwickelten ein statistisches Analysewerkzeug, das anhand von Molekülmustern erkennen soll, ob bestimmte Stoffe biologischen Ursprungs sind oder nicht. Die Methode wurde in der Fachzeitschrift »Nature Astronomy« veröffentlicht und könnte künftig bei Weltraummissionen zum Einsatz kommen.

Nach Angaben des leitenden Forschers Gideon Yoffe konzentriert sich der Ansatz auf die grundlegenden Bausteine des Lebens. »Wir sprechen über die Bausteine des Lebens«, sagte er gegenüber der Publikation »Times of Israel«. »Das ist es, wonach wir im Sonnensystem und darüber hinaus suchen.«

Im Unterschied zu vielen bisherigen Verfahren benötigt die neue Methode keine aufwendigen Laboranalysen. Stattdessen wertet sie statistische Muster innerhalb von Molekülgruppen aus. Die Forscher argumentieren, dass sich allein anhand dieser Verteilungen feststellen lasse, ob Moleküle durch biologische Prozesse entstanden seien oder nicht.

Fossilisierte Dinosaurierfeder

Um die Zuverlässigkeit des Verfahrens zu überprüfen, analysierte das Team mehr als 100 unterschiedliche Proben. Dazu gehörten rund drei Milliarden Jahre alte Gesteine von der Erde, fossilisierte Dinosaurierfedern, Dinosauriereierschalen sowie Material von Asteroiden, das durch Raumfahrtmissionen gewonnen worden war.

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Die Forscher weisen darauf hin, dass die Suche nach Lebensspuren im All bislang vor erheblichen Schwierigkeiten steht. Organisches Material könne sich unter den extremen Bedingungen des Weltraums rasch verändern oder zerfallen. »Der Weltraum ist eine raue Umgebung«, erklärte Yoffe.

Verwendet werden soll die Methode künftig möglicherweise auf einer geplanten israelischen Raumsonde namens »Eureka«. Das Projekt wird gemeinsam mit der israelischen Luft- und Raumfahrtindustrie vorbereitet und soll Anfang der 2030er Jahre den Jupitermond Europa untersuchen. Europa gilt als einer der vielversprechendsten Orte für die Suche nach außerirdischem Leben. Unter seiner vereisten Oberfläche vermuten Wissenschaftler einen riesigen Ozean aus flüssigem Wasser.

Lebensfeindliche Umgebung

Eine Landung auf dem Mond Europa sei allerdings kaum möglich. »Man kann nicht auf Europa landen, weil die Umgebung dort äußerst lebensfeindlich ist«, sagte Yoffe. Stattdessen werde über einen schnellen Vorbeiflug in geringer Höhe nachgedacht.

Dabei könnte eine spezielle Lasertechnik eingesetzt werden, die Moleküle anhand ihres Fluoreszenzverhaltens identifiziert. Die neue israelische Methode würde anschließend die gewonnenen Daten auswerten und Hinweise darauf liefern, ob die entdeckten Stoffe biologischen Ursprungs sein könnten.

Unterstützung erhält der Ansatz von Chris McKay, einem leitenden Wissenschaftler der NASA, der nicht an der Studie beteiligt war. »Die Arbeit von Yoffe und seinen Kollegen ist der Höhepunkt eines neuen Ansatzes«, erklärte McKay. Dieser versuche, Leben nicht über Wachstumsprozesse nachzuweisen, sondern über die Verteilung der Moleküle, aus denen Organismen bestehen. im

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