Bei diesen Preisen standen ihr die Haare zu Berge: Eine orthodoxe Anwältin hat wegen der exorbitant gestiegenen Kosten von Perücken und Pelzhüten eine Kampagne gestartet, mit der die Intervention von Rabbinern gefordert wird. Das berichtet der »Jewish Chronicle«. Demnach stellten die Kosten mittlerweile eine unerträgliche Last für religiöse Familien dar.
Die Anwältin Nechama Tzivin aus der zentralisraelischen Ortschaft Kfar Chabad beantragte dem Bericht zufolge beim Rabbinatsgericht von Chabad Lubavich, eine Art Preiskontrolle für die Perücken einzuführen. Die Preise seien von ein paar Tausend auf Zehntausend Schekel gestiegen - umgerechnet knapp 3.000 Euro. Einige Premiumhaarteile würden mittlerweile bis zu 40.000 Schekel (über 11.500 Euro) kosten. Bei der Preisentwicklung ist der Scheitelpunkt noch nicht in Sicht.
Tzivin argumentiert, dass die Erhöhungen nicht gerechtfertigt seien. Viele Frauen der Community hätten das Gefühl, ausgebeutet zu werden, weil Perücken als wesentlicher Gegenstand für verheiratete orthodoxe Frauen angesehen werden.
Das Thema habe dem Jewish Chronicle zufolge eine breitere Debatte in der charedischen Gemeinschaft ausgelöst, wo bescheidene Lebensstile oft mit erheblichen Ausgaben für religiöse Kleidung und Accessoires einhergingen. Während sich frühere Debatten auf den steigenden Preis für traditionelle Pelzhüte für Männer konzentrierten, seien die Frauenperücken mittlerweile zu den teuersten Ausgaben für Mitglieder der Community avanciert.
Perückenhersteller weisen jedoch den Vorwurf zurück, sie würden sich ungebührlich an den Verkäufen bereichern. Sie argumentieren, dass die Nachfrage in den letzten Jahren erheblich gestiegen sei, während die Herstellungstechniken, das Handwerk und die Qualität der verwendeten menschlichen Haare die Produktionskosten nach oben getrieben hätten. Auch Arbeitskosten und Preise für indivduelle Anpassungen seien gestiegen. ja