Nahost

Nächtliche Angriffe und neue Spannungen in der Region: Iran feuert Raketen auf Israel

Immer wieder steigen nach Angriffen auf Regime-Ziele Rauchwolken über Teheran auf. Foto: picture alliance / Anadolu

In der Nacht ist es erneut zu mehreren Raketenangriffen aus dem Iran auf Israel gekommen. Nach Angaben des Militärs wurden seit Mitternacht mindestens drei Salven ballistischer Raketen abgefeuert.

In zahlreichen Städten, darunter Tel Aviv sowie Regionen im Zentrum des Landes und im Raum Jerusalem, heulten zum wiederholten Mal die Sirenen. Verletzte oder direkte Treffer wurden zunächst nicht gemeldet. Mehrere Geschosse wurden abgefangen oder gingen in unbewohntem Gelände nieder. Israelische Medien berichteten.

Der Rettungsdienst Magen David Adom bestätigte am Morgen, dass keine Verletzten registriert wurden und die Bevölkerung die Schutzräume wieder verlassen konnte. Gleichzeitig liefen die israelischen Luftabwehrsysteme während der Angriffe erneut auf Hochtouren.

Parallel zu den Raketenangriffen setzte Israel seine eigenen militärischen Operationen fort. Die Luftwaffe griff nach Militärangaben iranische Soldaten an, die in Westiran Drohnen für Angriffe auf Israel vorbereiteten. Das Militär erklärte, mehrere von ihnen seien kurz vor dem geplanten Start der Flugkörper getötet worden.

Erhebliche Schäden an Luftwaffenstützpunkt

Darüber hinaus flog die israelische Armee eine neue Angriffswelle auf Infrastruktur der libanesischen Terrororganisation Hisbollah in den südlichen Vororten Beiruts, einem bekannten Machtzentrum der schiitischen Miliz. Zuvor hatten die IDF erneut zur Evakuierung der betroffenen Gebiete aufgerufen.

Libanesische Medien berichteten außerdem von einem israelischen Angriff auf eine Wohnung im Zentrum der Hauptstadt Beirut, bei dem vier Menschen getötet worden sein sollen. Unklar ist bislang, um wen es sich handelte.

Neue Satellitenaufnahmen deuten zudem auf erhebliche Schäden an einem iranischen Luftwaffenstützpunkt nahe Isfahan hin. Auf den Bildern sind mehrere zerstörte oder schwer beschädigte F-14-Kampfflugzeuge zu sehen, die auf Rollbahnen oder in Hangars standen. Israel hatte bereits zuvor erklärt, bei Angriffen in der Region auch Luftabwehrsysteme und Radarstellungen zerstört zu haben.

Die F-14-Maschinen stammen noch aus der Zeit vor der Islamischen Revolution von 1979 und gelten als die letzten Exemplare dieses Typs, die weltweit noch im Einsatz sind.

Die Eskalation wirkt sich zunehmend auf die gesamte Region aus. In Saudi-Arabien meldete das Verteidigungsministerium, sieben aus Iran abgefeuerte ballistische Raketen abgefangen zu haben. Ziel seien unter anderem eine Luftwaffenbasis sowie Gebiete im Osten des Landes gewesen.

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Auch in Kuwait und im Irak kam es zu Zwischenfällen. Die iranischen Revolutionsgarden erklärten, sie hätten zwei Raketen auf eine US-Militärbasis südlich von Kuwait-Stadt abgefeuert. Bestätigungen dafür lagen zunächst nicht vor. In der Nähe des Flughafens von Bagdad wurde zudem ein US-Diplomatenkomplex von einer Drohne getroffen. Mehrere weitere Drohnen seien abgeschossen worden.

Vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate wurde unterdessen ein Containerschiff von einem unbekannten Geschoss getroffen. Nach Angaben einer britischen Sicherheitsbehörde entstand Schaden am Schiff, die Besatzung blieb jedoch unverletzt.

<strong>Teheran kündigt Vergeltung an</strong>

Die iranischen Streitkräfte kündigten weitere Reaktionen auf die jüngsten amerikanisch-israelischen Angriffe an. Ein Militärsprecher erklärte, man werde mit Angriffen auf Wohngebiete antworten. Zugleich rief er Staaten der Region dazu auf, mögliche »US-zionistische Verstecke« zu melden, um iranische Angriffe präziser durchführen zu können.

Derweil ist nach Angaben des israelischen Heimatfrontkommandos etwa die Hälfte der bislang von Iran abgefeuerten ballistischen Raketen mit Streumunition ausgestattet. Anders als klassische Sprengköpfe verteilen solche Waffen zahlreiche kleinere Bomben über ein größeres Gebiet.

Während einzelne Explosionen dabei weniger zerstörerisch sein können als ein direkter Treffer eines großen Sprengkopfs, erhöht sich die Zahl möglicher Einschlagorte deutlich. Das Militär betonte, dass solche Gefechtsköpfe trotz geringerer Sprengkraft weiterhin tödlich sein können.

<strong>Technischer Fehler bei Raketenabwehr</strong>

Unterdessen räumten die IDF ein, dass es Anfang der Woche zu einem ungewöhnlichen Zwischenfall bei der Raketenabwehr gekommen war. Zwei von der Hisbollah aus dem Libanon abgefeuerte Raketen schlugen im Zentrum Israels ein, ohne dass zuvor Sirenen ausgelöst wurden. Auch Abfangraketen verfehlten ihr Ziel.

Eine Untersuchung ergab laut Militär, dass es sich um ein technisches Problem gehandelt habe. Neue Anpassungen sollen nun sicherstellen, dass ähnliche Fehler künftig vermieden werden. im

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