Kurznachrichten

Mauer, Vorwurf, Erdgas

Festungsmauerreste unter der Stadt Foto: Flash 90

Mauer
Nahe der Davidszitadelle in Jerusalem wurde ein Teil der Festungsmauer aus dem zweiten Jahrhundert v.d.Z. gefunden. Das verkündete die Israel Antiquities Authority (IAA). Die Überreste seien mehr als 40 Meter lang und etwa fünf Meter breit. Um 134 v.d.Z., also drei Jahrzehnte nach der Chanukka-Erzählung und der Errichtung der Hasmonäer-Dynastie, wurde Jerusalem vom griechischen König Antiochos angegriffen. Laut dem jüdischen Historiker Flavius Josephus stimmte der Hasmonäeranführer Hyrcanos zu, die Befestigung der Stadt zu zerstören, um Jerusalem zu retten. Laut Josephus beendete Antiochos daraufhin die Belagerung.

Vorwurf
Nach dem Terroranschlag in Sydney hat Israels Premier Benjamin Netanjahu Australien vorgeworfen, nicht entschlossen gegen Judenhass gekämpft zu haben. Er habe Premier Anthony Albanese bereits vor vier Monaten gewarnt, »dass die Politik der australischen Regierung den Antisemitismus in Australien fördert«. Judenhass sei wie »Krebs«, so Netanjahu. »Sie haben nichts getan, um die Krebszellen einzudämmen, die in Ihrem Land wuchsen.« Das Ergebnis seien die »schrecklichen Angriffe auf Juden«. Unter anderem Australien hatte in diesem Jahr unter dem Eindruck des Gazakriegs einen Staat Palästina formell anerkannt. Das bestärke »jene, die australische Juden bedrohen, und ermutigt den Judenhass, der nun in Ihren Straßen umgeht«, so Netanjahu. Albanese wies die Vorwürfe zurück.

Erdgas
Premier Netanjahu bereitet eine Reise nach Kairo vor, um dort ein weitreichendes Abkommen über die Lieferung von Erdgas an Ägypten zu unterzeichnen. US-Diplomaten seien eng in die Planung einbezogen, berichtet die »Times of Israel« unter Berufung auf hochrangige US-Quellen. Demnach solle Netanjahu mit Präsident Abdel Fattah al-Sisi zusammentreffen. Für den Premier wäre es die erste offizielle Visite in Ägypten seit 15 Jahren.

Geisel
Der Vater der am 7. Oktober 2023 nach Gaza verschleppten israelischen Soldatin Noa Marciano sagt, sein Kind sei von einem Arzt im Al-Schifa-Krankenhaus ermordet worden. Der Familie sei ein Video zugespielt worden, das zeige, wie der Mediziner ihr mit einer Spritze Luft in die Venen injiziere. Sie habe vergebens um ihr Leben gefleht. Die 19-Jährige war in Nahal Oz stationiert, als sie mit weiteren Soldatinnen nach Gaza verschleppt wurde. Fünf Wochen später entdeckten israelische Soldaten ihre Leiche unweit des Al-Schifa-Krankenhauses. Nachdem die Hamas behauptete, Marciano sei bei einem israelischen Luftangriff getötet worden, erklärte die israelische Armee, dass die am Leichnam festgestellten Wunden nicht denen nach einer Bombardierung entsprächen.

Annäherung
Mehr als zwei Jahre nach dem Abbruch haben Israel und Bolivien wieder diplomatische Beziehungen aufgenommen. Das teilten die Außenministerien beider Länder mit. Bolivien hatte sich im Herbst 2023 von Israel distanziert. Grund für die Wiederannäherung ist der Abgang des bolivianischen Präsidenten Luis Arce, der Israels Reaktion auf die Hamas-Massaker des 7. Oktober scharf verurteilt hatte. Der neue Präsident Rodrigo Paz Pereira setzt auf Zusammenarbeit. Bald sollen auch wieder Botschafter ernannt werden.

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