Flugverkehr

Maschine von Israir die Landung verweigert – angeblich aus politischen Gründen

Ein Flugzeug von Israir in der Luft. Foto: picture alliance / Wolfgang Minich

Ein Zwischenfall am Flughafen von Ljubljana sorgt für diplomatische Verstimmung zwischen Israel und Slowenien. Ein Flug der israelischen Fluggesellschaft Israir erhielt am Mittwoch keine Genehmigung zur Landung in der slowenischen Hauptstadt und musste stattdessen nach Zagreb in Kroatien ausweichen. Israir und das israelische Außenministerium sprechen von einer »politisch motivierten Entscheidung« der slowenischen Behörden.

Nach Angaben des Unternehmens war der Flug planmäßig auf dem Weg nach Ljubljana, als die Landegenehmigung verweigert wurde. Das Flugzeug musste daraufhin seinen Kurs ändern und in der kroatischen Hauptstadt Zagreb landen.

Israel versuchte bis zur letzten Minute eine Lösung zu finden

Israir-Chef Uri Sirkis erhob schwere Vorwürfe gegen die slowenischen Behörden. »Dies ist ein eklatanter Verstoß gegen die Luftfahrtabkommen und gegen europäisches Recht«, sagte er in israelischen Medien. Seinen Angaben zufolge versuchten sowohl das israelische Außenministerium als auch die Zivilluftfahrtbehörde bis zuletzt, eine Lösung zu finden, die die Landung in Ljubljana doch noch ermöglichen würde. Die Bemühungen seien jedoch erfolglos geblieben.

Auch das israelische Außenministerium reagierte ungewöhnlich scharf. In einer Stellungnahme bezeichnete es die Entscheidung als »völlig inakzeptabel«. Israel habe den slowenischen Behörden unmissverständlich klargemacht, dass ein solcher Schritt nicht akzeptiert werden könne.

Besonders bemerkenswert ist dabei der politische Kontext des Vorfalls. Das Ministerium verwies ausdrücklich darauf, dass sich Slowenien derzeit in einer politischen Übergangsphase befindet. Wörtlich erklärte das Außenministerium, man erwarte von der künftigen Regierung eine »deutliche Verbesserung« der Beziehungen zwischen beiden Ländern.

Israir-Geschäftsführer Uri Sirkis: »«Dies ist ein eklatanter Verstoß gegen die Luftfahrtabkommen und gegen europäisches Recht.»

Tatsächlich hatte Slowenien in den vergangenen Jahren einen zunehmend israelkritischen Kurs eingeschlagen. Unter Ministerpräsident Robert Golob entwickelte sich das Land aus israelischer Sicht zu einem der schärfsten Kritiker Jerusalems innerhalb der Europäischen Union. Gemeinsam mit Spanien und Irland gehörte Slowenien zu den Staaten, die besonders offensiv Druck auf Israel ausübten.

Im Mai 2024 erkannte die Regierung Golob einen palästinensischen Staat an. Im Juli 2025 verhängte Slowenien zudem Sanktionen gegen die israelischen Minister Itamar Ben-Gvir und Bezalel Smotrich. Die Maßnahmen wurden in Israel als weiterer Tiefpunkt der bilateralen Beziehungen gewertet.

Umso größer waren die Hoffnungen in Jerusalem nach der Parlamentswahl vom 22. Mai. Dort setzte sich der konservative Politiker Janez Janša durch, der bereits drei Mal zuvor Regierungschef war und als ausgesprochen israelfreundlich gilt. Der Vorsitzende der Slowenische Demokratische Partei steht für einen außenpolitischen Kurs, der sich deutlich von jenem seines Vorgängers unterscheidet.

In jüdischer Gemeinde vorsichtiger Optimismus nach Wahlausgang

Auch innerhalb der kleinen jüdischen Gemeinschaft Sloweniens wurde der Wahlausgang mit vorsichtigem Optimismus aufgenommen. «Ich begegne jeder neuen Regierung mit vorsichtiger Hoffnung und demokratischem Respekt», sagte Robert Waltl, Direktor des Jüdischen Kulturzentrums in Ljubljana und einer der führenden Vertreter der jüdischen Gemeinde des Landes, kurz nach Janšas Wahlsieg der Jerusalem Post.

Am Abend schickte der Flughafen Ljubljana auf Anfrage der Jüdischen Allgemeinen eine Stellungnahme: «Aus infrastruktureller Sicht gewährleistet der Flughafen Ljubljana allen Fluggesellschaften einen gleichberechtigten und diskriminierungsfreien Zugang. Als Flughafenbetreiber Fraport Slovenija distanzieren wir uns kategorisch von jeglicher Form der Diskriminierung von Fluggesellschaften», hieß es.

Und weiter: «Entscheidungen bezüglich Fluggenehmigungen, Luftraumzugang oder Beschränkungen für bestimmte Flugzeugtypen oder Länder fallen ausschließlich in die Zuständigkeit der slowenischen Flugsicherung und des Infrastrukturministeriums.»

Die Frage, warum der Israir-Maschine die Landung verweigert wurde, beantwortete der Flughafen nicht.

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