Die israelische Regierungspartei Likud soll eine geplante Wahlkampagne gestoppt haben, die die engen Beziehungen zwischen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und US-Präsident Donald Trump in den Mittelpunkt stellen sollte. Das berichtet der Sender »i24 News«.
Demnach kamen Parteistrategen zu dem Schluss, dass die Verbindung zum amerikanischen Präsidenten Netanjahu bei der kommenden Parlamentswahl keinen entscheidenden Vorteil verschaffen würde. Hintergrund sei insbesondere die jüngste Vereinbarung zwischen den USA und Iran, die in Israel von vielen politischen Akteuren kritisch gesehen werde.
Laut dem Bericht fiel die Entscheidung bereits vor einigen Tagen, als Trump die letzten Details des Abkommens mit Teheran aushandelte. Innerhalb des Likud habe sich die Einschätzung durchgesetzt, dass die demonstrative Nähe zum US-Präsidenten weder zusätzliche Wähler gewinnen noch die Erfolgsaussichten Netanjahus an der Wahlurne verbessern werde.
Hinzu kommt, dass sich das Verhältnis zwischen Trump und dem israelischen Regierungschef zuletzt öffentlich eingetrübt hat. Trump bestätigte Anfang des Monats in einem Interview, dass er Netanjahu während eines Telefonats als »verdammt verrückt« bezeichnet habe.
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgten Berichte dieser Woche, wonach Trump nach einem israelischen Angriff auf Beirut gegenüber dem Nachrichtenportal »Axios« erklärt haben soll, er habe Netanjahu gesagt, dieser verfüge über »überhaupt kein scheiß Urteilsvermögen«.
Noch vor kurzem hatten politische Beobachter die enge persönliche Verbindung zwischen Trump und Netanjahu als möglichen Pluspunkt für den israelischen Regierungschef angesehen. Die Entwicklungen der vergangenen Wochen scheinen diese Einschätzung jedoch zumindest innerhalb des Likud verändert zu haben. im