Israel

Sie wurde auf dem Nova-Festival ermordet: Junger Israeli tot am Grab seiner besten Freundin aufgefunden

Die Gedenkstätte für die 367 Terror-Opfer vom Nova-Festival Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Nur wenige Tage nachdem er ausgelassen auf der Hochzeit seines Bruders gefeiert hatte, ist der Israeli Bar Bechor Asraf tot auf einem Friedhof entdeckt worden. Er lag am Grab seiner Kindheitsfreundin Liron Barda, die beim Hamas-Massaker auf das Nova-Musikfestival am 7. Oktober 2023 ermordet worden war. Seine Familie nutzt ihre Trauer nun, um auf die oft übersehenen seelischen Folgen für Angehörige und Freunde der Opfer aufmerksam zu machen.

Nach Angaben seiner Schwester hatte Bar auf der Hochzeit fröhlich getanzt, gesungen und mit den Gästen gefeiert. Rückblickend seien ihr jedoch einige ungewöhnliche Äußerungen aufgefallen. So habe er ihr gesagt, wie stolz er auf sie sei und sie gebeten, mehr Zeit mit seinen Freunden zu verbringen – etwas, das für ihn untypisch gewesen sei.

Als Bar am Samstag verschwand, suchte ihn die Familie zunächst an verschiedenen Orten. Schließlich fuhren Angehörige zum Grab von Liron Barda. Dort fanden sie ihn leblos vor. Seine Schwester schilderte den Moment als unfassbar. Zunächst habe sie sogar geglaubt, jemand habe ihn getötet.

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Mehrere Leben gerettet

Bar Asraf und Liron Barda waren seit ihrer Kindheit eng befreundet und wuchsen gemeinsam in Sha’arei Tikva auf. Die Familie beschreibt ihre Beziehung als außergewöhnlich eng. «Sie waren unzertrennlich. Sie waren Seelenverwandte», sagte sie.

Liron Barda leitete am 7. Oktober die Bars auf dem Nova-Festival. Als Hamas-Terroristen das Gelände angriffen, blieb sie nach Angaben ihrer Angehörigen vor Ort, um Verletzten Erste Hilfe zu leisten, obwohl Freunde sie zur Flucht drängten. Dabei rettete sie mehreren Menschen das Leben, bevor sie selbst ermordet wurde.

Der Verlust traf Bar Asraf schwer. Seine Schwester berichtete, er habe nach der Nachricht tagelang kaum geschlafen, gegessen oder gesprochen. Mit der Zeit habe er zwar wieder Lebensfreude gezeigt, doch der Schmerz sei geblieben. Er organisierte Mahlzeiten für Soldaten zum Gedenken an Liron und initiierte zu Pessach Hilfsaktionen für bedürftige Familien. Die Erinnerung an seine Freundin habe ihn dabei stets begleitet.

«Ich vermisse sie»

Seine Mutter schilderte, wie eng die Verbindung der beiden gewesen sei. «Liron war alles für ihn. Sie war seine beste Freundin und seine Psychologin.» Nach ihrem Tod habe ihr Sohn den Friedhof regelmäßig besucht, um sich ihr nahe zu fühlen. Noch vor wenigen Wochen habe er unter Tränen gesagt: «Mama, ohne Liron ist es schwer. Niemand kann sie ersetzen. Ich vermisse sie.»

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Nach außen habe ihr Sohn dennoch meist den Eindruck vermittelt, glücklich zu sein. Kurz vor seinem Tod habe er noch seine Mutter für die gelungene Feier zur Hochzeit seines Bruders gelobt und ihr gesagt, sie habe sich nun eine Pause verdient. Wenige Stunden später verließ er das Haus. Um seinen Hals trug er eine Kette mit einem Foto von Liron.

Die Familie appelliert nun, den Blick auch auf Menschen zu richten, die Freunde oder enge Bezugspersonen beim Terrorangriff vom 7. Oktober verloren haben. «Er war nicht auf dem Nova-Festival, deshalb wird ihn niemand als Opfer ansehen. Aber auch die Freunde der Ermordeten sind Opfer dieser Tragödie», sagte die Familie. Man müsse immer wieder nachfragen, wie es ihnen gehe – auch dann, wenn sie nach außen fröhlich wirkten.

Warmherzig und hilfsbereit

Seine Mutter richtete zudem einen eindringlichen Appell an Betroffene und deren Umfeld: «Es gibt viele Menschen, besonders Männer, die keine Hilfe suchen. Ich bin seine Mutter. Ich dachte, ich kenne ihn besser als jeder andere – und trotzdem habe ich nicht alles gesehen. Heute frage ich mich immer wieder, warum, und finde keine Antwort.»

Bar Bechor Asraf hinterlässt seine Eltern sowie vier Geschwister. Seine Familie möchte, dass er als warmherziger und hilfsbereiter Mensch in Erinnerung bleibt – als jemand, der sich mit großem Einsatz für andere einsetzte und die Erinnerung an seine beste Freundin lebendig hielt. im

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