Tel Aviv

Katz will Westjordanland-Kommandeur feuern - IDF widerspricht

Verteidigungsminister Israel Katz Foto: copyright (c) Flash90 2026

Israels Verteidigungsminister Israel Katz hat mit einer überraschenden Personalankündigung einen offenen Konflikt mit der Militärführung ausgelöst. In einem Live-Interview erklärte er, Generalmajor Dado Bar Khalifa, derzeit Leiter der Personalabteilung der Armee, solle künftig das Zentralkommando der Israelischen Streitkräfte übernehmen. Damit würde er Generalmajor Avi Bluth ersetzen.

Katz begründete seinen Vorstoß mit Kritik an Bluths Vorgehen im Westjordanland. Der Kommandeur gehe seiner Ansicht nach vor allem gegen extremistische israelische Siedler vor, während der Kampf gegen palästinensischen Terror nicht entschlossen genug geführt werde.

Die Armee reagierte ungewöhnlich deutlich. Nach Angaben der IDF war die Ankündigung weder mit Generalstabschef Eyal Zamir abgestimmt noch entspreche sie der aktuellen Planung. Zamir beabsichtige derzeit nicht, Bluth von seinem Posten abzuberufen. Zudem könne eine solche Personalentscheidung nur nach den vorgeschriebenen Verfahren und mit Zustimmung des Generalstabschefs umgesetzt werden.

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Das Büro des Verteidigungsministers wies die Darstellung zurück. Dort hieß es, Zamir habe bereits Ende April empfohlen, Bar Khalifa als künftigen Kommandeur des Zentralkommandos vorzusehen. Katz habe den General im Juni zu einem Gespräch empfangen und ihn grundsätzlich für geeignet befunden, die Position zu übernehmen, sobald sie neu besetzt werde.

Scharfe Kritik kam vom früheren Ministerpräsidenten Naftali Bennett. Er warf Katz vor, die Armee politisch zu beschädigen und »die IDF von innen zu zerstören«. In einem Beitrag auf der Plattform X schrieb Bennett, die Regierung sorge für »totales Chaos«. Zugleich versprach er den Soldaten und Reservisten, dass es bald einen politischen Wechsel geben werde: »Verstärkung ist auf dem Weg. Bald werden wir sie ersetzen und gemeinsam alles wieder in Ordnung bringen.« im

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