In eigener Sache

»Jüdische Allgemeine« erhält Tacheles-Preis

Die Redaktion der »Jüdischen Allgemeinen« wird am Dienstagabend in Berlin mit dem Tacheles-Preis ausgezeichnet. Der Verein »WerteInitiative – jüdisch-deutsche Positionen« teilte mit, dass mit der Preisverleihung an die Wochenzeitung die »kontinuierliche Arbeit als wichtige jüdische und öffentliche Stimme in Deutschland« gewürdigt werde.

Meinungsstark und unverzichtbar

Mit dem Preis zeichnet die »WerteInitiative« alle zwei Jahre Einzelpersonen oder Organisationen aus, die sich in besonderer Weise für die Sicherung einer jüdischen Zukunft in Deutschland einsetzen. Der Vorsitzende Elio Adler, sagte: »Mit dem Tacheles-Preis würdigen wir Menschen, die Klartext sprechen, einordnen, widersprechen und eine Quelle der Inspiration und des Mutes für unsere Gemeinschaft sind. Die ›Jüdische Allgemeine‹ leistet genau das.«

Die Zeitung sei »für die jüdische Gemeinschaft und für die demokratische Öffentlichkeit in Deutschland unverzichtbar«.

»Seit dem 7. Oktober 2023 steht die jüdische Gemeinschaft weltweit und auch in Deutschland unter massivem Druck. Antisemitismus tritt offener, aggressiver und selbstbewusster auf«, betonte Adler. »In dieser Situation braucht es journalistische Stimmen, die Fakten von Projektionen trennen, jüdische Erfahrungen sichtbar machen und Antisemitismus klar benennen.«

JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel: »Auch als mediales Korrektiv ist die Jüdische Allgemeine in den vergangenen Jahren noch wichtiger geworden.«

Der Chefredakteur der Jüdischen Allgemeinen Philipp Peyman Engel betonte in Berlin, wie viel die Auszeichnung seiner Redaktion, aber auch ihm ganz persönlich bedeutete.

An die Stelle des Gerüchts über die Juden sei medial – infolgedessen auch in der Gesellschaft – das Gerücht über Israel getreten. Der Hass auf den jüdischen Staat treffe derzeit in seiner ganzen Tragweite auch Juden in Deutschland. »Als mediales Korrektiv – aber auch als publizistische Heimat vieler Menschen, die nicht unkritisch, aber fair, kompetent und unvoreingenommen auf Israel blicken –, ist die Jüdische Allgemeine in den vergangenen Jahren deshalb noch wichtiger als ohnehin schon geworden.«

Leserinnen und Leser schrieben regelmäßig, dass es zum Glück wenigstens noch die Jüdische Allgemeine gebe, berichtete Engel. Der Preis spiegele dieses Gefühl wider und komme aus dem Herzen der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland.

Die Laudation hält WELT-Chefredakteur Helge Fuhst

Bei der nicht öffentlichen Veranstaltung werden Gäste aus Politik und Gesellschaft erwartet. Die Laudatio hält der Journalist Helge Fuhst, Vorsitzender der Chefredaktionen der »Premium-Gruppe« bei Axel Springer und ehemaliger »Zweiter Chefredakteur von «ARD-aktuell».

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Die «Jüdische Allgemeine» erscheint einmal wöchentlich als Printausgabe und online. Sie gilt als auflagenstärkstes Periodikum des deutschen Judentums und berichtet über Politik, Kultur, Religion und jüdisches Leben.

Die WerteInitiative ist ein gemeinnütziger Verein in Deutschland, der 2014 gegründet wurde, um als jüdische zivilgesellschaftliche Stimme die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu stärken und eine Zukunft für jüdisches Leben in Deutschland zu sichern.

Zuletzt war der Tacheles-Preis für Verdienste um das jüdische Leben in Deutschland an die Jüdische Studierendenunion (JSUD) verliehen worden. epd/ja

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