Regelung

Israel erlaubt Reisen nach Saudi-Arabien

Mit einem israelischen Pass darf man jetzt nach Saudi-Arabien reisen. Foto: Flash 90

Regelung

Israel erlaubt Reisen nach Saudi-Arabien

Genehmigung wird für Geschäftsreisen und Pilgerfahrten erteilt. Doch Riad heißt Israelis im Gegenzug nicht willkommen

von Sabine Brandes  27.01.2020 10:46 Uhr Aktualisiert

Jetzt ist es offiziell. Während sich hinter den Kulissen die Beziehungen zwischen Jerusalem und Riad bereits seit längerem erwärmen, gibt es nun die Bestätigung aus dem Innenministerium: Ab sofort dürfen Israelis nach Saudi-Arabien reisen. Zumindest theoretisch. Denn aus Riad gibt es keine Bestätigung dafür, sondern das Gegenteil.

Königreich Der Außenminister des Königreiches, Prinz Faisal bin Farhan, sagte dem Sender CNN, dass Israelis derzeit in seinem Land nicht willkommen sind. »Unsere Politik ist konstant. Wir haben keine Beziehung zu Israel und Menschen mit israelischen Pässen können das Königreich derzeit noch nicht besuchen.«

Genehmigungen für Staatsangehörige mit dem blauen Pass werden zum ersten Mal in der Geschichte Israels erteilt.

Die neue Regelung aus Israel gilt für bis zu 90 Tagen bei den Pilgerfahrten Hajj und Umrah für moslemische Gläubige sowie für Geschäftsreisen. Für letztere muss allerdings die Einladung einer saudischen Behörde vorliegen. Innenminister Arie Deri unterzeichnete die Regulation, die in Übereinstimmung mit dem Verteidigungsministerium verfasst worden war. Nach offiziellen Angaben hatten beide Behörden »wochenlang daran gearbeitet«. Die Genehmigungen für Staatsangehörige mit dem blauen Pass werden zum ersten Mal in der Geschichte Israels erteilt.

Während auch früher schon – fast ausschließlich arabische – Israelis in die Ölnation gereist sind, so mussten sie es ohne offizielle Genehmigung tun. Das beinhaltete nicht nur lange Wartezeiten, sondern auch exorbitante Kosten, denn die Reiseerlaubnis musste über Jordanien eingeholt werden. Die Summe für den bürokratischen Aufwand belief sich nicht selten auf mehrere Tausend Euro.

Pilgerreisen Das Komitee, das für die Pilgerreisen Hajj und Umrah verantwortlich sind, zeigte sich überrascht ob der israelischen Entscheidung. Sprecher Scheich Abd al-Rahim Fukara erklärte, dass die Reisenden aus Israel sich bislang an Jordanien hätten wenden müssen. Die neue Regelung könnte die Beziehungen zum Nachbarn belasten, da sie wahrscheinlich wirtschaftliche und diplomatische Auswirkungen für das haschemitische Königreich habe. Der Sprecher gab an, dass jährlich etwa 30.000 Israelis aus religiösen Gründen nach Saudi-Arabien reisen würden.

Um die Reiseerleichterungen effektiv werden zu lassen, müsste auch Saudi-Arabien sein Einreiseverbot mit dem israelischen Pass offiziell aufheben. Die bislang hauptsächlich geheim gehaltene Beziehung zwischen den beiden Ländern sind vor allem durch die gemeinsame Ablehnung des iranischen Regimes gewachsen.

Tel Aviv

Deutschlands neuer Botschafter in Israel stellt sich auf Instagram vor

Alexander Graf Lambsdorff übernimmt die deutsche Vertretung in Israel. In einer Videobotschaft betont der frühere Moskau-Botschafter die enge Zusammenarbeit beider Nationen

 24.07.2026

Wissenschaft

Israelische Forscher entdecken einzigartiges Immunsystem bei Seeanemonen

Die beteiligten Wissenschaftler hoffen, dass ihre Ergebnisse langfristig zum Schutz von Korallenriffen beitragen könnten

 24.07.2026

Jerusalem

Likud-Abgeordneter verärgert Netanjahu mit behauptetem Angriff auf Iran

Das Likud-Mitglied Moshe Saada sagte in einem Interview: »Jeder weiß, dass wir kurz vor einem Angriff auf den Iran stehen – vielleicht sogar schon an diesem Wochenende.«

 24.07.2026

Westjordanland

Drei Terrorangriffe binnen 24 Stunden: Ein Israeli getötet, mehrere verletzt

Bei einer Attacke nahe der Gilad Farm wird ein Israeli erschossen. Eines der Opfer eines anderen Terrorangriffs wird schwer verletzt und per Hubscgrauber in ein Krankenhaus gebracht

 24.07.2026

Meinung

Wenn der »Spiegel« mit der Hamas kuschelt

Die Hamas verkündet, einen Nachfolger für Yahya Sinwar gefunden zu haben. Für das große deutsche Nachrichtenmagazin Grund, eine Runde Sympathie und Mitgefühl zu spendieren

von Sophie Albers Ben Chamo  23.07.2026

Nachruf

»Haim Yavin. Hier enden unsere Sendungen«

Der israelische Protestkünstler Shoshke Engelmayer verabschiedet sich von einer TV-Legende seines Landes

 23.07.2026

Naher Osten

Trump: Atom-Deal nur bei saudischer Anerkennung Israels

Washington und Riad stehen kurz vor einem Atomabkommen zur zivilen Nutzung der Kernenergie. Doch jetzt hat Donald Trump eine neue Bedingung gestellt

 23.07.2026

Plädoyer

Dem Recht vertrauen

Ohne einen unabhängigen Obersten Gerichtshof ist nicht nur Israels Demokratie, sondern der jüdische Staat selbst in Gefahr

von Awi Blumenfeld  23.07.2026

Nachrichten

Geisel, Hamas, Charedim

Kurzmeldungen aus Israel

 22.07.2026