Jerusalem

Israel stellt sich auf neue Angriffe gegen den Iran ein

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Foto: POOLw

Die israelische Führung rechnet mit einer möglichen Wiederaufnahme des Krieges gegen den Iran. Israelische Medien, darunter die »Times of Israel«, berichteten. Stockende Verhandlungen zwischen Washington und Teheran sowie zunehmend scharfe Aussagen von US-Präsident Donald Trump sprechen ebenfalls eher für eine bevorstehenden Fortsetzung der Angriffe gegen das Teheraner Regime, dessen Revolutionsgarden und Atomanlagen.

Dem Bericht zufolge laufen in Jerusalem intensive Vorbereitungen für den Fall neuer amerikanischer Angriffe auf die Islamische Republik. Israel geht demnach davon aus, dass sich die USA und Israel im Ernstfall eng abstimmen würden. Eine fast fünfstündige Sitzung des Sicherheitskabinetts unter Leitung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sowie kurzfristige Terminabsagen hochrangiger Politiker stellten Hinweise darauf dar.

An der Sitzung sollen unter anderem Generalstabschef Eyal Zamir, der Chef der Luftwaffe und führende Vertreter des Militärgeheimdienstes teilgenommen haben. Netanjahu sagte zudem eine für Mittwoch geplante Gerichtsanhörung ab. Auch Staatspräsident Izchak Herzog verzichtete kurzfristig auf eine Reise nach New York und verwies laut Bericht auf die »sensible Lage im Nahen Osten«.

Begrenzte Geduld

Trump selbst machte deutlich, dass seine Geduld mit Teheran begrenzt sei. Er sprach von einem sehr kurzen Zeitfenster für eine Einigung. »Ich spreche von zwei oder drei Tagen – vielleicht Freitag, Samstag, Sonntag, vielleicht Anfang nächster Woche – ein begrenzter Zeitraum«, sagte der Präsident vor Journalisten in Washington.

Lesen Sie auch

Zugleich ließ Trump offen, ob neue Angriffe unmittelbar bevorstehen. »Ich hoffe, dass wir keinen Krieg führen müssen, aber vielleicht müssen wir ihnen einen weiteren schweren Schlag versetzen«, erklärte er. Weiter sagte Trump: »Ich bin mir noch nicht sicher, aber ihr werdet es sehr bald erfahren.«

Nach Angaben iranischer Staatsmedien hat Teheran Washington zuletzt einen neuen Vorschlag für ein Ende der Kämpfe übermittelt. Dieser sehe unter anderem ein Ende aller militärischen Operationen in der Region, den Abzug amerikanischer Streitkräfte aus Gebieten nahe dem Iran sowie Entschädigungen für Kriegsschäden vor. Zudem verlange die iranische Führung die Aufhebung von Sanktionen und die Freigabe eingefrorener Gelder.

Wirtschaftlicher Druck

In Washington wurden die Vorschläge jedoch offenbar als unzureichend bewertet. Bereits vergangene Woche hatte Trump ein iranisches Angebot als »Müll« bezeichnet. Ein pakistanischer Vermittler, der zwischen beiden Seiten Nachrichten übermittelt, erklärte laut Bericht: »Wir haben nicht viel Zeit.«

Während weiter verhandelt wird, verschärfen die USA gleichzeitig den wirtschaftlichen Druck auf Teheran. Das Finanzministerium verhängte neue Sanktionen gegen ein iranisches Wechselstuben-Netzwerk sowie gegen Firmen, die angeblich Ölgeschäfte und internationale Finanztransaktionen für iranische Banken organisieren. Außerdem wurden zahlreiche Schiffe sanktioniert, denen der Transport iranischen Erdöls vorgeworfen wird. im

Kommentar

Wer kann das noch ernst nehmen?

Immer mehr zeigt sich: Anmoderation und Exekution von Unwahrheiten und falschen Fakten vor einem Millionenpublikum sind kein ärgerlicher Ausrutscher, sondern gezielte Agitation

von Daniel Killy  23.06.2026

Jerusalem

Israel-Libanon-Gespräche: Netanjahu kündigt Verbleib der Armee im Südlibanon an

»Die IDF wird weiterhin entschlossen handeln, um Bedrohungen für unsere Soldaten und Zivilisten abzuwehren«, sagt die israelische Regierung

 23.06.2026

Jerusalem

Netanjahu: Israel hat iranische Bombe verhindert

Israels Premier bezeichnete den Angriff auf den Iran als »größte Luftoperation« in der Geschichte des Landes

 22.06.2026

Bildung

Israel setzt auf Künstliche Intelligenz im Englischunterricht

Der Start des Programms fällt in eine Phase, in der die Schulen des jüdischen Staates mit erheblichen Problemen beim Sprachenunterricht kämpfen

 22.06.2026

Uganda

Entebbe-Entführung 1976: Debatten um Linksterror und Antisemitismus

Vor 50 Jahren entführten zwei Deutsche und zwei Palästinenser einen Airbus aus Israel nach Uganda. Dabei sollen sie Geiseln nach antisemitischen Kriterien voneinander getrennt haben. Die Tat befeuerte das Unbehagen vieler Linker mit Gewalt

von Nils Sandrisser  22.06.2026

Süd-Libanon

Israelische Armee entdeckt Hisbollah-Tunnel mit Raketenstellungen

IDF: Die Raketenschächte sind durch Luftangriffe nur sehr schwer oder gar nicht zerstörbar

 22.06.2026

Absichtserklärung

Trumps Frieden – Irans Sieg

Während der US-Präsident das Memorandum mit Teheran als Durchbruch feiert, warnen Experten in Israel vor Zugeständnissen bei der Atomfrage und im Libanon

von Sabine Brandes  21.06.2026

Jerusalem

Umfrage: 92 Prozent der Israelis sehen Iran als Kriegssieger

Nur wenige Israelis halten die Kriegsführung ihrer Regierung für erfolgreich. Die Mehrheit sieht eine geschwächte Sicherheit und unerreichte Ziele.

 21.06.2026

Jerusalem

Israel lehnt Einschränkungen im Kampf gegen Hisbollah ab

Verteidigungsminister Israel Katz kündigt an, dass die israelische Armee auch weiterhin »Maßnahmen zur Beseitigung von Bedrohungen« im Südlibanon ergreifen könne

 21.06.2026