Israels Bildungsministerium hat wegen der anhaltenden Sicherheitslage neue Erleichterungen für die anstehenden Abschlussprüfungen beschlossen. Besonders Schüler im Norden des Landes, die von Angriffen und Evakuierungen betroffen waren, sollen deutlich entlastet werden. Das teilte Bildungsminister Yoav Kisch laut israelischen Medienberichten mit.
Kisch erklärte, seit Beginn des Krieges arbeite sein Ministerium daran, in einer unsicheren Situation Stabilität zu schaffen. Vor Pessach seien bereits erste Hilfsmaßnahmen veröffentlicht worden, weil man davon ausgegangen sei, dass der Unterricht wieder normal verlaufen könne. Tatsächlich habe sich jedoch »eine anhaltende Realität von Unsicherheit und Druck entwickelt, die nicht nur pädagogisch, sondern auch psychologisch ist und alle Schüler betrifft«, erklärte Kisch.
Ziel der neuen Regelungen sei es laut Kisch nicht nur, fehlenden Unterrichtsstoff auszugleichen. Es gehe auch darum, Druck zu mindern, Planbarkeit zu schaffen und faire Prüfungsbedingungen zu ermöglichen. »Solange die Sicherheitslage anhält, werden wir unsere Antworten weiterhin sensibel und entsprechend der Entwicklungen vor Ort anpassen.«
Flexiblere Berechnung
Landesweit sollen Abschlussnoten künftig flexibler berechnet werden. Nach Angaben des Ministeriums wird jeweils das bessere Ergebnis stärker gewichtet. Außerdem ist ein Ausgleichsmechanismus vorgesehen, falls die landesweiten Durchschnittsnoten deutlich unter den Jahresleistungen liegen. Schüler dürfen zudem eine externe Prüfung aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich durch eine schulinterne Leistung ersetzen. Kernfächer wie Englisch, Hebräisch, Mathematik sowie Bibelkunde oder Arabisch bleiben zentrale Prüfungsfächer.
Weitere Erleichterungen gibt es in einzelnen Fächern. So wird in Informatik die Mindestnote zum Bestehen gesenkt. Praktische Laboranteile in Physik, Chemie und Biologie können teils intern an Schulen durchgeführt werden. Auch für Chemie und Talmudstudien wurden zusätzliche Anpassungen angekündigt.
Besonders weitreichende Sonderregeln gelten für Nordisrael. Im Raum Haifa und im südlichen Golan dürfen Schüler zwei externe Prüfungen durch interne Leistungen ersetzen. Nichtjüdische Schüler erhalten zudem Zuschläge auf bestimmte Pflichtfächer.
Leistungstests abgesagt
Für Orte unmittelbar an der Grenze zum Libanon gelten nochmals weitergehende Erleichterungen. Dort sollen Prüfungen in Mathematik vereinfacht, Sprachtests angepasst und zusätzliche Bonusregelungen eingeführt werden. Schüler in diesen Gemeinden können außerdem zwei zentrale Prüfungen durch schulinterne Bewertungen ersetzen.
Darüber hinaus wurden landesweit geplante Leistungstests für Sechstklässler abgesagt. im