Eine neue Erhebung des Israel Democracy Institute zeigt deutliche Unterschiede zwischen jüdischen und arabischen Bürgern Israels bei der Bewertung des Krieges gegen den Terror der Hisbollah, der Sicherheitslage und der Regierungspolitik.
Besonders klar fällt die Haltung zur Hisbollah aus: 80 Prozent der jüdischen Befragten sprechen sich für eine Fortsetzung der Kämpfe im Libanon aus – selbst dann, wenn dies zu Spannungen mit der US-Regierung führen sollte. Unter arabischen Israelis lehnen dagegen 66 Prozent eine Fortsetzung der Militäroperationen gegen die Terrororganisation ab.
Sehr hohe Zustimmungswerte erhielt die israelische Armee. 92 Prozent der jüdischen Befragten bewerteten das Vorgehen der Streitkräfte im Krieg positiv. Die Regierung kam in derselben Gruppe nur auf 38 Prozent.
Sicherheitspolitische Lage
Auch unter arabischen Befragten schnitt die Armee besser ab als das Kabinett. 34,5 Prozent gaben dem Militär gute Noten, lediglich zehn Prozent äußerten sich positiv über die Regierung.
Nahezu die Hälfte der jüdischen Israelis erklärte, Israels strategische und sicherheitspolitische Lage habe sich im Vergleich zur Zeit vor dem Krieg mit dem Iran verbessert. Etwa ein Viertel sieht keine Veränderung, ein ähnlich großer Anteil eine Verschlechterung.
Unter arabischen Israelis äußerten sich 49 Prozent gegenteilig und erklärten, die Lage habe sich verschlechtert. Nur 16 Prozent sprachen von einer Verbesserung.
Skepsis hinsichtlich Abkommen
Groß ist unter jüdischen Israelis das Misstrauen gegenüber einer möglichen Vereinbarung zwischen Washington und Teheran nach der Waffenruhe. 72 Prozent halten es für unwahrscheinlich, dass ein solches Abkommen Israels Sicherheitsinteressen ausreichend berücksichtigen würde. Nur gut ein Fünftel sieht dafür gute Chancen. Arabische Befragte äußerten sich weniger pessimistisch. Mehr als ein Drittel hält es für wahrscheinlich, dass Israels Sicherheitsinteressen angemessen einbezogen würden.
Auf die Frage nach der Reaktion auf die Waffenruhe zwischen den USA und Iran zeigte sich unter jüdischen Israelis ein gespaltenes Bild. Nur rund ein Viertel empfand Erleichterung, etwa 40 Prozent reagierten eher negativ. Unter arabischen Israelis überwog dagegen deutlich die Erleichterung. Sieben von zehn Befragten begrüßten die Feuerpause.
Die Umfrage wurde zwischen dem 9. und 12. April online durchgeführt. Befragt wurden 502 Personen auf Hebräisch sowie 100 Personen auf Arabisch. Laut Institut ist die Stichprobe repräsentativ für die erwachsene Bevölkerung Israels. im
Sämtliche Umfrageergebnisse sind hier einsehbar.
