Nahost

Israel-Besuch: J.D. Vance will Waffenruhe retten

Vizepräsident JD Vance läuft auf der Andrews-Luftwaffenbasis in Maryland bei Washington D.C. zu seinem Flugzeug, der Air Force Two. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Der amerikanische Vizepräsident J.D. Vance ist auf dem Weg nach Israel – offenbar, um das bereits ausgehandelte Waffenstillstandsabkommen mit der Hamas zu sichern. Hintergrund sind wachsende Befürchtungen in Washington, Premierminister Benjamin Netanjahu könnte das Abkommen aufkündigen und eine neue Großoffensive in Gaza anordnen, wie amerikanische Medien berichteten.

Zu Vances Delegation zählen unter anderen Steve Witkoff und Jared Kushner, beide zentrale Vermittler der Vereinbarung. Ihr Auftrag sei es, Netanjahu von einem Abbruch der Übereinkunft abzuhalten und die praktische Umsetzung des Deals vor Ort zu überwachen, heißt es aus Kreisen des Weißen Hauses. Laut Berichten sendet die Reise zudem ein Signal an Jerusalem, dass die US-Regierung den Prozess »mit voller Kraft« begleitet.

Die amerikanischen Vertreter trafen in Israel bereits mit hohen Militärs zusammen. Gespräche in Tel Aviv drehten sich um die Überprüfung von Geheimdienstinformationen, die Kontrolle von Verstößen durch die Hamas und um die Vorbereitung auf die zweite Phase des Plans. Auch die Einrichtung eines internationalen Kontingents gehört dazu, das bei der Entwaffnung der Hamas und der Stabilisierung des Gazastreifens helfen soll.

Beobachtertruppe mit Durchsetzungs­kraft

Israel übermittelte den USA im Vorfeld aktuelle Erkenntnisse über die Lage in Gaza, um die Koordination der Such- und Rückführungsmaßnahmen für die sterblichen Überreste von 15 Geiseln zu beschleunigen. Auch dies geht aus Berichten israelischer und amerikanischer Medien hervor.

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Derweil machte die Regierung in Washington erneut klar, dass sie das Abkommen schützen will: »Das Weiße Haus kämpft dafür, das Abkommen zu erhalten«, hieß es. Präsident Donald Trump erklärte aber, Israel dürfe notfalls wieder Gewalt anwenden, falls Hamas die Vereinbarungen weiter missachte: »Und wenn sie es nicht tun, werden wir eingreifen und sie auslöschen, wenn nötig. Sie werden ausgelöscht — und das wissen sie.«

Die Lage bleibt angespannt. Jerusalem erwartet von den Vermittlern, dass sie die Rückgabe der noch fehlenden Leichname und die vollständige Umsetzung der Abmachungen durchsetzen. Zugleich fordert Israel Garantien dafür, dass die Terror-Tunnel der Hamas beseitigt oder versiegelt werden und dass die internationale Beobachtertruppe die notwendige Durchsetzungs­kraft erhält.

Die von Vance angeführte Delegation soll nach Angaben informierter Kreise auch die Arbeit des amerikanischen Kommandozentrums prüfen, das die Umsetzung der Waffenruhe in Gaza überwacht. im

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