Jom Hasikaron

Israel begeht Gedenktag für Gefallene – Appelle an Einheit und Hoffnung

Präsident Isaac Herzog, Generalstabschef Eyal Zamir und andere Teilnehmer der Jom-HaZikaron-Zeremonie an der Klagemauer Foto: Copyright (c) Flash 90 2025

Mit einer landesweiten Sirene hat Israel am Montagabend seinen Gedenktag für gefallene Soldaten und Opfer von Terroranschlägen begonnen. Um 20 Uhr stand das öffentliche Leben für eine Minute still. Im ganzen Land verharrten Menschen schweigend, während zentrale Zeremonien in Jerusalem stattfanden. Alle wichtigen Medien in Israel berichteten.

Am Abend versammelten sich Staatspräsident Isaac Herzog, Verteidigungsminister Israel Katz und Generalstabschef Eyal Zamir an der Klagemauer in der Altstadt. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wird in diesem Jahr an insgesamt 25.648 Gefallene erinnert.

Herzog sagte, Israel befinde sich weiterhin mitten in einem militärischen Konflikt. In den vergangenen Tagen seien weitere Soldaten ums Leben gekommen. Der Krieg sei eine schwere nationale Bewährungsprobe, der sich das Land mit Entschlossenheit stelle.

Frieden, Freiheit und Menschenwürde

Zugleich richtete der Präsident den Blick auf die Zeit nach den Kämpfen. »Diese Kriegsgeneration verdient es, vom Tag danach zu träumen. Sie verdient ein Lied der Hoffnung«, sagte Herzog. Israel lebe nicht allein durch das Schwert, sondern auch durch Werte wie Frieden, Freiheit und Menschenwürde.

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Auch Generalstabschef Zamir betonte den inneren Zusammenhalt. Alle Teile der Gesellschaft müssten ihren Beitrag zur Sicherheit des Landes leisten. Geschlossenheit sei eine Voraussetzung für das Fortbestehen Israels.

Mit Blick auf den Iran erklärte Zamir, Israel werde nicht zulassen, dass Teheran seine Ziele verwirkliche. Die Armee werde weiterhin wachsam bleiben und die Sicherheit des Landes verteidigen.

Aufgabe nicht abgeschlossen

Bereits zuvor hatte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bei einer weiteren Gedenkveranstaltung in Jerusalem gesprochen. Er erinnerte an die bleibende Trauer vieler Familien. Zeit vergehe, sagte er, doch sie lösche nicht den Moment aus, in dem Angehörige die Nachricht vom Tod eines geliebten Menschen erhalten hätten.

Zugleich verwies Netanjahu auf Israels militärische Lage in der Region. Das Land habe seine Stärke unter Beweis gestellt, die Aufgabe sei jedoch noch nicht abgeschlossen. »Wir haben die Arbeit noch nicht beendet«, sagte er mit Blick auf den Iran.

Heute werden die Zeremonien mit einer weiteren zweiminütigen Sirene sowie der zentralen staatlichen Gedenkveranstaltung auf dem Herzl-Berg fortgesetzt. im

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