Gazastreifen

Islamischer Dschihad veröffentlicht neues Geisel-Video

Rom Braslavski wird seit dem 7. Oktober 2023 von palästinensischen Terroristen als Geisel festgehalten. Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Gazastreifen

Islamischer Dschihad veröffentlicht neues Geisel-Video

Seit fast zwei Jahren wird der 21 Jahre alte Israeli von Terroristen im Gazastreifen festgehalten

 01.08.2025 09:30 Uhr

Die Terrororganisation Palästinensischer Islamischer Dschihad (PIJ) hat ein neues Video von Rom Braslavski veröffentlicht. Erst vor rund einer Woche hatte der PIJ erklärt, den Kontakt zu seinen Geiselnehmern verloren zu haben, jetzt gibt es ein Lebenszeichen. Der 21-Jährige aus Jerusalem war bei dem Massaker der Hamas und anderer extremistischer Gruppen in Israel am 7. Oktober 2023 von Terroristen von einem Musikfestival entführt worden, wo er als Wächter arbeitete.

Vor wenigen Monaten war bereits ein Video von Braslavski veröffentlicht worden. Israel verurteilt solche Videos als abscheuliche Mittel psychologischer Kriegsführung.

Die Familie Braslavskis gab nach Angaben des Forums der Geiselfamilien zunächst keine Genehmigung, das Video zu zeigen oder seinen Inhalt wiederzugeben. Nur ein Standbild wurde veröffentlicht, auf dem Braslavski zu weinen scheint. Der junge Mann sieht auf der Aufnahme abgemagert und blass aus. Unter welchen Umständen das Video entstand, ist unbekannt.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Braslavksis Familie ließ nach der Veröffentlichung über das Forum der Geiselfamilien mitteilen: «Wir sind zutiefst erschüttert. Die Menschen sprechen viel über die Ereignisse in Gaza, über den Hunger, und ich möchte alle, die über den Hunger gesprochen haben, fragen: Habt ihr unseren Rom gesehen? Er bekommt weder Essen noch Medikamente. Er wurde dort einfach vergessen.»

Lesen Sie auch

Israel geht davon aus, dass von den noch festgehaltenen 50 Geiseln noch etwa 20 am Leben sind. Braslavskis Familie rief dazu auf, alle Geiseln zu befreien. «Rom ist ein Beispiel für alle Geiseln. Sie müssen jetzt alle nach Hause gebracht werden.»

Die PIJ und die Hamas weigern sich aber, die verbleibenden Verschleppten gehenzulassen.

Außenminister Johann Wadephul sagte während seiner Israelreise: «Das gestern öffentlich gewordene, schreckliche Video, auf dem die deutsche Geisel Rom Braslavski vorgeführt wird, zeigt aufs Neue die ganze Niedertracht der Geiselnehmer. Meine Gedanken sind bei all den Familien, deren Liebste von Terroristen nach Gaza verschleppt wurden.» Deutschland tue weiter alles in seiner Macht Stehende, um die Befreiung der Geiseln zu erreichen. dpa/ja

Nahost

Ex-Botschafter Seibert fordert »klare europäische Position« zu Israel

Bis vor kurzem war er das Gesicht deutscher Diplomatie in Israel: Steffen Seibert. In einem Interview äußert er sich zu Grenzen der Staatsräson, Siedlungen, dem Terror der Hamas und gegen Boykotte

 13.08.2026

Militär

Gefährlicher Schwarm

Experte Danny Orbach über neue Technologie in der Kriegsführung, Herausforderungen beim Zivilschutz und den Drohnenfund in Leipzig

von Sabine Brandes  13.08.2026

Nachrichten

Warnung, Netzwerke, Jahrzeit

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  13.08.2026

Washington D.C./Jerusalem

USA weisen Katz wegen Aussagen zu israelischer Präsenz im Südlibanon zurecht

Der israelische Verteidigungsminister hatte angekündigt, die Armee werde auf absehbare Zeit im Südlibanon bleiben

 13.08.2026

Jerusalem

Huckabee verurteilt Angriffe auf palästinensisch-amerikanische Familie im Westjordanland

»Die Handlungen derjenigen, die dies dem Haus dieser Familie antun, sind kriminell«, erklärt der US-Botschafter

 13.08.2026

Die iranische Atomanlage Fordo vor den amerikanischen Angriffen

Iranisches Atomprogramm

Fordo: Der Mossad war da

Yossi Cohen leitete den israelischen Auslandsgeheimdienst von 2015 bis 2021. Unter seiner Ära hätten israelische Spione die iranische Atomanlage Fordo mehrmals in Augenschein genommen

 12.08.2026

Israel

Tel Aviv bekommt offiziell einen »Geiselplatz«

Der Platz vor dem Kunstmuseum der israelischen Metropole wurde zum Sammelort für alle, die ihre Solidarität mit den Geiseln in Gaza ausdrücken wollten. An diese dramatische Zeit soll nun seine offizielle Umbenennung erinnern

von Andrea Krogmann  12.08.2026

Kommentar

UNRWA: Fakten statt Tabus

Warum Kritik am Palästinenserhilfswerk auf Schweigen und Ablehnung stößt

von Duki Dror  12.08.2026

Tel Aviv/Gaza/Brüssel

Israel verlängert zwei EU-Missionen in Palästinensergebieten

Die EU hilft bei der Ausbildung palästinensischer Polizisten und der Überwachung des Rafah-Grenzübergangs. Beide EU-Missionen können nun aus Sicht Israels bis 2027 weitergehen

von Cindy Riechau  12.08.2026