Vermisst

Warten seit 4000 Tagen

Hadar Goldin hatte einen Zwillingsbruder. Foto: Sabine Brandes

Vermisst

Warten seit 4000 Tagen

Hadar Goldin wurde 2014 in Gaza getötet

von Sabine Brandes  17.07.2025 13:27 Uhr

Seit elf Jahren fordern Leah und Simcha Goldin die Rückführung ihres in Gaza getöteten Sohnes Hadar. Jeden Tag hoffen die Geschwister Menachem und Ayelet sowie Hadars Zwillingsbruder Tzur auf seine Rückkehr. Wenige Wochen vor seinem Tod hatte Hadar sich verlobt.

Hadar Goldin, Offizier der Givati-Brigade, wurde am 1. August 2014 während eines von der UN vermittelten humanitären Waffenstillstands in einen Hinterhalt der Hamas gelockt und getötet. Er war 23 Jahre alt. Seine Kameraden riskierten ihr Leben, um ihn zu retten, doch ohne Erfolg, die Terroristen verschleppten seine Leiche und entkamen durch das Tunnelnetz unterhalb des Gazastreifens.

Lesen Sie auch

Seine Familie habe »unzählige Versprechen und Erklärungen von Politikern gehört«, sagt sein Vater Simcha Goldin. Am Samstag gedachte die Familie der 4000 Tage seit Hadars Entführung. »Meine Antwort ist immer dieselbe: Wer die Toten im Stich lässt, lässt die Verwundeten und die Lebenden im Stich«, so Goldin. »Die politische Führung, die Sicherheitskräfte und die religiöse Führung – sie hörten nicht zu. Sie stellten ihre Interessen über unser aller Werte. Wir haben am 7. Oktober den Preis dafür gezahlt, und wir zahlen ihn auch 20 Monate später noch. Unser heutiger Kampf ist klar: Wir müssen diejenigen zurückholen, die wir im Stich gelassen haben. Das ist das jüdische Selbstverständnis, das ist der israelische Imperativ.«

Eine Inspiration für alle

Hadar sei ein »talentierter Maler und Grafiker« gewesen, der in seiner Kunst weltliche und religiöse Themen behandelte, ist auf der Webseite der in New York gegründeten Hadar-Goldin-Stiftung zu lesen. »Er war eine Inspiration für alle, die ihn kannten, und wollte Freude und Freundschaft unter den Menschen verbreiten.«

Im Januar wurde die Leiche von Oron Shaul, auch er ein Soldat, der 2014 von der Hamas getötet wurde, durch Geheim­dienst­informationen in Gaza gefunden und nach Israel überführt. Für seine Familie war es ein bedeutsamer Abschluss. Endlich konnten sie sich von ihrem Liebsten verabschieden. Die Goldins warten noch immer.

Flüge

US-Airline nimmt Route Tel-Aviv-New York wieder auf

Pünktlich zu Rosch Haschana gibt es wieder Direktflüge zwischen New York und Tel Aviv von anderen Anbietern als El Al

 09.08.2026

Jerusalem

Likud attackiert Wahlgremium

Der Likud protestiert gegen neue Mitglieder im unabhängigen Wahlgremium. Experten sehen darin einen möglichen Auftakt dazu, die Wahlergebnisse im Oktober nicht anzuerkennen

 09.08.2026

Wirtschaft

Kosmetik-Riese Sephora kommt nach Israel

An gleich drei Orten eröffnet der französische Kosmetikriese Filialen in Israel. Und das ist nicht alles

 09.08.2026

Gaza-Friedensplan

Netanjahu geht auf Konfrontation mit Trump

Premier Benjamin Netanjahu hat sich im Zusammenhang mit dem Friedensplan für Gaza offen gegen US-Präsident Trump und dessen »Board of Peace« gestellt. Das könnte auch am Wahlkampf liegen

 09.08.2026

Jerusalem

Zusammenstöße zwischen Charedim und Säkularen in Jerusalem wegen eines Cafés

Seit sechs Wochen muss die Polizei ein Café im Zentrum Jerusalems vor Angriffen schützen

 09.08.2026

Hitzewelle

Schatten statt Schwitzen

Was Europa bei Extremtemperaturen von Israel lernen kann

von Markus Ponweiser  09.08.2026

Israel

Jerusalem: Gedenken an den in Hamas-Gefangenschaft ermordeten Hersh Goldberg-Polin

Hunderte Menschen haben am Freitag der in Gaza ermordeten Hamas-Geisel Hersh Goldberg-Polin gedacht. Es ist die zweite Jahrzeit

 09.08.2026

Ugandische Truppen

Nahost

Ugandas Parlament billigt Truppenentsendung nach Gaza

Auf US-Anfrage soll sich ein Kontingent der ugandischen Armee der geplanten internationalen Stabilisierungstruppe anschließen. In Afrika zählt das Land zu den größten Truppenstellern für Friedensmissionen

 07.08.2026

Meinung

Wie Georg Restle die Glaubwürdigkeit des ÖRR untergräbt

Nach dem X-Post des Journalisten hat sich Felix Schotland, Vorstand der Synagogen-Gemeinde Köln, an WDR-Programmdirektorin Andrea Schafarczyk gewandt. Wir dokumentieren das Schreiben im Wortlaut

von Felix Schotland  07.08.2026