Nahost

Hisbollah verstößt gegen Waffenruhe

Bereits am Montag reagierte Israel mit gezielten Angriffen auf Verstöße gegen die Waffenruhevereinbarung im Libanon. Foto: Copyright (c) Flash 90 2026

Die israelischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben in der Nacht mit gezielten Angriffe auf Verstöße gegen die geltende Waffenruhe reagiert und Stellungen der Hisbollah im Südlibanon angegriffen. Dabei seien Waffenlager, Raketenabschussrampen und weitere militärische Einrichtungen getroffen worden, die nach Darstellung der Armee für Angriffe auf Israel genutzt werden sollten. Das Militär erklärte israelischen Medienberichten zufolge, die Präsenz dieser Infrastruktur verstoße gegen bestehende Vereinbarungen zwischen Israel und dem Libanon und stelle eine unmittelbare Bedrohung dar.

Die Armee kündigte an, weiterhin offensiv gegen Gefahren vorzugehen. Ein Divisionskommandeur betonte, man wolle nicht nur reagieren, sondern auch präventiv handeln: »Jeder Ort, an dem wir handeln müssen, wird angegriffen.« Seit Beginn des Monats sollen bei israelischen Einsätzen mehrere Terroristen der Hisbollah und des Islamischen Dschihad im Libanon getötet worden sein.

Parallel zu den aktuellen Gefechten wächst die Sorge vor einer breiteren Eskalation. Nach Einschätzung israelischer Sicherheitskreise drängt der Iran die Hisbollah zunehmend, sich im Falle eines größeren Krieges aktiv zu beteiligen. Teheran sei unzufrieden gewesen, dass die vom Regime unterstützte Terrororganisation in einem früheren Konflikt nur begrenzt eingegriffen habe, und wolle sicherstellen, dass sie künftig als Teil einer regionalen Front gegen Israel agiert.

Lesen Sie auch

Israelische Stellen warnen die Hisbollah zugleich vor den Folgen eines solchen Schrittes. Sollte die Miliz eingreifen, werde die Antwort »sehr schmerzhaft« ausfallen, heißt es in Sicherheitskreisen. Israel bereite sich zudem auf die Beteiligung weiterer iranischer Stellvertretergruppen vor, darunter Terroristen im Irak und die Huthi im Jemen.

Trotz fortlaufender israelischer Luftangriffe gilt die Hisbollah nach westlichen und israelischen Einschätzungen als militärisch widerstandsfähig. Teheran soll die Organisation im vergangenen Jahr mit umfangreichen Mitteln unterstützt haben – unter anderem mit Geld, Waffen, Ausbildung und Technologie. Diese Unterstützung soll den Mullahs als Teil der Abschreckung dienen. Die Hisbollah soll im Kriegsfall mit massiven Raketenangriffen eingreifen können.

Israel wiederum setzt auf eine Kombination aus offensiven Schlägen und verstärkter Luftabwehr. Neue Abfangsysteme, darunter auch Laserabwehr, sollen in einem künftigen Konflikt die Raketenbedrohung reduzieren und die Eintrittsbereitschaft der Hisbollah verringern. im

Kairo

Verhandler sollen Fortschritte bei Hamas-Entwaffnung gemacht haben

Die Hamas signalisiert Bereitschaft, ihre Waffen unter Aufsicht der palästinensischen Übergangsverwaltung zu stellen. Im Gegenzug fordert sie einen Abzug der israelischen Truppen aus dem Gazastreifen

 30.07.2026

Investition

Finanzierung für Stadtbahn im Norden steht

Von Haifa nach Nazareth mit der Bahn? Ab 2029 soll dies möglich sein. Das Projekt kostet viel Geld

 30.07.2026

Gaza

Zukunft ungewiss

Seit Monaten stagniert Trumps Gaza-Plan. Können ein israelisches Pilotprojekt in Rafah und das versprochene Ende der Hamas-Regierung daran etwas ändern? Eine Analyse

von Joshua Schultheis  30.07.2026

Israel/Libanon

Erstmals seit neuer Waffenruhe Hisbollah-Drohnenangriff

Die proiranische Terrororganisation hat ein mit Sprengstoff beladenes unbemanntes Fluggerät auf ein Fahrzeug der israelischen Armee im Südlibanon gesteuert; Israels Armee: »eklatanter Verstoß gegen die Waffenruhe«

 29.07.2026

Nachrichten

Festival, Westjordanland, Wahlkampf

Kurzmeldungen aus Israel

von Sophie Albers Ben Chamo  29.07.2026

Jerusalem

Frühere Staatschefinnen fordern Strafen für israelische Siedler

Die frühere Präsidentin Irlands, Mary Robinson, und die frühere Premierministerin Neuseelands, Helen Clark, forderten unter anderem ein Verbot des Handels mit Waren illegaler Siedlungen

 29.07.2026

Tel Aviv

Zahl der Tollwut-Fälle binnen drei Jahren mehr als verdreifacht

Von Januar bis Mai 2026 wurden in Israel bereits 63 Ausbrüche der Krankheit bei Tieren festgestellt

 29.07.2026

Jerusalem

Netanjahus drei Wohnsitze kosteten Israel in 18 Monaten rund 783.000 Euro

Neue Badewannen, »zubereitete Speisen« und andere Posten sowie unkenntlich gemachte Einträge sorgen für Kritik

 29.07.2026

Jerusalem

Iran verstärkt Pläne für Anschläge auf israelische Spitzenpolitiker

Die verschärfte Sicherheitslage soll auch erklären, warum Ministerpräsident Benjamin Netanjahu seine Reise in die USA ungewöhnlich diskret organisierte

 29.07.2026