Jerusalem

Hamas soll binnen zwei Monaten entwaffnet werden – sonst neue Offensive in Gaza

Hamas-Terroristen in Gaza Foto: picture alliance / NurPhoto

Israel will der palästinensischen Terrororganisation Hamas eine Frist von 60 Tagen setzen, um sämtliche Waffen abzugeben. Sollte dies nicht geschehen, werde die Armee ihre militärische Operation im Gazastreifen wieder aufnehmen und zu Ende führen. Das erklärte der israelische Kabinettssekretär Jossi Fuchs am Montag in Jerusalem, wie »Times of Israel« berichtet.

Fuchs betonte, die Frist gehe auf einen Wunsch der US-Regierung zurück, den Israel respektiere. Wann genau der Zeitraum beginne, sei noch unklar. Während dieser Zeit müsse die Hamas sämtliche Waffen abgeben, auch Sturmgewehre. Diese würden vollständig eingezogen, sagte der enge Berater von Premierminister Benjamin Netanjahu.

»Wir werden das bewerten. Wenn es funktioniert, ist das gut. Wenn nicht, muss die Armee die Mission abschließen«, erklärte Fuchs. Es sei realistisch, dass noch vor den nächsten israelischen Parlamentswahlen – die derzeit für Oktober geplant sind, aber vorgezogen werden könnten – entweder die Entwaffnung abgeschlossen sei oder eine neue intensive Militäroperation in Gaza laufe.

Zehntausende Gewehre

Der Kabinettssekretär sprach zudem von zahlreichen Tunneln, die weiterhin zerstört werden müssten. Mit Blick auf die Grenzregion sagte er, wer heute in Be’eri auf den Feldern arbeite, könne bis zum Meer blicken. Im Gazastreifen stehe kaum noch ein Gebäude, dennoch sei die Aufgabe nicht beendet.

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Netanjahu hatte bereits zuvor klargestellt, dass Entwaffnung bedeute, dass die Hamas alle Waffen abgeben müsse – nicht nur schwere Systeme. »Die Waffe, die den größten Schaden anrichtet, heißt AK-47«, sagte der Premierminister. Diese seien beim Massaker vom 7. Oktober eingesetzt worden, und die Terrororganisation verfüge weiterhin über zehntausende Gewehre.

Ein Bericht der »New York Times« hatte zuletzt nahegelegt, dass die Hamas zunächst einige leichte Waffen behalten dürfe, während andere abgegeben werden müssten. Demnach soll ein von US-Vermittlern erarbeiteter Plan der Führung der Terrororganisation in den kommenden Wochen vorgelegt werden.

Neue Gefechte

Unterdessen meldete die israelische Armee weitere Einsätze im Gazastreifen. In einem Tunnelsystem im südlichen Rafah seien sechs Hamas-Terroristen getötet worden, die sich dort seit Monaten verborgen gehalten hätten. Insgesamt seien in den vergangenen Monaten rund 50 von ihnen getötet oder festgenommen worden, die sich auf der israelischen Seite der Waffenstillstandslinie aufgehalten hatten.

Nach Angaben des Militärs führten Einheiten der 7. Panzerbrigade in der vergangenen Woche mehrere Operationen in den Tunnelanlagen durch, um weitere Terroristen auszuschalten. Bereits zuvor war es zu Schusswechseln mit Bewaffneten gekommen, die aus unterirdischen Anlagen hervorgetreten waren. im

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